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ungerechtfertigte Abmahnung


23.07.2007 10:06 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von



Hallo,

ich arbeite seit 18 Monaten in einem Unternehmen als Sekretärin. Bisher war meine Cheffin mit meiner Arbeitsleistung sehr zufrieden was sie mir immer wieder bestätigte.(zuletzt im jährlichen Beurteilungsgespräch im März)

Nun bin ich einer anderen Chefin zugeteilt wurden, arbeite allerdings auch weiterhin für meine alte Chefin. Mit der neuen Chefin habe ich allerdings ziemliche Probleme und es kommen immer wieder kleine Spitzen von ihr. Ich habe deswegen auch schon versucht mich in eine andere Abteilung versetzten zu lassen. leider ohne Erfolg.

Bedingt durch einen Erziehungsurlaub habe ich ein neues Aufgabengebiet dazu erhalten welches monatlich abzuarbeiten ist. Arbeitsberichte in ein Computerprogramm einpflegen.

Leider war es durch einen Umstellung des Computersystemes bis jetzt nicht möglich diese Aufgabe zu erledigen und in das Aufgabengebiet eingewiesen zu werden. Eine Übergabe erfolgte nur theoretisch, eine Schulung von 30 Minuten auch.

Im Juni mußte ich nun die Arbeitsberichte für 6 Monate einpflegen. Zusätzlich wurde ich angewiesen neue Buchungsnummern heraus zu suchen, welche für die Eingabe nötig waren. Dazu erhielt ich Blätter mit den neuen Nummern ohne eine Erklärung ausgehändigt. In anderen Betriebsstellen des Unternehmens wurden die Nummern von den Meistern geändert. Nachdem ich eine Woche mit der Änderung der Nummer beschäftigt war wurde ich von meinen Chefinnen (alte und neue) ins Büro beordert und auf die mangelnte Qualität meiner allgemeinen Arbeit hingewiesen.(eine falsche Kopie, ein Blatt falsch abgelegt, ein Rechenfehler in einer Aufstellung und 2 Rechtschreibfehler in einem Brief) Ich erklärte darauf hin, dass ich mit den Arbeitsbereichten beschäftigt sei welche mich total überfordern würden da ich mit dem Heraussuchen der neuen Nummern nicht klar kommen würde und auch die Zeit bis zur Abgabe ziemlich knapp sei und noch die Arbeitsberichte auch noch verbucht werden müßten. Zusätzlich würde ich momentan noch die Urlaubsvertretung für einen Kollegin machen und das sei etwas viel. Die Anwort lautete das sei schließlich mein Job.

Um die Arbeit zu bewältigen war ich dann am Freitag Nachmittag und am Samstag zusätlich in der Firma. (natürlich ohne Überstunden zu schreiben) Meine Chefin hatte sich Urlaub genommen. Ich hatte aber nur dies 2 Tage zum Buchen da meine Berechtigung so spät freigeschaltet wurde und mir meinen Chefin einen Abgabetermin gesetzt hatte welcher 14 Tage zeitiger als der, der anderen Betriebsstellen lag. Sie hat allerdings dann noch einmal 10 Tage verstreichen lassen ehe sie meine Eingaben geprüft hat.

Dabei ist heraus gekommen das ich 1/4 der Arbeitsberichte falsch verbucht habe und etliche Nummern von mir falsch herausgesucht wurden. Ich habe eine Abmahnung erhalten (unterschrieben vom Geschätsführer) weil ich angeblich trotzdem ich wußte das die Buchungen falsch waren weiter gemacht habe und keine Hilfe angefordert habe. Meine Aussage war aber nur das ich mir nie sicher war das die herausgesuchten Nummern gestimmt haben und das ich das auch nicht wissen konnte da ich ja schließlich die Sekretärin und nicht der Meister bin. Die Tatsache das ich die Nummern heraus suchen mußte wurde dem Geschäftsführer verschwiegen.

Bei der erneuten Eingabe haben übrigens die Chefin mit einer Kollegin und dem Meister 5 Tage gemeinsam darüber gesessen.

Zusätzlich erhielt die Abmahnung noch einen Zusatz das meine Arbeitsleistung seit der Probezeit erheblich schlechter geworden sei. Bis zu diesem Gespräch in der Woch zuvor wurde aber in dieser Richtung nichts erwähnt.

Nun meine Frage. Ist die Abmahnung gerechtfertigt und wenn nein was kann ich dagegen tun. Ich getraue mich nicht zum Geschäftsführer zu gehen (der eh froh über jeden ist den er einfach los wird) da ich Angst davor habe wie meine Chefin dann reagiert. Auch eine Gegendarstellung würde eine ziemliche Welle machen und ich würde damit noch mehr Probleme bekommen. Außerdem denke ich das früher oder später die zweite Abmahnung und dann die Kündigung kommen wird da ich das Gefühl habe das meine Chefin mich los werden möchte und in der Firma sowieso Arbeitsplätze abgebaut werden. (da stehen auch die Abteilungsleiter unter Druck) Aber was für ein Arbeitszeugnis soll ich denn nach so einer Abmahnung bekommen? ich bin doch nicht innerhalb von 3 Monaten soviel schlechter geworden.

Kann ich dann später damit noch vors Gericht gehen wenn ich jetzt nichts mache?

Ich bin total verzweifelt.

Vielen Dank für eine Beantwortung im Voraus.


-- Einsatz geändert am 23.07.2007 11:29:19

-- Einsatz geändert am 23.07.2007 11:30:15
23.07.2007 | 13:32

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

ob die Abmahnung gerechtfertigt ist vermag ich, ohne den Originaltext gelesen zu haben, nicht abschließend zu beurteilen.

Sicherlich sind Sie verpflichtet, sich Hilfe zu holen bzw. nachzufragen, wenn Sie mit den Ihnen übertragenen Aufgaben zeitlich oder auch inhaltlich nicht zurechtkommen.
Insofern dürfen Sie nicht ohne weiteres Aufgaben ausführen, die Sie nicht bewältigen können und damit sehenden Auges Fehler produzieren. Andererseits hat Ihre Vorgesetzte auch für Sie -anders als für Ihre Kolleginnen und Kollegen- erschwerte Bedingungen festgesetzt. Wenn Sie hierfür Beweise hätten könnte es Ihnen möglicherweise gelingen, vor Gericht zu beweisen, dass die Abmahnung zu Unrecht erfolgte.

Falls es in Ihrem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, besteht zum einen die Möglichkeit, sich hier über die Abmahnung zu beschweren (§§ 84, 85 BetrVG).

Sofern der Arbeitgeber der Beschwerde nicht abhilft, verbleibt nur die Möglichkeit, die Wirksamkeit der Abmahnung gerichtlich klären zu lassen, d.h., im Klagewege die Entfernung der ungerechtfertigten Abmahnung aus der Personalakte zu verlangen.

Eine Abmahnung ist ungerechtfertigt, wenn sie auf unzutreffenden Tatsachen oder Bewertungen beruht, dem Arbeitnehmer der Pflichtverstoß nicht nachzuweisen ist oder die Abmahnung auf einer unzutreffenden rechtlichen Würdigung des Verhaltens beruht.

Sie müssen gegen die Abmahnung allerdings nicht sofort gerichtlich vorgehen. Der Anspruch auf Entfernung einer unberechtigten Abmahnung aus der Personalakte kann auch in einem ggf. später nachfolgenden Kündigungsschutzprozess gerichtlich überprüft werden.

In beiden Fällen, d.h. bei sofortiger und auch späterer (im Kündigungsschutzverfahren) gerichtlicher Überprüfung trägt der Arbeitgeber die Beweislast für die der Abmahnung zu Grunde liegenden Tatsachen. Die Beweislast, dass die Abmahnung nicht sachlich gerechtfertigt war, läge bei Ihnen.


Mit freundlichem Gruß
Maren Pfeiffer

Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 24.07.2007 | 11:12

Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Meine Chefin war ja im Urlaub als ich die Arbeitsberichte verbucht habe. So konnt ich bei Ihr keine Hilfe anfordern. Wenn ich die Arbeitsberichte darauf hin nicht gebucht hätte dann währe das doch Arbeitsverweigerung gewesen. Oder?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.07.2007 | 16:03

Sie waren aufgrund der mangelnden Einarbeitung nicht in der Lage, die Ihnen übertragene Aufgabe zu bewältigen. Nach Ihren Angaben wurden im Restbetrieb die Nummern von den Meistern geändert. Wenn dies aus dem Grunde geschah, dass nur diese dazu in der Lage waren, kann man von Ihnen nicht verlangen, die Nummern selbst zu ändern.

Schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass Sie ja eigens im Gespräch mit Ihren Vorgesetzten erklärten, dass Sie mit den Arbeitsberichten überfordert seien und insbesondere mit dem Heraussuchen der neuen Nummern nicht klarkämen. Überdies äußerten Sie in der Unterredung, dass Ihnen die Zeit bis zur Abgabe zu knapp sei.

Es wäre an Ihren Vorgesetzten gewesen, hier auf Ihre Überlastungshinweise zu reagieren, statt einseitige Anweisungen zu erteilen und Ihnen sogar Abgabefristen zu setzen, die im Vergleich zum Restbetrieb noch knapper bemessen waren.

Hätten Sie vor diesem Hintergrund die Buchungen nicht in der angeordneten Zeit ausgeführt, hätte man Ihnen kaum eine Arbeitsverweigerung vorwerfen können.

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