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unerwartet hohe Steuerberaterrechnung

06.12.2010 14:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Sehr geehrte Damen und Herren,

zu meinem Unternehmen:
ich habe in 02/2009 eine GmbH gegründet. Im Laufe des Jahres gab es nur mich als Angestellten, Lohn wurde keiner gezahlt (entsprechend keine Lohnkosten, Steuer), da das Produkt noch entwickelt wurde gab es keinen Gewinn (auch keine Körperschaftssteuer). Es gibt keine Verpflichtungen gegenüber anderen. Im Endeffekt gab es 160 Rechnungen die ich beglichen habe.

Alles in allem ergibt dies eine sehr übersichtliche Bilanz.

Ich habe dann aufgrund von Missverständnissen mit dem Finanzamt besaten Steuerberater aufgesucht. Die Missverständnisse wurden geklärt, die Rechnung beglichen. Hierbei hat der Steuerberater auch angeboten die Bilanzierung und Veröffentlichung zu übernehmen. In einem Gespräch darüber habe ich dann die Frage gestellt : "was würde es mich kosten, wenn Sie es machen?" wobei sich das "es" auf die vorangegangenen Themen bezog. Der Steuerberater sagte, dass er das in zwei Stunden eingetragen hätte. Ich bin also von Kosten in Höhe von wenigen hundert Euro ausgegangen. Alles unterhalb von 400€ schien mir nicht wert, meine eigene Zeit zu investieren.

Die jetzt erhaltene Rechnung beläuft sich auf knapp 1500€. Der Steuerberater hat in einem Telefonat viel herumlamentiert, wollte aber nicht auf seine damalige Aussage eingehen, und hat immer wieder die Gebührenverordnung zitiert. Auf meine Frage hin, wieso er diese Gebühren nicht erwähnt hat, wenn sie schon feststanden, hatte er auch nur umständliche Erklärungen, hauptäschlich das alles klar stand.

Meine Fragen:
- Kann ich mich auf die gemachten Aussagen berufen (rein mündlich, keine Zeugen ausser mir und dem Steuerberater)
- kann ich die Steuererklärung/Veröffentlichung beim Finanzamt/im Bundesanzeiger widerufen, die Bilanz selber erstellen, und die Rechnung verweigern ?
- wie würde ich Einspruch erheben gegen die Rechnung ?

Dank im voraus
Anonym

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Das Vertragsverhältnis zwischen einem Steuerberater und einem Mandanten stellt einen Geschäftsbesorgungsvertrag dar.

Aus § 1 StBGebV ergibt sich, dass die Vergütung (Gebühren und Auslagenersatz) des Steuerberaters für seine selbständig ausgeübte Berufstätigkeit sich nach der StBGebV bemisst.
Die Höhe der Gebühren darf den Rahmen des Angemessenen nicht übersteigen und hat sich nach Zeitaufwand, Wert des Objekt und der Art der Aufgabe zu richten.

Da Sie die mündliche Aussagen bzw. Zusagen des Steuerberaters nicht beweisen können, richten sich die Gebühren daher nach der StBGebV. Ob insoweit die von dem Steuerberater aufgemachte Rechnung über EUR 1.500,00 Bestand hat, kann von hier aus leider ohne positive Kenntnis der Rechnung nicht beurteilt werden.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.


Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2010 | 16:40

Sehr geehrter Herr Roth,

ich danke Ihnen für die Antwort.

Bezüglich des Punktes

"Da Sie die mündliche Aussagen bzw. Zusagen des Steuerberaters nicht beweisen können"...

Meines Wissens nach sind auch mündliche Absprachen rechtsverbindlich. Wenn ich nach Kosten frage, eine Antwort erhalte, und daraufhin den Auftrag vergebe ist das für mich ein Kostenvoranschlag. Der Steuerberater kann genauso wenig beweisen, dass dieses Gespräch nicht stattgefunden hat. Hier steht Aussage gegen Aussage, da kann doch nicht einfach die StBGebV herangezogen werden. Das hieße ja, jeder Bürger muss sich erst erkundigen, ob es Verordnungen gibt die greifen, wenn man nicht alles schriftlich fixiert hat ? Wenn Aussage gegen Aussage steht, wird dann nicht nach Glaubwürdigkeit und Ermessen des Richters geurteilt ? Ich kann nachweisen das ich eine Bilanz erstellen kann (Betriebswirtschaftskurs) und finanziell nicht gerade in einem spendierfreudigen Zustand bin.

Mich würde ihre Meinung zu diesem Punkt interessieren.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.12.2010 | 16:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Leider ist die Situation nicht so wie Sie sie beschreiben.
Wenn Sie die Rechnung des StB nicht ausgleichen, wird dieser entweder das gerichtlich Mahnverfahren einleiten oder gleich eine Honorarklage erheben.

Als (Honorar-)Kläger ist er gehalten, seinen Honorarspruch darzulegen und zu beweisen.
Es besteht unstreitig ein Auftragsverhältnis zwischen Ihnen und dem StB.
Wenn der StB nach den Sätzen der StBGebV abgerechnet hat und dies in der Sache auch nicht zu beanstanden ist, wäre die Klage begründet.

Wenn Sie nun im Gegenzug die Gebührenhöhe bestreiten und behaupten, es hätte eine mündlche Abrede zwischen Ihnen und dem StB gegeben, sind für diese Behauptung darlegungs- und beweisbelastet.

Können Sie dann weder eine schriftliche Unterlage noch Zeugen anführen, werden Sie mit Ihrer Behauptung leider nicht gehört werden und die Klage des StB wird in vollem Umfang durchgehen.
In diesem Szenario gehe ich davon aus, dass die einzelnen Rechnungspositionen des StB nicht zu beanstanden sind.

Es tut mir leid, wenn ich Ihnen in der Sache keine besseren Aussichten vermitteln kann.




Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

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