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unehrlicher Makler

08.04.2017 12:06 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Zustandekommen eines Maklervertrages. Ursächlichkeit bei einer Nachweistätigkeit.

Hallo wir benötigen etwas Hilfe.

Es ist etwas kompliziert, aber ich hoffe es ist verständlich.

En Makler hat ein Inserat für ein Haus aufgeben auf dieses haben wir uns gemeldet,
das Haus war aber schon reserviert.
Der Makler bot uns eine weitere Immobilie (gleicher Preis im Nachbarort*) an, es würde für das Haus keine Anzeigen geben, die Verkäuferin wolle keine Anzeigen schalten, es solle alles sehr diskret ablaufen.
Er vermittelte uns, dass das Haus exklusiv bei ihnen im Angebot sei.
Wir recherchierten selber und fanden das Haus noch bevor wir ein Exposé erhalten hatten, aufgrund der exklusiven Tätigkeit die der Makler uns gesagt hatte, unternahmen wir nichts weiter.
Wir bekamen ein Exposé nachdem wir über die Widerrufsbelehrung und der Vorzeitig-Tätigwerden-Klausel informiert wurden.

Nun stellte sich heraus der Makler hatte keinen exklusiven Vertrag mit der Verkäuferin,
er hatte ihr Inserat im Internet gefunden und wurde nun selber tätig.
Nahm Kontakt zur Verkäuferin auf.
Notiz am Rande: Angaben in dem Exposé von ihm waren falsch. Preis zu hoch, Zimmer genannt, dass es gar nicht gab.

Die Verkäuferin bietet dem Makler da dieser immer merkwürdiger/dubioser wurde nun auch keine Besichtigungstermine mehr an.

Der Makler meldet sich nun bei uns per Telefon und unterrichtet uns die Verkäuferin wolle nicht mehr mit ihnen arbeiten und schickte eine email mit den Kontaktdaten der Verkäuferin.
In dem Telefonat sagt der Makler eine Provision würde bei Vertragsabschluss trotzdem fällig.

Das Kontaktdaten der Verkäuferin hatten wir aber schon bevor der Makler uns diese zuschickte selber im Netz gefunden (Anzeige der Verkäuferin).

Die Verkäuferin hat nie einen Vertrag mit dem Makler gehabt,
lediglich geduldet, dass dieser Bestandskunden (waren wir zu dem Zeitpunkt noch nicht) vermitteln dürfe.


Ich habe kein Problem damit eine Provision für geleistete Arbeit zu bezahlen.
Aber ich fühle mich in diesem Fall von dem Makler betrogen, es gab keinen exklusiven Vertrag mit der Verkäuferin, so hätten wir mit dem Makler nicht zusammengearbeitet.

Eine Besichtigung hat noch nicht stattgefunden und die Widerrufsfrist ist noch nicht abgelaufen. (Wir sind aber unsicher, was wir da reinschreiben sollen.)

Muss ich bei einem Erwerb der Immobilie den Makler trotzdem bezahlen.
Er ist nun weder bei Besichtigungen noch irgendwelchen Verhandlungen oder Vertragsdetails dabei, noch bei der Findung eines Besichtigungstermins.
Zudem wie geschrieben fühlen wir uns schon betrogen und reingelegt.
Dies ist doch kein ehrliches Makler Gebaren.

Für Tipps oder Hinweise wie wir weiter verfahren sollten wären wir sehr dankbar.

Herzlichen Dank.
Familie Ratlos

*die Anzeichen lassen vermuten, dass es das ursprüngliche Haus gar nicht gab,
es war lediglich ein Inserat um für das Haus, für das nicht geworben werden sollte Kunden zu finden.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Voraussetzung für einen Provisionsanspruch ist das Zustandekommen eines Maklervertrages. Dabei kann der Maklervertrag durch schlüssiges (konkludentes) Handeln geschlossen werden. Eine schriftlicher Maklervertrag ist nicht Voraussetzung für das Zustandekommen.

Weitere Voraussetzung ist, dass der Makler deutlich macht, dass für seine Tätigkeit ein Provisionsanspruch entsteht. Haben Sie die Dienste des Maklers nach Mitteilung der Provision in Anspruch genommen, kommt ein Maklervertrag zustande.

2. Aber selbst wenn hier ein Maklervertrag zustande gekommen ist, heißt dies nicht, dass auch ein Provisionsanspruch verdient worden ist.

Die Tätigkeit des Maklers in Form eines Nachweises oder einer Vermittlung muss ursächlich gewesen sein, dass ein Hauptvertrag geschlossen worden ist bzw. noch geschlossen wird.

Bei einer Nachweistätigkeit reicht es hierfür aus, dass der Makler Ihnen die erforderlichen Kenntnisse verschafft hat, um mit dem Verkäufer in Verhandlungen zu treten.

Dabei kann es ausreichend sein, wenn der Makler Ihnen die Adresse des Eigentümers übermittelt. Ob der Makler hier einen Vertrag mit der Eigentümerin zur Vermittlung des Grundbesitzes hatte, ist hierbei nicht von Belang.

3. Nach Ihren Angaben hatten Sie die Kontaktdaten der Eigentümerin selbst ermittelt und was wichtig ist, bevor der Makler Ihnen diese übermittelt hat. Für diesen Fall fehlt es an der Nachweistätigkeit. Auch wenn der Makler Ihnen ein Exposé übermittelt hat, hat er den erforderlichen Nachweis aufgrund der Vorkenntnis nicht erbringen können.

4. Aus diesem Grunde sehe ich keinen Provisionsanspruch des Maklers.

5. Zur weiteren Vorgehensweise müssen Sie nunmehr entsprechende Beweise sichern, sollte der Makler versuchen seinen Provisionsanspruch durchzusetzen.

Machen Sie einen Ausdruck von der Anzeige der Verkäuferin mit einem Vermerk, wann Sie diese Anzeige gefunden haben. Soweit Sie einen Maklervertrag geschlossen haben, kündigen Sie diese und widerrufen Sie diesen rein vorsorglich. Im weiteren sollten Sie sich von der Eigentümerin bestätigen lassen, dass der Makler weder einen Auftrag hatte noch befugt war Besichtigungen durchzuführen.

Sollte der Makler eine Provision fordern, verweisen Sie diesen auf Ihre Vorkenntnis und das fehlerhafte Expose.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.04.2017 | 09:27

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen Dank für ihre ausführliche Antwort.
Die Beweissicherung ist etwas schwierig, aber wir werden es versuchen.

Spielt der Fakt, dass wir den Vertrag nur eingegangen sind, da uns eine Exklusivität vermittelwurde keine Rolle?

Was soll ich im Widerruf unter dem Punkt

die Erbringung der folgenden Dienstleistung

für eine Dienstleistung nennen?

In unserem Widerrufsformular ist da Feld zum Eintragen.


Vielen Dank
Familie Ratlos

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.04.2017 | 12:40

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Einen Grund für den Widerruf müssen Sie nicht angeben. Lassen Sie das Feld daher frei.

Da die Maklertätigkeit für einen Abschluss des Hauptvertrages aufgrund der Vorkenntnis nicht ursächlich war, fehlt es hier bereits an einem Provisionsanspruch. Insoweit kommt es auf die versprochene Exklusivität nicht an. Diese sollte aber in einem möglichen streitigen Verfahren angeführt werden, damit sich das Gericht einen Überblick über die Arbeitsweise des Maklers machen kann.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

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