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unbezahlte Rechnungen Mahnverfahren

01.03.2016 10:25 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Ich bin Heilpraktikerin. Ein Patient kam mehrmals zu einer Erstanamnese, Blutabnahme, Beratung, Durcharbeiten eines ganzen Ordners bisheriger Befunde, Rezepte und mehrere Infusionen 2008 in meine Praxis und bezahlte seine Rechnungen. Ich habe eine sehr gut gehende Praxis, mache sehr viele Fortbildungen, also hohe Qualität der Praxisarbeit.
2013 kam der Patient wieder zur Erstanamnese, Blutabnahme 2 teure Infusionen, Durcharbeiten eines ganzen schmalen Leitzordners seiner bisherigen Befunde, Besprechung der Laborergebnisse und Ausstellen vieler Rezepte - Preis der praxisarbeit: ca. 350 Euro. Es wurden Nahrungsergänzungsmittel in Höhe von 200 Euro mitgegeben.
Alle 4 Rechnungen wurden nicht bezahlt. Da ich sehr viel Arbeit habe und auch noch
einen extremen Krankheitsfall in meiner persönlichen Umgebung hatte, komme ich erst
jetzt dazu, diese Rechnungen anzumahnen. Ich habe die Rechnungen ausgestellt im April 2013, 1. Mahnung am 19.02.16 - kein Zahlungseingang.
Irgendwann rief mich der Patient an (ca. 2014) und behauptete am Telefon, dass er alles bar bezahlt hätte. Ich schreibe für jede Barzahlung einen Beleg aus, es läuft nichts schwarz in der Praxis. Es gibt keinen Beleg und ich kann mich sehr sehr genau erinnern, er hatte es sehr eilig, angeblich, um die Fähre auf dem Chiemsee zur Fraueninsel (dort ist er Koch) noch zu erreichen...Er sagte auch noch, dass er kein Bargeld dabei hätte.
Müßte ich künftig alle Patienten unterschreiben lassen, dass sie in meiner Praxis waren (Zeitangaben), weil sonst die Patienten behaupten könnten, dass sie gar nicht da waren?
In diesem Fall kann ich jedenfalls wenigstens beweisen, dass ich dem Patienten Blut abgenommen habe, es gibt ja Laborergebnisse. Wie würde ein Richter entscheiden?
Wenn jemand sich Blut abnehmen läßt, kommt auch ein Laborergebnis, dann gibt es
sicher auch eine Besprechung der Ergebnisse. Wie würde ein Rechtsstreit ausgehen,
wenn der Patient keine Belege vorlegen kann, dass er bezahlt hätte? Laufe ich Gefahr,
dass mir am Schluß noch hohe kosten entstehen, wenn ich die Forderung gerichtlich
geltend mache, weil der patient ohne die Begleichung der Rechnungen durchkommt?
Wie soll ich hier weitermachen ohne Kosten aber mit Erfolg beim Eintreiben der Forderung (2. Mahnung selber schreiben, oder vor der 2. Mahnung Fall an das Inkassobüro weitergeben, gerichtlich eintreiben)?
Vielen Dank für die Beratung!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In einem Prozess müssten Sie beweisen, dass Sie die behaupteten Leistungen tatsächlich erbracht haben und der Patient, dass er diese bezahlt hat.

Wenn Sie behaupten, dass Behandlungen stattgefunden haben, könnte diese Tatsache theoretisch bestritten werden. Je genauer Sie aber beschreiben können, an welchen Tagen er in Ihrer Praxis war und welche Behandlungen vorgenommen wurden, desto substantiierter müsste er die Inanspruchnahme der Behandlungen bestreiten. Einfach zu behaupten, dass er nicht dagewesen ist, reicht dann nicht. Nach Ihren Ausführungen sind die Erfolgsaussichten daher als positiv zu beurteilen. Darüber hinaus müssten Sie auch darlegen und ggf. beweisen, dass Sie die konkret abgerechneten Behandlungsmaßnahmen im Einzelnen erbracht haben und dass Sie die Behandlung der Höhe nach abrechnen durften. Sollte eine Vergütungsvereinbarung getroffen worden sein, wird dies nicht besonders schwierig. Ansonsten müssten Ihre Abrechnung danach überprüft werden, ob Sie der Höhe nach ortsüblich sind.

Die vorgenannten Probleme würden sich aber nur dann ergeben, wenn der Patient die genannten Punkte bestreitet. (In dieser Hinsicht wäre es sicherlich hilfreich, wenn Sie eine schriftliche Bestätigung der in Anspruch genommenen Leistungen hätten.) Es ist Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht eindeutig zu entnehmen, ob dies der Fall ist.

Ihren Angaben zufolge, kann der Patient nicht beweisen, dass er die Rechnung beglichen hat. Er wird mit diesem Einwand daher nicht durchkommen.

Sollte der Patient auch auf eine weitere Mahnung nicht reagieren, werden Sie Ihre Forderung gerichtlich geltend machen müssen. Hierfür können Sie persönlich einen Mahnbescheid beantragen. Dies ist kostengünstig. Der Schuldner hat aber die Möglichkeit zu widersprechen, so dass letztlich nur die Geltendmachung vor einem Gericht übrig bliebe. Sollten Sie gewinnen, hat die Kosten allerdings der säumige Schuldner zu zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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