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Umschulung - Weiterbildung


19.10.2006 12:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



sehr geehrte damen und herren,
ich habe folgendes problem, ich habe zum 30.09.2006 meine ausbildung zur krankenschwester abgeschlossen und bin nun arbeitslos.da ich alleinerziehend bin bekomme ich arbeitslosengeld sowie harz 4 ergänzend. aufgrund der tatsache dass ich alleinerziehend bin und meine tochter erst 2 jahre alt ist wird sich an meiner arbeitslosigkeit erstmal nichts ändern.
nun gäbe es da aber die möglichkeit einer umschulung bzw. weiterbildung zur hebamme, die in meinem fall äußerst erfolgsversprechend wäre, da ich bereits eine schriftliche übernahme erklärung in einer gut laufenden hebammenpraxis nach dem examen vorzuweisen habe.
die hebammenschule in wilhelmshaven (www.die-schule.de standort wilhelmshaven, bildungsangebote)bietet neuerdings ein verkürzte ausbildung zur hebamme an, für arbeitslose krankenschwestern oder welche die von der arbeitslosigkeit bedroht sind. wenn sie die förderungskreterien der agentur für arbeit erfüllen. dort sagte man mir, ich müsste erst 4 jahre arbeitslos sein um anspruch zu haben!!!
meine frage, gibt es noch einen andren weg bzw. andere argumente die ich vorbringen kann?gibt es sogenannte sonderregeln für leute mit großen erfolgsaussichten? und an wen kann ich mich sonst noch wenden?

ich bedanke mich für ihre mühe
mit freundlichem gruß

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Sehr geehrte Fragestellerin,

die Förderung von Arbeitslosen in Bezug auf Weiterbildungsmaßnahmen ist in § 77 SGB III grundlegend geregelt. Daneben existieren noch eine Vielzahl von Verwaltungsvorschriften.

§ 77 SGB III:

(1) Arbeitnehmer können bei beruflicher Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden, wenn

1.
die Weiterbildung notwendig ist, um sie bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine ihnen drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil bei ihnen wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist,

2.
vor Beginn der Teilnahme eine Beratung durch die Agentur für Arbeit erfolgt ist und

3.
die Maßnahme und der Träger der Maßnahme für die Förderung zugelassen sind.

Als Weiterbildung gilt die Zeit vom ersten Tag bis zum letzten Tag der Maßnahme mit Unterrichtsveranstaltungen, es sei denn, die Maßnahme ist vorzeitig beendet worden.


(2) Anerkannt wird die Notwendigkeit der Weiterbildung bei Arbeitnehmern wegen fehlenden Berufsabschlusses, wenn sie

1.
über einen Berufsabschluss verfügen, jedoch auf Grund einer mehr als vier Jahre ausgeübten Beschäftigung in an- oder ungelernter Tätigkeit eine entsprechende Beschäftigung voraussichtlich nicht mehr ausüben können, oder

2.
nicht über einen Berufsabschluss verfügen, für den nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist. Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss, die noch nicht drei Jahre beruflich tätig gewesen sind, können nur gefördert werden, wenn eine berufliche Ausbildung oder eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme aus in der Person des Arbeitnehmers liegenden Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist.

(3) Dem Arbeitnehmer wird das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Förderung bescheinigt (Bildungsgutschein). Der Bildungsgutschein kann zeitlich befristet sowie regional und auf bestimmte Bildungsziele beschränkt werden. Der vom Arbeitnehmer ausgewählte Träger hat der Agentur für Arbeit den Bildungsgutschein vor Beginn der Maßnahme vorzulegen.


Da Sie einen Berufsabschluss besitzen, kommt der Absatz 2 des § 77 SGB III bei Ihnen nicht zur Anwendung, womit die Auskunft Ihrer Beraterin, 4 Jahre warten zu müssen, falsch sein dürfte. Dies gilt mithin nur für Arbeitslose, die keinen Berufsabschluss besitzen.

Somit gilt für Sie vor allem die Regelung des ersten Absatzes. Wenn durch die Weiterbildung die Chance beträchtlich erhöht wird, nach Abschluß der Weiterbildung aus der Arbeitslosigkeit entlassen zu werden, dürfte zumindest eine ermessensfehlerfreie Entscheidung in Bezug auf Ihren Antrag möglich sein.

Sie sollten sich daher nochmals direkt mit einem entsprechenden Antrag um die Förderung der Weiterbildung bemühen. Gegen eine mögliche Ablehnung ist dann auch der Rechtsweg offen.

Weiterhin bestehen Fördermaßnahmen nach dem Berufsbildungsgesetz oder den Europäischen Soziafond.

Ich hoffe, Ihre Fragen hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de
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