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üble nachrede, verleumdung bei vermieter?


30.01.2007 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Hallo liebe Experten.

Folgende Beschreibung handelt evtl. von "üble Nachrede", "Verleumdung" und zieht vl. noch einen Betrug mit sich.

Da ich noch studiere, habe ich etwas Bedenken vor einer Anzeige, da ich vor den mögl. Folgekosten noch zurückschrecke.

Unter folgender Frage ist der Fall zu lesen:
handelt es sich um üble Nachrede, oder Verleumdung und wie könnte der Verlauf einer Strafanzeige aussehe, also auch finanziell?

In einer Wohngemeinschaft mit vier Mietern, kommt es zu nach einer WG-Besprechung zu einem Streit zwischen Person A und Person B. Person A verlangte von Person B, dass diese mit privaten Sachen und ihrer Privatsphäre respektvoller umgehen solle (Person B hat nämlich Unterwäsche und Rasierer von Person A öfters ungefragt benutzt). Person B fühlt sich angegriffen und erklärt im Streit, dass sie ausziehen werde und nichts mehr mit Person A zu tun haben wolle. Danach herscht Funkstille zwischen den zweien.
In dieser Zeit kommt es aber nochmals zur kurzen Konfrontation, Person B sucht Person A auf und bezeichnet sie und ihre Familie als kalt und gehässig. Person A reagiert nicht auf diese Beleidigung und schweigt.
Tage später sucht Person B erneut Person A auf und entschuldigt sich für die Vorfälle. Person A nimmt diese Entschuldigung an und es scheint, als wäre die Freundschaft wieder gerettet.
Wochen später vermisst Person A eine Storyboardzeichnung, auf der eine Person eine andere mit einer Waffe bedroht. (Die gezeichneten Personen sind skizzenhaft und haben keine Ähnlichkeit mit realen Personen.) Als Person A die Zeichnung sucht, findet sie diese im Zimmer von Person B; die Zeichnung ist zerissen. Person A spricht Person B darauf an, diese verweigert jegliche Form von Gespräch und schreit Person A an, dass diese mal wieder in die Psychatrie solle. Person B verlässt darauf hin die Wohnung und zieht vorerst zu einer Freundin.
Person A ist fühlt sich verletzt und schreibt Person B eine SMS in der Art von "Diesmal bist du zuweit gegangen, Dummheit schützt vor Folgen nicht".

Als Person B nach einer Woche wieder auftaucht, erklärt sie einem Mitbewohner, dass sie bei der Polizei gewesen sei und sich nicht mehr alleine in die Wohnung traue. Sie werde schnellst möglich ausziehen. Der andere Mitbewohner erfährt davon, ruft Person B an und will sich nach ihr erkundigen. Person B erklärt ihm, dass sie diesen Psychoterror nicht mehr aushalten würde, dass Person A auch noch den anderen Mitbewohner rauseckeln würde. Außerdem sagt sie, dass sie ihr Vater mit dem Vermieter gesprochen hätte, und sie aufgrund des Psychoterrors, für einen gewissen Zeitraum die Miete erstattet bekäme.

Verwundert über diese Aussagen informiert der Mitbewohner die anderen WG-Bewohner. Sie beschließen den Vater von Person B zu kontaktieren, um ihn und Person B zum Gespräch einzuladen. Ziel des Gesprächs soll sein, Mißverständnisse aufzuklären und den Vater oder Person B um eine Richtigstellung beim Vermieter, bei Bekannten (die in gewisserweise auch den Arbeitgeber von Person A einschließen) und ggfs. bei der Polizei zu bitten.

Als es beim endgültigen Auszug von Person B zum Gespräch kommen könnte bzw. sollte, wollen Person B und ihr Vater kein Gespräch mehr. Sie wollen das ganze nicht wieder aufrollen. Sie gehen.

Person A hat nun Befürchtungen, dass die falschen Aussagen von Person B die Beziehung zwischen Vermieter und Person A beeinflussen könnte. Sowie dies zum Arbeitnehmer und zu anderen Bekannten.
Person A hat mittlerweile erfahren, dass Person B bei der Polizei tatsächlich eine Aussage gemacht hat. Person B gab in etwa zu Protokoll, dass die psychotisch auffällige Person A sie seit einem halben Jahr, als Person B ein kurzes Verhältnis mit einem Mitbewohner hatte systematisch rausekeln wollte.




=> Person A überlegt jetzt ob sie den Rechtsweg eingehen soll. Schließlich hat sie Zeugen, wie Mitbewohner, Freund und andere Bakannte.

Ich denke der oben beschrieben Fall kann unter Verleumdung oder üble Nachrede eingestuft werden. Ist dies korrekt?

=> Wie könnte die Sache sich nach der Anzeige entwickeln. Person A ist sich unsicher, da evtl. zu hohe Anwaltsnwalts kosten auf sie zu kommen würden.
Braucht man in so einem Falle als Kläger überhaupt einen Anwalt und wenn ja, würden die Kosten nicht auf den Angeklagten fallen (bei einem für den Kläger positiven Urteil)

Vielen Dank für die Zeit und Mühe.


PS:
noch ein paar Hintergrundsinformationen:
-Person B hat vor einiger Zeit -unabhängig von der Auseinandersetzung- schonmal angekündigt, dass sie, Aufgrund persönlicher Probleme Ausziehen werde.
-Die Mitbewohner sowohl als auch andere Menschen im Umfeld der Personen A und B könnten bezeugen, dass Person A niemals psychoterror o.ä. gegen Person B geübt hat.
-ein Mitbewohner könnte bezeugen, dass Person B sich selbst schon als neidisch auf Person A bezeichnete.
-Die Mitbewohner vermuten, dass Person B Aufgrund persönlicher, psychischer Probleme, eine Art Verschwörung oder eine Art Psychoterror hinter unbedeutenden Sachen wie z.b. die Zeichnung sah.

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).
Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Ich gehe einmal davon aus, dass es sich bei Ihnen um Person „A“ handelt.
Falls Sie Strafanzeige gegen „Person B“ stellen wollen, so käme u.U., wie bereits von Ihnen erwähnt, ein Beleidigungsdelikt in Betracht.
Ein derartige Strafanzeige dürfte nicht mutwillig erfolgen.
Den hier notwendigen Strafantrag können Sie bei der Polizei stellen. Kosten entstehen Ihnen hierbei nicht. Auch benötigen Sie dafür keinen Rechtsanwalt.


Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.
Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2007 | 14:04

Vielen Dank für ihre rasche Antwort.
Sie schreiben, ein Beleidigungsdelikt käme in Betracht. Wie sieht es aus mit üble Nachrede? Schließlich könnte z.B. die Aussage von Person B beim Vermieter, um vorzeitig aus dem Mietvertrag zu kommen, für mich bzw. Person A folgen für mein Mietverhältnis haben.
Dass eine Strafanzeige nicht mutwillig erfolgen darf ist mir klar. Doch was sind die Unterschiede zwischen Strafanzeige und Strafantrag?


Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2007 | 10:59

Sehr geehrter Fragesteller.

Gerne will ich Ihre Nachfrage beantworten.
Übled Nachrede, Beleidigung, Verleumdung, etc. sind alles sog. Beleidigungs- bzw. Ehrdelikte.
Die Ehrdelikte sind Antragsdelikte. D.h. sie werden im Gegensatz zu Offizialdelikten (wie etwa Mord, etc.) nur auf Antrag verfolgt.
Voraussetzung ist also in Ihrem Fall ein Strafantrag.
Für Offizialdelikte genügt eine Strafanzeige.

Person B kann nicht ohne Weiteres aus dem Mietvertrag heraus. Sofern hier kein nachweisbarer Grund vorliegt, besteht im Innenverhältnis (Mieter untereinander) eine Ausgleichspflicht. D.h. Person B müsste u.U. bei einem ungerechtfertigten Auszug dennoch einen Teil der Mietkosten tragen. Ohne Weiteres können weder Person B und der Vermieter den Mietvertrag nicht ändern, sofern hier noch andere Personen Vertragspartei sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

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