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überlappendes Dach


28.09.2005 12:06 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Frau Anwältin, Sehr geehrter Herr Anwalt,
Seit gut zwei jahren habe ich mein Dach durch eine Firma erneuren lassen, nun habe ich ein Schreiben meiner Nachbarin bekommen dass mein Dach 20 cm überlappen würde und der untere Teil auf Ihren Ziegeln aufliegen würde, das sie verhindert Ihr Dach abzudecken und an meines anzupassen. Weiterhin wirft Sie mir vor dass ich die Dachfläche beider Häuser verändert habe. Die Firma musste damals das Dach einseitig heben damit es eine gerade Linie ergibt, was vorher nicht der Fall war, da es sich um ein Altbau handelt.So weit ich mich erinnern kann, wurde das Dach überlappen gelassen,damit der Zwischenraum beider Häuser trocken und geschützt bleibt. Kann meine Nachbarin mich nach so langer Zeit zwingen den Dachüberstand rückgängig zu machen? Und wer kommt für diese Kosten auf, ich als Eigentümerin oder die damals beauftragte Firma? Danke im Voraus für Ihre Antwort
Sehr geehrter Ratsuchender,

da Ihnen hier weder Vorsatz, noch grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen und Ihnen in diesem Fall auch nicht ein Verschulden des Unternehmers zugerechnet werden kann (BGH Urteil vom 24.06.1964, Az.: V ZR 162/61), können Sie hier nicht zu Ersatzzahlungen herangezogen werden. Hier mag die Nachbarin sich ggfs. an das Unternehmen halten.

Zwar wäre es grundsätzlich möglich, dass die Nachbarin den Rückbau verlangen kann.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die Nachbarin SOFORT nach den Bauarbeiten Widerspruch eingelegt hätte. Da davon nach Ihrer Schilderung nicht auszugehen ist, so dass die Nachbarin den jetzigen Zustand zu dulden hat. Aber die Nachbarin hat dann einen Anspruch auf eine angemessene Geldrente für die zu ertragende Duldung, zu deren Zahlung Sie als Eigentümer verpflichtet sind.

Sofern nun aber ein Verschulden des Unternehmers vorliegt (was wesentlich von der Autragsvergabe abhängen wird), können Sie diese von Ihnen grundsätzlich zu zahlende Rente vom Unternehmer fordern.

Daher sollten Sie die Unternehmer von den Forderungen der Nachbarin in Kenntnis setzen und dieses auffordern, Sie von Forderungen Ihrer Nachbarin freizustellen.

Da es auf die Verträge und die Auftragsvergabe ankommen wird, wird in Ihrem Fall eine individuelle Beratung notwendig sein, bei der auch alle Unterlagen zu prüfen sind. Da dieses in diesem Forum so nicht geleistet werden kann (siehe Button "Hilfe"), kann ich nur weiter dazu raten, einen Kollegen vor Ort zu beauftragen.

Insgesamt rate ich aber dazu, eine für alle Beteiligten vernünftige Lösung zu finden, um das Nachbarschaftsverhältnis nicht weiter zu belasten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 28.09.2005 | 14:37

Danke für Ihre Antwort Frau Rechtsanwältin. Weder mündlich noch schriflich hat meine Nachbarin Einwände gehabt, bis vor einer Woche! Das Nachbarschaftsverhältnis ist sowieso schon gestört und wir kommunizieren nur noch schrifltlich miteinander. Nun meine Nachfrage:Wie hoch ist diese Geldrente ungefähr, wer entscheidet diese Summe? Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.09.2005 | 14:47

Grundlage bei der Berechnung der Rente wäre der Verkehrswert der Beeinträchtigung.

Da bisher eine Beeinträchtigung nicht gegeben ist (offenbar will die Nachbarin konkret Ihr Dach gar nicht decken lassen), dürfte der Wert als sehr gering eingestuft werden, wobei es auf alle Einzelheiten ankommt, die hier nicht bekannt sind und daher auch nicht geprüft werden können. Deshalb würde ich vorsichtig von einem Betrag von 150,00 EUR pro Jahr ausgehen, wobei zur genauen Bestimmung aber wirklich alle Einzelheiten bekannt sein müssten, deshalb kann dieses nur als ungefährer Anhaltspunkt gewertet werden.

Sofern Sie einen Kollegen nicht einschalten wollen, sollten Sie ggfs. auch einmal daran denken, den Schiedsmann für Nachbarschaftsstreitigkeiten (wird Ihnen durch die Gemeinde benannt) einzuschalten. Vielleicht läßt sich dann die Sache schnell doch noch regeln - gleichwohl sollten Sie den Unternehmer informieren.

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