Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

testament/auslegung


| 27.07.2007 00:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



meinem lebenspartner gehört das haus in dem ich wohne.er hat ein testament gemacht das wie folgt lautet

als alleinerbin soll frau...das haus(adresse),sowie das dazugehörige hauskonto (kontonummer) bekommen.

mein partner hat noch vater und 3 geschwister.er hat sie weder enterbt,noch hat er sie in einem testament bedacht.

frage1:hat das testament gültigkeit bei dieser formulierung?
frage2:wie wird das wort alleinerbin definiert(bezieht sich "alleinerbin"in dem moment nur auf das haus?
bin ziemlich beunruhigt !! danke vorab

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit dem Testament Ihres Lebenspartners Stellung und beantworte diese wie folgt:


frage1:hat das testament gültigkeit bei dieser formulierung?

Die von Ihnen zitierte Formulierung hat zwar Auswirkungen auf die Auslegung der testamentarischen Regelung, s.u. Frage 2. Sie führt aber nicht zur Unwirksamkeit des Testaments. Vielmehr ist dieses gem. dem nachfolgend zitierten § 2247 BGB unter den folgenden Voraussetzungen gülitg/wirksam:

㤠2247
Eigenhändiges Testament
(1) Der Erblasser kann ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.
(2) Der Erblasser soll in der Erklärung angeben, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Orte er sie niedergeschrieben hat.
(3) Die Unterschrift soll den Vornamen und den Familiennamen des Erblassers enthalten. Unterschreibt der Erblasser in anderer Weise und reicht diese Unterzeichnung zur Feststellung der Urheberschaft des Erblassers und der Ernstlichkeit seiner Erklärung aus, so steht eine solche Unterzeichnung der Gültigkeit des Testaments nicht entgegen.
(4) Wer minderjährig ist oder Geschriebenes nicht zu lesen vermag, kann ein Testament nicht nach obigen Vorschriften errichten.
(5) Enthält ein nach Absatz 1 errichtetes Testament keine Angabe über die Zeit der Errichtung und ergeben sich hieraus Zweifel über seine Gültigkeit, so ist das Testament nur dann als gültig anzusehen, wenn sich die notwendigen Feststellungen über die Zeit der Errichtung anderweit treffen lassen. Dasselbe gilt entsprechend für ein Testament, das keine Angabe über den Ort der Errichtung enthält.“

Wesentlich ist hierbei, dass das Erfordernis der eigenhändig gechriebenen Erklärung nur dann gewahrt ist, wenn das Testament Ihres Lebenspartners von diesem persönlich handschriftlich (!) errichtet wurde.

Bei Einhaltung der o.g. Voraussetzungen ist das von Ihnen zitierte Testament ohne weiteres gültig.


frage2:wie wird das wort alleinerbin definiert(bezieht sich "alleinerbin"in dem moment nur auf das haus?

Wie Sie bereits richtig erkannt haben, liegt die Problematik in der Formulierung des Testaments. Denn § 2087 BGB trifft folgende Auslegungsregel:

„2087
Zuwendung des Vermögens, eines Bruchteils oder einzelner Gegenstände
(1) Hat der Erblasser sein Vermögen oder einen Bruchteil seines Vermögens dem Bedachten zugewendet, so ist die Verfügung als Erbeinsetzung anzusehen, auch wenn der Bedachte nicht als Erbe bezeichnet ist.
(2) Sind dem Bedachten nur einzelne Gegenstände zugewendet, so ist im Zweifel nicht anzunehmen, dass er Erbe sein soll, auch wenn er als Erbe bezeichnet ist.“

Da in dem Testament Ihres Lebensgefährten lediglich bestimmt ist, Sie „als alleinerbin das haus(adresse ,sowie das dazugehörige hauskonto (kontonummer) bekommen“ sollen, greift § 2087 Abs. 2 BGB. Somit ist davon auszugehen, dass Sie trotz der Bezeichnung als Alleinerbin nicht Erbin nach Ihrem Lebensgefährten werden.

Vielmehr verbleibt es bzgl. der Erbenstellung bei der gesetzlichen Erbfolge, wonach der Vater Ihres Lebenspartners Erbe würde.
Die testamentarische Bestimmung, dass Sie das Haus und das Hauskonto bekommen sollen, würde somit lediglich dazu führen, dass Ihnen das Haus und das Hauskonto als sog. Vermächtnis wirksam zugewendet wird.

Während der Vater Ihres Lebensgefährten aufgrund der testamentarischen Formulierung somit Erbe würde und somit vollkommen in die Rechte und Pflichten seines Sohnes eintreten würde, stünde Ihnen als Vermächtnisnehmerin lediglich ein Anspruch gegen den Erben auf Übereignung des Hauses und des Hauskontos zu. Ihre Rechte und Pflichten wären somit auf das Haus und das Hauskonto begrenzt, während der Vater Ihres Lebensgefährten bzgl. sämtlicher sonstiger Vermögensgegenstände als Erbe berechtigt und verpflichtet würde.

Sofern Ihr Lebenspartner eine weitergehende Berechtigung Ihrer Person wünschen sollte (bspw. im Sinne einer echten Alleinerbeneinsetzung) sollte ein neues Testament mit klarerer Formulierung im Hinblick auf die Auslegungsregel des § 2087 BGB erstellt werden.

Selbstverständlich wäre ich gerne bereit, Ihrem Lebensgefährten bei einer rechtssicheren Formulierung behilflich zu sein und/oder ein von ihm entworfenes Testament juristisch zu prüfen.

Sofern Sie dies wünschen, bitte ich um kurze Mitteilung an ra-fey@web.de
Ich würde sodann zur Besprechung der weiteren Vorgehensweise auf Sie zukommen und Ihnen mitteilen, welche Informationen und Unterlagen ich noch benötige.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2007 | 08:08

sehr geehrte frau fey,


bekomme ich aufgrund des testaments einen erbschein?
wie regelt sich das mit wenn der vater ,muss ich mich mit ihm auseinandersetzen betr."übereignung"?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2007 | 10:34

Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

einen Erbschein werden Sie aufgrund der Formulierung im Testament leider nicht erhalten, da gem. § 2087 Abs. 2 BGB leider davon auszugehen ist, dass Sie lediglich ein Vermächtnis, nämlich Haus und Hauskonto, erhalten und trotz Ihrer Bezeichnung als "Alleinerbin" nicht juristisch Erbin werden.

Dennoch haben Sie aufgrund des Vermächtnisses (Haus + Hauskonto) selbstverständlich einen Anspruch gegen den Erben (hier: Vater), dass dieser Ihnen Haus + Hauskonto übereignet.

Sollte sich der Vater weigern, Ihnen das Haus und das Hauskonto zu übertragen, müssten Sie Ihren Übereignungsanspruch ggf. gerichtlich geltend machen. Auch diesbzgl. stünde ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Derzeit hoffe ich, Ihre Rückfrage damit beantwortet zu haben, und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"sehr geehrte frau fey, sie haben mir sehr geholfen! vielen dank für die schnelle bearbeitung meiner fragen.werde mich, wenn nötig, an sie wenden . mit freundlichen grüssen
"
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER