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testament anfechten

05.02.2015 15:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Ihre Frage Frage betrifft das Erbrecht nach Ihrem Vater, das notarielle (öffentliche) Testament und die Adoption. Sie Fragen weiter nach den Voraussetzungen und Chancen einer Testamentsanfechtung durch entferntere Verwandte (Cousins), die auch die Geschäftsfähigkeit Ihres Vater in Zweifel ziehen.

Mein Vater(68) ist am 30.1.2015 verstorben an einem sehr bösartigen gehirntumor,er hat 2011 beim notar ein testament gemacht und mich(45) als alleinerbin eingesetzt und mir eine generalvollmacht erteilt,ein paar monate später also 2011 hat er mich doptiert,er hat keine weiteren kinder und war nie verheiratet,nun seit bekannt ist das mein vater verstorben ist tat sich seine restliche verwandschaft (mit der er 20jahre keinen kontakt hatte) zusammen ,ungefähr 12 cousinen und cousin und wollen das testament anfechten,ich habe erfahren das sie beweisen wollen das mein vater nicht testierfähig war und auch bei der adoption nicht wußte was er tat,welche chanchen haben die cousinen und cousin? ,kann es vor gericht kommen?mit was muß ich im allerschlimmsten fall rechnen?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich im hiesigen Format (www.frag-einen-anwalt.de) wie folgt beantworten:

Ihre Frage Frage betrifft das Erbrecht nach Ihrem Vater, das notarielle (öffentliche) Testament und die Adoption. Sie Fragen weiter nach den Voraussetzungen und Chancen einer Testamentsanfechtung durch entferntere Verwandte (Cousins), die auch die Geschäftsfähigkeit Ihres Vater in Zweifel ziehen.

Zunächst gleich vorab: Es dürfte für entferntere Verwandte Ihres Vaters schwer werden das Testament anzufechten. Ihr Vater hat (nach § 2232 BGB) ein öffentliches oder notarielles Testament zur Niederschrift eines Notars errichtet. Ihr Vater hat damit seinen letzten Willen gegenüber dem Notar erklärt. Der Notar hat diese Erklärung entgegengenommen und beurkundet.

Man darf wohl davon ausgehen, dass sich der Notar aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen z.B. § 17 BeurkG (Beurkundungsgesetz) auch von der Testierfähigkeit Ihres Vaters überzeugt hat. Zweifel hätte der Notar wohl bei Beurkundung bemerken müssen § 17 Abs. 2 BeurkG.

Würde eine Testamentsanfechtung mit einer Testierunfähigkeit § 2229 Abs. 4 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch : Wer wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit, wegen Geistesschwäche oder wegen Bewusstseinsstörung nicht in der Lage ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln, kann ein Testament nicht errichten" behauptet werden, müsste diese Behauptung ggf. bewiesen werden. Das ist typischerweise sehr schwer, denn auch schwer kranke Menschen können z.B. einen sogenannten lichten Moment gehabt haben.

Ähnliches gilt für die Behauptung ihr Vater sei bei Ihrer Adoption (§ 1767 BGB) geschäftsunfähig gewesen (§ 104 BGB). Es müsste also dargelegt und ggf. nach den Beweisregeln des Zivilprozessrechts bewiesen werden können, dass sich ihr Vater bei der Adoption "in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit" befand. Auch hierzu müssten sicherlich aufwendige Beweise (Krankenakten), und Gutachten eingeholt werden.

Anders herum dürfte es Ihnen ggf. viel einfacher fallen den Gegenbeweis anzutreten, dass ihr Vater jedenfalls bei der Errichtung seines Testaments und der Adoption testierfähig bzw. geschäftsfähig war.

Diese Fragen können gleichwohl vor ein Gericht gebracht werden. Im allerschlimmsten Fall wäre damit zu rechnen, dass eine Gerichtsentscheidung die Testier- und/oder Geschäftsfähigkeit Ihres Vaters (aufgrund entsprechender medizinischer Gutachen) verneint. Die Folge einer erfolgreichen Testamentsanfechtung wäre ggf. ja "nur", dass die gesetzliche Erbfolge zum Tragen kommt. Seit dem Erbrechtsgleichstellungsgesetzes 1998 werden eheliche und nichteheliche Kinder in Bezug auf die gesetzliche Erbfolge gleich behandelt d.h. Sie wären als einziges Kind Ihres Vaters Alleinerbin (§ 1924 BGB).

In der hier möglichen Zusammenfassung dürfte es sehr schwer für die Cousins und Cousinen werden, weil sie die Testierfähigkeit und die Geschäftsfähigkeit Ihres Vaters im Jahr 2011 juristisch angreifen müssten. In allen Fällen sollten Sie im Fall der Fälle rechtzeitig Ihre Interessen z.B. bereits gegenüber dem Nachlassgericht vertreten (lassen).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Gerne weise ich Sie darauf hin, dass Sie die kostenlose Nachfragefunktion nutzen können.

Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2015 | 18:19

wenn es so weit kommen würde das dieses notarielle testament ungültig wäre, was bedeutet das dann für mich,weil ich kein leibliches kind meines vater bin,er hatte gar keine leiblichen kinder,mich hat er 2011 ja auch "nur" adoptiert?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.02.2015 | 19:23

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

ich bin davon ausgegangen das sie in erbrechtlicher Hinsicht nach Ihrem (Adoptiv-)"Vater", wie ein Kind behandelt werden. Die erbrechtlichen Wirkungen einer sog. Volljährigenadoption erstrecken sich nur nicht auch auf die Verwandten des Annehmenden § 1770 Abs. 1 BGB. Ihr Erbrecht bezieht sich demnach "nur" auf den Annehmenden und nicht beispielsweise auf dessen Eltern oder Geschwister.

Die Cousins oder Cousinen gehören noch nicht einmal zu den pflichtteilsberechtigten Personen § 2303 BGB. Ihnen stände dagegen ein Pflichtteil zu.

Insgesamt sollten Sie Sich ggf. über Ihre Erbrechte aufgrund des Testaments und der Adoption Klarheit verschaffen. Erste Anlaufstelle wäre entweder ein Rechtsanwalt oder zumindest das zuständige Nachlassgericht.

Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

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