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tagsüber Baulärm


| 23.03.2006 11:14 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Lebensgefährtin und ich wohnen in einer Mietwohnung. Der Vermieter wohnt eine Etage über uns. Seit vorgestern ist er an (nicht zu diesem Zeitpunkt zwingend notwendigen) Renovierungsarbeiten in seinem Wohnzimmer.

Wir sind beide Schichtarbeiter und kommen in dieser Woche von der Nachtschicht nach Hause und wollen schlafen (beginnend ab 7 Uhr - 8 Uhr bis ca. 15 - 16 Uhr). Durch die Arbeiten in seiner Wohnung kommt es seit gestern in Abständen von 15 - 30 Minuten zu wenigen Sekunden dauerndem Baulärm, so dass wir uns zwar nicht permanent gestört fühlen, aber ein durchgängiger Schlaf ist damit nicht möglich.

Es ist zu erwarten, dass die Bauarbeiten in wenigen Tagen abgeschlossen sind.

Wie sieht es hier rechtlich aus (Recht auf Ruhe wegen Schlaf, etwaige Mietminderung)?

Danke im Voraus!
Sehr geehrte Ratsuchende,

Lärmbelästigungen durch Renovierungs- oder Bauarbeiten in einer anderen Wohnung innerhalb des Hauses sind als unvermeidlich hinzunehmen, solange die allgemeinen Ruhezeiten (Mittagsruhe und Nachtruhe) beachtet werden und die Arbeiten insgesamt nicht über Gebühr in die Länge gezogen werden.

Das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme erlegt den betroffenen Mietern die Pflicht auf, solche unvermeidlichen Geräusche hinzunehmen.

Sie können daher nur geltend machen, dass die Mittagsruhe (üblicherweise 13 - 15 Uhr) und die Nachtruhe (üblicherweise 22 - 7 Uhr) eingehalten wird.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.03.2006 | 18:15

Sehr geehrter Herr Lauer,

nochmals vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit Ihrer Antwort im Hintergrund wollte ich gestern den Vermieter mündlich um die Einhaltung der Mittagsruhe bitten, da selbige gestern und tags zuvor nicht eingehalten wurde. Seine Ehefrau konnte ihn aber erst gar nicht dazu bringen, zu uns vor seine Tür zu kommen um die Situation zu besprechen. Daraufhin habe ich mein Anliegen schriftlich zum Ausdruck gebracht. Dabei ging es eigentlich nur noch um den heutigen Tag, denn unsere nächsten zwei Schichtwochen sind zeitlich so gelagert, dass uns der Baulärm nicht stören kann.

Die Reaktion auf die schriftliche Bitte ist ein handgeschriebener und unterschriebener Zettel mit nachfolgendem Wortlaut:

"Ihr Brief interessiert mich überhaupt nicht. Wenn es Ihnen nicht paßt, können Sie in 3 Monaten ausziehen."

Der Lärm hielt sich in der Mittagszeit dann aber in Grenzen (ob zufällig oder bewußt).

Wie würden Sie in Abwägung etwaiger Konsequenzen (z.B. Eskalation) rechtlich auf diesen Zettel reagieren, der ja nun inhaltlich sowohl rechtlich als auch mitmenschlich gesehen würdelos ist? Da uns dieser Baulärm vermutlich nichts mehr anhaben kann, könnte man die Sache auf sich beruhen lassen und erst dann richtig aktiv werden (z.B. Einschaltung der Polizei), sollte sich etwas Ähnliches wiederholen (wir ziehen Ende Sommer aus). Ich hoffe Ihnen ist eine kurze Antwort möglich.

Besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.03.2006 | 20:48

Sehr geehrte Ratsuchende,

letztlich können Sie auf den Brief in rechtlicher Hinsicht gar nicht weiter reagieren. Zwar stellt dieser die Manifestation dar, dass Ihr Vermieter sich nicht an die Ruhezeiten halten wird. Letztendlich maßgeblich wird aber sein, wie er sich zukünftig verhält.

Ich gebe Ihnen Recht, dass dieser Brief bzw. Zettel ziemlich unsachlich ist. Ob Sie dies aber nun zum Anlass nehmen wollen, die restliche Mietdauer mit einem Konflikt belasten wollen, müssen Sie danach entscheiden, wie stark Ihre Nerven sind.

Wollen Sie tatsächlich darauf reagieren, so können Sie Ihrem Vermieter mitteilen, dass Sie wegen Ruhestörung in der Mittagszeit Ansprüche auf Mietminderung geltend machen könnten.

Ich persönlich würde es in einer solchen Situation bevorzugen, mir nur still zu denken, dass er sich seinen Schmierzettel sonstwohin stecken kann und ansonsten als der sprichwörtlich Klügere die Sache zunächst einmal auf sich beruhen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

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