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steuerrechtliche Konsequenzen Wohnsitz & doppelte Haushaltführung

20.05.2009 09:42 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


10:51
Ich lebe und wohne seit 30 Jahren in Frankfurt. Ich bin ledig und mein gesamter Freundes- und Bekanntenkreis befindet sich in Frankfurt.

Nun bin ich beruflich Vollzeit nach Friedrichshafen gewechselt und habe deshalb dort zusätzlich eine Wohnung angemeldet, in der ich die Arbeitstage verbringe.

Selbstverständlich möchte ich die doppelte Haushaltsführung geltend machen.

Welche Voraussetzungen muss ich dafür erfüllen? Welche Probleme muss ich umschiffen?

Hintergrund meiner Frage ist die - anscheinend nicht ungewöhnliche - Einschätzung des Meldeamts Friedrichshafen, dass sich mein Hauptwohnsitz dort befinden muss und sie mich dazu "zwingen" wollen.

Mir ist persönlich gleich, wo sich mein Hauptwohnsitz melderechtlich befindet, bzw wo ich steuerrechtlich veranlagt werde.
Ich möchte nur sicherstellen, dass ich nicht nur deshalb mich steuerlich schlechter stelle, weil sich mein Hauptwohnsitz in Friedrichshafen befindet.

Ich habe hier gelesen: "Die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz hat eigentlich nur steuer- und melderechtliche Konsequenzen." Sind dies Konsequenzen, die in meinem Fall relevant sind?
20.05.2009 | 10:50

Antwort

von


(115)
Am Kabutzenhof 22
18057 Rostock
Tel: 0381-25296960
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Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Zunächst einmal zum Verständnis der Wortlaut der hier relevanten Vorschrift des <a href="http://dejure.org/gesetze/EStG/9.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 9 EStG: Werbungskosten">§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 EStG</a> : Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt.

Wichtig ist also stets, ob tatsächlich zwei Hausstände geführt werden. Dabei ist die Meldebescheinigung lediglich ein Indiz für die doppelte Führung.
Viel relevanter ist es für das Finanzamt, ob tatsächlich an zwei Orten Mietzahlungen geleistet werden.
Wohnen Sie an einem Ort nur unentgeltlich, so wird gerade bei Alleinstehenden vermutet, dass diese lediglich in einen fremden Hausstand eingegliedert sind, dass sie tatsächlich einen eigenen führen. (vgl. so auch der Bundesfinanzhof im Urteil vom 14. Juni 2007 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20R%2060/05" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, 14.06.2007 - VI R 60/05: Doppelte Haushaltsführung eines Alleinstehenden bei unentgeltlich...">VI R 60/05</a> )


So reicht es regelmäßig nicht aus, wenn Alleinstehende im Haus Ihrer Eltern eine zweite Wohnung bewohnen. ( vgl. Fi¬nanz¬ge¬richt Düs¬sel¬dorf in seinem Ur¬teil vom 7. Mai 2008 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=7%20K%201976/05" target="_blank" class="djo_link" title="FG Düsseldorf, 07.05.2008 - 7 K 1976/05: Berücksichtigungsfähigkeit von Mehraufwendungen für ei...">7 K 1976/05</a> )

In der Regel, so meine Erfahrung, führt das Vorweisen von zwei mit Ihnen als Mieter eingetragenen Mietverträgen aus, um die Finanzämter von dem Vorliegen der Voraussetzungen für die doppelte Haushaltsführung zu überzeugen.

Das Meldeamt Friedrichshafen hat insofern recht, als das nach dem Meldegesetz jeder dort seinen Hauptwohnsitz hat, wo sich sein gewöhnlicher Aufenthaltsort befindet. Da Sie sich wegen Ihrer Arbeit über die Wochentage in Friedrichshafen befinden, sind Sie also den überwiegenden Teil Ihrer Zeit auch dort.

Für die Geltendmachung der doppelten Haushaltsführung hat der Haupt- und Zweitwohnsitz keine Bedeutung.
Dies könnte nur relevant werden bei der Erhebung von Zweitwohnsitzsteuer, die die Stadt Frankfurt a. Main aber glücklicherweise nicht erhebt.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Antworten weitergeholfen zu haben.





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An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.


Mit freundlichen Grüßen

Mirko Zieger
-Rechtsanwalt-



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<!--dejureok-->


Rechtsanwalt Mirko Ziegler

Rückfrage vom Fragesteller 20.05.2009 | 15:43

Sehr geehrter Herr Ziegler,

vielen Dank für Ihre Einschätzung der Lage.

Meine Rückfrage ist eigentlich nur eine Konkretisierung:

Ich führe zwei Haushalte, besitze zwei Mietverträge. Bin weiterhin in meiner arbeitsfreien Zeit in Frankfurt und arbeite in Friedrichshafen.

Verstehe ich Sie demnach richtig, dass:

1. ich bei mehr als 180 tägiger Aufenthaltszeit in Friedrichshafen meine Steuererklärung ohnehin an das Finanzamt Friedrichshafwen richten muss, unabhängig von meinem Hauptwohnsitz

2. man mir meine melderechtlichen Hauptwohnsitz in Friedrichshafen für die doppelte Haushaltsführung nicht negativ auslegen kann, soweit ich die eigentlichen Kriterien erfülle (s.o.)

Besten Dank im voraus.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.05.2009 | 10:51



Sehr geehrter Fragesteller,

örtlich zuständig ist grundsätzlich das Finanzamt an dem Ort, wo Sie Ihren Erstwohnsitz haben. Es kommt also doch auf den Wohnsitz an.

In der zweiten Nachfrage haben Sie es richtig verstanden, wenn Sie sagen, dass die 8erstwohnsitzliche) Meldung in Friedrichshafen nicht negativ bzgl. der Geltendmachung der doppelten Haushaltsführung ausgelegt werden kann.


Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu einfach die Möglichkeit der Online Anfrage, kontaktieren Sie mich per e-mail oder nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer Internetseite.


Mit freundlichen Grüßen



Mirko Ziegler
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