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sexueller Mißbrauch: Unterlassungserklärung

26.05.2012 08:11 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


13:44

In unserer Familie gab es mehrere sexuell motivierte Übergriffe seitens des Stiefvaters an meiner Ex-Frau (als sie Jugendliche war) und nun leider auch an einem der gemeinsamen Kinder. Das Kind ist 12 Jahre. Es wurde nicht der GV ausgeübt, sondern andere Übergriffe (streicheln, anfassen, umarmen, drücken); die Vorwürfe sind über eine Therapie bekannt geworden, da das Kind verhaltensauffällig war;
Mein Problem ist, dass meine Ex-Frau, bei der das Kind wohnt, (wieder) ihre Mutter schützen will, somit auf keinen Fall eine Anzeige erstatten möchte (befürchteter Familienkrieg usw); Mein Gedanke ist nun, den Stiefvater zumindest eine Unterlassungserklärung zu schicken. Macht das Sinn oder kommt das in der Regel auf das gleiche hinaus?
Was ist eine "angemessene" Reaktion? Nur hinnehmen und Augen zumachen will ich auf keinen Fall.

26.05.2012 | 09:19

Antwort

von


(2423)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

es kann nur eine angemessene Reaktion geben; dieses ist die Strafanzeige.

Bedenken Sie Folgendes. Es geht hier nicht um den Schutz von Erwachsenen ( Mutter, Familie etc.). Es geht um den Schutz Ihres Kindes. Dieses ist 12 Jahre und zeigt offenbar schon Verhaltensauffälligkeiten. Ihr Kind kann kein konsequentes Verhalten der Mutter erwarten, da diese offenbar den Streit mit der Familie scheut. Ihr Kind wird damit belastet, dass die eigene Mutter es nicht schützt. Also tun Sie es.

Eine Unterlassungserklärung wird zudem auch den Streit in der Familie hervorrufen. Es wird auch zu Auseinandersetzungen kommen. Wichtig sind aber nicht die Familienmitglieder, sondern einzig und allein Ihr Kind. Sie haben die Chance für dieses größeren Schaden abzuwenden.

Das Kind wird wegen der Familienverhältnisse Kontakt zum Stiefvater Ihrer Ex-Frau haben. Stellen Sie sich dessen Ängste vor.

Da Ihre Ex-Frau keine Schritte einleitet, tun Sie es.

Sicherlich wird es zu höchst unangenehmen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten kommen, die auch Ihr Verhältnis zur Ex-Frau betreffen werden. Sie sind erwachsen; Ihr Kind erst 12 Jahre. Leider ist es immer wieder so, dass Anzeigen wegen der Familie nicht erstattet werden. Die einzig leidtragenden in jeder Hinsicht sind die Opfer. Sexuelle Übergriffe sind in keinster Weise zu tolerieren und verlangen sofortiges Handeln.

Sie sollten daher im Interesse des Kindes Anzeige erstatten.

Mir ist schon bewusst, dass dieses nicht die Antwort ist, die Sie erwartet haben. Bei dem Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen ist aber sofortigen striktes Handeln gegen Täter erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2

26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php


Rückfrage vom Fragesteller 26.05.2012 | 12:38

Aber ist es nicht aussichtslos, ohne Sorgerecht, ohne Unterstützung der Mutter, der Therapeuth hat ja Schweigepflicht (auch wenn er mir das gesagt hat) und wenn das Kind nicht genug Mut hat, was zu sagen, landet alles im Mülleimer.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.05.2012 | 13:44

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach meinem Dafürhalten ist es keineswegs aussichtslos. Auch wenn es keine Unterstützung durch die Mutter gibt, können Sie handeln.

Was die Schweigepflicht angeht, so kann diese hinter den Interessen des Kindes zurücktreten. Hier überwiegen ausnahmsweise die Interessen des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Die Schweigepflicht darf nicht soweit gehen, dass ein Kind leidet und schweren Schaden erleidet. Demgemäß kann und darf der Therapeut Auskunft erteilen.

In der Regel kann man auch vor einer Anzeige das Jugendamt einschalten. Ob dieses aber in Anbetracht der besonderen Umstände ( Mutter unterstützt nicht etc. ) allerdings sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.

In diesem Zusammenhang sollte individuell auch die Frage des Sorgerechts noch einmal geprüft werden. Das ist aber sicher nur ein Problem, das noch zu klären wäre. Zu bedenken ist nämlich, ob die Mutter, wenn sie das Kind nicht schützt, die geeignete Person für das alleinige Sorgerecht ist.

Vorrangig ist das Interesse des Kindes. Gibt es keinen anderen Weg, weil die Mutter nicht unterstützt, sollten Sie Anzeige erstatten. Dieses wird sehr ernst genommen und landet auch bei solchen Problemen nicht im Mülleimer. Die Ermittlungsbehörden sind auch mit solchen Situationen vertraut.

Ich wünsche Ihrem Kind und Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2

26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
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ANTWORT VON

(2423)

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