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(sexuelle) Nötigung?

| 22.04.2014 08:19 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


In einem Dating-Portal habe ich eine junge Frau (24 Jahre) kennengelernt. Hier haben wir uns zu einer Nacht gegen „Entlohung" verabredet, zu der es auch einvernehmlich gekommen ist. Dabei habe ich mich auch etwas in die besagte Dame verliebt. Diese hat mir aber über WhatsApp klar gemacht, dass Sie nicht an einer Beziehung interessiert ist, sondern aufgrund Ihrer finanziellen Lage eher an ‚Sex gegen Geld‘.

In Folge hatten wir uns noch einmal getroffen und ich hatte der Dame ‚Hilfe‘ zugesagt. An dem besagten Abend hat die Dame auch von mir 500 Euro ohne Gegenleistung erhalten. Als Sie mehr verlangte, habe ich dies fürs erste abgelehnt.
Ab dann habe ich mit der Dame nur noch über den Chat-Dienst WhatsApp kommuniziert. Dabei hat sich folgendes zugetragen: Die Dame hat erwähnte den Kontakt abzubrechen, da Sie kein Geld von mir bekäme. Daraufhin habe ich verärgert reagiert und Sie auf die Gegenleistung zu den 500 Euro angefragt bzw. angefragt alternativ das Geld zurück zu erhalten. Als Sie mich grob abwies habe ich Ihr gedroht, es Ihrer Mutter zu sagen und Sie vor die Wahl gestellt ‚Gegenleistung oder Geld zurück‘, da ich sonst ungemütlich werde bzw. es Ärger gibt.

Die Frau ging dann darauf ein mit dem Zitat ‚Bitte schön, wenn Du Sex willst, von mir aus. Interessiert mich nicht, dann mach, wenn Du es nötig hast‘. In Folge, bei der Verabredung des Dates fiel auch noch folgender Satz: ‚ Es gibt nicht widerliches gibt, als Sex mit jemanden, der nicht will‘.

Der Chat ging noch etwas weiter, an dem ein Tag verabredet wurde und ob es um eine ‚einmalige Sache‘ geht oder um eine ganze Nacht.

Daraufhin haben wir den Kontakt abgebrochen. Es ist nicht zu besagter Gegenleistung gekommen. Ich habe mich noch kurz bei der Dame für o.g. entschuldigt und Ihr mitgeteilt, nicht weiter mit Ihr im Kontakt zu sein.

Nun stellt sich mir folgende Frage. War mein Auftreten in dem Chat zu offensiv und geht dies schon an den Tatbestand der Nötigung?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Vorauassetzung wäre die Drohung mit einem empfindlichen Übel.

Das liegt dann vor, wenn der in Aussicht gestellte Nachteil geeignet ist, den Bedrohten zu veranlassen, dem Täterverlangen nachzugeben. Die Drohung braucht dabei nicht ernst gemeint zu sein.

Eine Drohung ist das Inaussichtstellen eines künftigen Übels, auf dessen Eintritt der Drohende Einfluss hat oder zu haben vorgibt.

Und hier haben Sie mit der Erzählung gegenüber der Mutter versucht, Einfluss zu nehmen.

Damit wird das Tatbestandsmerkmal erfüllt sein.

Nach Ihrer Schilderung ist es aber nicht zur Gegenleistung gekommen.

Trotz der Tathandlung ist der Nötigungserfolg also nicht eingetreten. Es kommt allenfalls eine versuchte Nötigung in Betracht. Aber auch der Versuch einer Nötigung ist strafbar.


Und ich denke, dieser Versuch liegt hier vor.

Auch die Kontaktaufgabe ändert daran nichts. Ich sehe das nicht mehr als strafbefreidenden Rücktritt an, da ja schon Zeit, Ort etc. besprochen worden sind.

Aber man wird von einer strafmildernden Reue ausgehen müssen, da Sie den Plan aufgegeben und sich entschuldigt haben.

Fazit:

Eine Nötigung liegt nicht vor, wohl aber eine versuchte Nötigung.

Strafmildernd ist das Fallenlassen der Ausführung und die Entschuldigung anzunehmen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 22.04.2014 | 09:29

Hallo Frau True-Bohle,

vielen Dank für die Antwort zu meiner Frage!

Kann dies wirklich als Nötigung ausgelegt werden, wenn die Option der Rückzahlung der 500 Euro ebenfalls bestand?

Was ist denn ein Strafmaß einer versuchten Nötigung?

Schöne Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.04.2014 | 10:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Schilderung haben Sie „Hilfe" zugesagt und ihr 500 Euro ohne Gegenleistung gegeben. Da könnte man an eine Schenkung denken.


Ob die Rückzahlung dann wirklich eine Option gewesen ist, ist zu bezweifeln. Denn Ihr Verhalten hat sich ja wohl erst geändert, als Sie groß zurückgewiesen und Ihre Liebe nicht erwidert worden ist

Unabhängig davon haben Sie erklärt, es Dritten zu erzählen, wenn Ihren „Wünschen" nicht entsprochen wird.

Insoweit gehe ich von einer versuchten Nötigung aus.


Das Strafmaß ist gleich.

Aber beim Versuch und bei der Reue wird – sofern keine Voreintragungen vorliegen – allenfalls eine Geldstrafe im schlimmsten Fall zu erwarten sein.

Aber mit der richtigen anwaltlichen Einlassung sollte auch eine Einstellung möglich sein.

Wichtig ist, dass Sie keine Angaben machen, sondern es sofort an einen Rechtsanwalt abgeben, wenn an Sie herangetreten wird.

Nach Akteneinsicht kann dann die entsprechende Einlassung mit dem Ziel der Verfahrenseinstellung abgegeben werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 22.04.2014 | 10:11

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 22.04.2014 5/5,0
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