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sexuelle Nötigung, Erpressung, drohende Anzeige

07.09.2008 01:35 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Hoyer


Guten Tag,

ich habe hier ein pikantes Problem, auf welches ich nicht stolz bin...
Ich bin verheiratet und habe trotzdem letzten Februar im Fasching für kurze Zeit mit einer mir schon sehr lange und sehr guten (ebenfalls verheirateten) Bekannten eine Faschingsparty für kurze Zeit verlassen; in dieser Zeit haben wir uns gegenseitig sexuell befriedigt (kein Geschlechtsverkehr).

Vor zwei Tagen ruft mich nun der Ehemann der Frau an, sie hätte ihm alles erzählt, er hätte eine sehr schlimme Zeit hinter sich, wegen Scheidungsabsichten, nun hätten sie sich aber entschlossen, doch gemeinsam alt werden zu wollen;

er wolle aber von mir eine Wiedergutmachung (finanziell), die mindestens in der Höhe seiner ihm entstandenen Scheidungsanwaltskosten läge, zuzügl. einer Entschädigung für das ihm zugefügte Leid, und das in einer für ihn akzeptablen Höhe (über die Höhe hat er sich noch nicht geäußert).

Seine Forderung hat er folgendermaßen untermauert:

- ihm läge von seiner Frau eine eidesstattliche Erklärung vor, dass die sexuellen Handlungen gegen ihren Willen vorgenommen wurden, ich sie also genötigt hätte, ich hätte ihren alkoholisierten Zustand ausgenutzt. Er würde mich bei Nichtbezahlung anzeigen und vor Gericht bringen
- er sei im Mediengeschäft tätig und droht mir mit Kampagnen, Demonstrationen und Anzeigen (konkreter wurde er nicht, ich stelle mir aber vor, dass er mich damit in ihm zur Verfügung stehenden Medien bloßstellen möchte)

Ich stelle fest, dass es in keinem Falle sexuelle Nötigung war, die Frau ist mir lange bekannt und wir hatten nicht zum ersten Mal sexuellen Kontakt, sie hat auch ebenfalls dann und wann den Anfang gemacht.

Soll ich nun fragen, welchen Betrag er sich vorstellt?
Soll ich ihn ebenfalls damit konfrontieren, dass er mich ebenfalls nötigt? Oder soll ich versuchen, seine Forderungen schriftlich zu bekommen?
Soll ich mal mit der Frau Kontakt aufnehmen?
Hilft ein persönliches Gespräch mit ihm und seiner Frau?
Ich lege natürlich keinen Wert darauf, dass diese Geschichte öffentlich wird, ich möchte mich aber auch nicht "melken" lassen.
Ist es im Falle einer Eskalation vor Gericht wirklich möglich, dass man mir Nötigung unterstellt oder wäre der Ehemann chancenlos?

Welches Vorgehen raten Sie mir?

Kurzum, ich bin ratlos und unsicher.

Vielen Dank für einen Ratschlag.

Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

zum einen muss einmal klargestellt werden, dass der Ehemann keinerlei rechtlichen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung wegen der sexuellen Handlungen zwischen Ihnen und seiner Frau gegen Sie hätte, auch wenn er eventuell wegen dieses Ereignisses einen Anwalt konsultiert hat und ihm daraus Kosten entstanden sind. Ihre Schilderung klingt sehr danach, dass es diesem Herrn vor allem darauf ankommt, aus einem "Seitensprung" seiner Frau Kapital zu schlagen ( eventuell mit deren Hilfe!) und er begeht hier nicht etwa lediglich eine Nötigung, sondern eine versuchte Erpressung, da er Sie rechtswidrig durch eine Drohung zu einem Zahlen eines gewissen Betrages nötigt.( Strafrahmen bis zu 5 Jahre Haft)

Hier kann es nur eine Lösung für Sie geben...Sich auf nichts einlassen und diesen Drohungen nicht nachgeben, denn damit hätte er Sie in der Hand und es wäre auch nicht auszuschliessen, dass er immer mehr fordert, wenngleich man den Betrag noch nicht weiß. Es versteht sich natürlich von selbst, dass Sie als verheirateter Mann kein Interesse daran haben, dass Ihre Frau von diesem Ereignis mit dieser Frau erfährt, nur aufgrund dieser Erpressung müssten Sie immer damit rechnen, dass Sie es von dritter Seite mitbekommt, was Sie auch nicht verhindern könnten. Eine Garantie, dass Sie trotz des Nachkommens seiner Forderungen die Sache zur Erledigung bringen könnten, gibt es nicht, weswegen man Ihnen in keinem Fall raten kann, dem hier Folge zu leisten.

Was den Vorwurf der sexuellen Nötigung angeht, so wird er es sich doppelt überlegen, ob er mit Hilfe seiner Frau dies wirklich vor Gericht bringen will. Zum einen würde er sich zusammen mit seiner Frau einer falschen Verdächtigung strafbar machen, die mit bis zu 5 Jahren bestraft werden kann, sowie- wenn er als Zeuge dann in einem möglichen Strafverfahren gegen Sie aussagen würde, wegen falscher uneidlicher Aussage ganz zu schweigen von einer dann versuchten Erpressung, die man jedoch dann konkret darlegen und beweisen müsste. Ob er dieses Risiko wirklich eingehen will, kann natürlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden. Aber selbst wenn er diese Anzeige stellen würde, muss man sämtliche Umstände berücksichtigen. Sie schreiben, dass es eine Faschingsparty war, auf der Sie kurz mit Ihrer Bekannten verschwunden und danach wieder aufgetaucht sind. Hier würde es Zeugen geben, die auch das Verhalten Ihrer Bekannten bezeugen könnten, wie Sie gewirkt hat, denn es ist wohl unwahrscheinlich, dass eine Frau, die eben erst sexuell genötigt wurde, überhaupt keine Andeutungen hiervon macht und sich auf einer Faschingsparty ganz normal benimmt. Auch wird Sie sich fragen lassen müssen, warum Sie eine so lange Zeit gewartet hat, um nun über Ihren Ehemann eine mögliche Strafanzeige zu stellen, auch hier wird sich Ihre Bekannte es überlegen müssen, ob Sie eine Geschichte erzählt, die nicht wirklich schlüssig ist und bei der Sie immer Gefahr läuft selbst straffällig zu werden.

Was Ihre Situation verbessern würde wäre, wenn Sie von diesem Mann eine schriftliche Mitteilung hätten, in der er Ihnen ein Angebot macht, dass er keine Anzeige schalten würde, wenn Sie den Betrag xy an Ihn zahlen würden. Dies könnte auch über einen Dritten, der dann als Zeuge agieren kann, geschehen, der in Ihrem Namen zum Schein anfrägt, was sich dieser Herr denn vorgestellt hätte und der die angebliche eidesstattliche Versicherung zu Gesicht bekommt. Die Nachfrage des Betrages zum Schein wäre in jedem Fall von Vorteil, da man hier sofort gegen diesen Herrn mit einer Strafanzeige vorgehen könnte und ihm somit den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Da ich keine Kenntnis habe, welches Verhältnis noch zu dieser Bekannten besteht, wäre es in jedem Fall ratsam, Sie diesbezüglich zu kontaktieren ( aber nur Sie alleine),um eventuell hier schon aufklären zu können, ob dieser Sachverhalt denn überhaupt stimmt, denn wenn das Vorgetragene des Ehemanns von Ihrer Bekannten bestätigt wird, dann wissen Sie zumindest, dass beide hier gegen Sie vorgehen wollen, wird es von Ihrer Bekannten verneint, dann können Sie ohnehin beruhigt sein, da hier kein Anhaltspunkt bzw Zeuge gegeben ist, der diese sexuelle Nötigung bestätigen können würde.

Auch wenn der Ehemann hier mit Medien oder ähnlichem droht, ist dies ebenfalls kein Grund, dieser Erpressung nachzugeben. Sofern er diese Tatsachen nicht nahtlos beweisen kann, wird kein Medium diese Tatsachen verbreiten, da Ihnen in einem derartigen Fall durch anwaltliche Hilfe Unterlassungs und Schadensersatzansprüche zustehen, was sehr teuer für die entsprechenden Medien werden kann ( und auch für den der diese Behauptung aufstellt)

Allerdings möchte ich auch betonen, dass dieses Forum hier nicht das geeignetste Medium ist, eine allumfassende Lösung für ihre prikäre Lage zu präsentieren, da auch der Anwalt bei so einem Sachverhalt noch Rückfragen hat, die dann auch im Gespräch beantwortet werden können. Sofern Sie Interesse an einer Beratung haben, können Sie sich diesbezüglich gern persönlich an mich wenden, andernfalls kann ich Ihnen nur den Rat geben, sich auf keine Erpressung einzulassen und gegebenenfalls Strafanzeige wegen dieser Erpressung zu stellen, wobei es eben hilfreich wäre, wenn anhand eines Schriftstückes oder eines Zeugen nachgewiesenh werden kann, dass der Ehemann hier wirklich Geld fordert um Sie nicht wegen angeblicher sexueller Nötigung anzuzeigen. Diese Kontaktaufnahme könnte theoretisch auch über einen Anwalt erfolgen. Ob Sie im Falle einer Anzeige von dem Ehemann bzw Ihrer Bekannten wirklich verurteilt werden, liegt nicht zuetzt daran, wie glaubhaft diese zwei diese Geschichte verkaufen können, wobei Sie sich in diesem Fall in jedem Fall eines Anwaltes bedienen sollten.
Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Hoyer

Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2008 | 22:59

Sehr geehrter Herr Hoyer,
ich bedanke mich für die schnelle Antwort.

Ich könnte den Ehemann bitten, mir die Forderungen schriftlich mitzuteilen, sowie mir eine Versicherung zu geben, nach Erfüllen seiner Forderungen auf weitere Schritte zu verzichten.
Soll ich das versuchen?
Ich könnte mir vorstellen, dass er vielleicht auch daran denkt, Anzeigen in Tageszeitungen aufzugeben, um mich bloßzustellen, vielleicht auch nur, um meine Untreue öffentlich zu machen. Veröffentlichen Tageszeitungen solche Anzeigen?

Ich werde auch versuchen, mit der Bekannten Kontakt aufzunehmen.

Danach würde ich mich gerne einmal persönlich mit Ihnen unterhalten (Telefon?).

Freundliche Grüße und vielen Dank für Ihre Mühe!

Ergänzung vom Anwalt 08.09.2008 | 09:16


Sehr geehrter Fragesteller,

Sollte dieser Herr Ihnen schriftlich bestätigen, dass er im Fall der Bezahlung auf mögliche Schritte in Form von Anzeige usw gegen Sie verzichtet, wäre dies sehr von Vorteil, da man hiermit dokumentieren kann, dass er eine Erpressung versucht.

Tageszeitungen veröffentlichen generell keine derartigen Anzeigen und Behauptungen, da sie zum einen nicht von öffentlichem Interesse sind ( ausser Sie wären nun ein Prominenter der in der Öffentlichkeit steht) und zum anderen weil die Presse auch weiß, welche juristische Schritte es nach sich ziehen kann, wenn derartig Ruf schädigendes behauptet wird.

Der Versuch, mit der Bekannten Kontakt aufzunehmen sollte in jedem Fall unternommen werden.

Telefonisch können Sie mich jederzeit kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Hoyer
Rechtsanwalt

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