Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

selbst kündigen in Elternzeit / bekomme ich Arbeitslosengeld?

| 20.05.2011 10:34 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich möchte nach meiner Elternzeit nicht mehr in meine alte Firma zurück. Ich würde gern dort so schnell wie möglich kündigen, habe aber außer "guten Chancen" noch keine feste Zusage bei einer anderen Firma. Nehmen wir an, ich kündige zum Ende der Elternzeit und bekomme vielleicht erst 2 Monate später einen neuen Job, bekomme ich dann in diesen 2 Monaten Arbeitslosengeld? Oder fallen diese Monate weg wegen Selbstkündigung (3 Monate kein Geld)? Oder muß man dann bereits nochmal 3 Monate vorher kündigen? Doch bekomme ich dann weiterhin mein Elterngeld?
Fragen über Fragen... Ich weiß nicht, wie gut man abgesichert ist. Und ob ich 2 Monate oder im schlimmsten Fall länger ohne Arbeitslosengeld oder andere Zuschüsse klar komme, wage ich zu bezweifeln...

Gruß und Danke im Voraus

Sehr geehrte Fragestellerin,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte. Beachten Sie bitte, dass die von mir erteilte rechtliche Auskunft ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben basiert. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Wenn ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsvertrag selbst kündigt (Stichwort: Eigenkündigung) prüft die Agentur für Arbeit grundsätzlich immer, ob eine Sperrzeit verhängt wird. Rechtsgrundöage für diese Prüfung ist § 144 Abs. 1 Satz 1 SGB III. Die Sperrzeit beträgt gem. § 144 Abs. 3 SGB III grundsätzlich 12 Wochen, kann bei besonderer Härte aber auf 6 bzw. 3 Wochen gekürzt werden. In dieser Zeit würden Sie daher kein Arbeitslosengeld I bekommen.

Eine Sperrzeit wird nur dann nicht verhängt, wenn ein wichtiger Grund für die Eigenkündigung vorliegt. Ein solcher liegt dann vor, wenn dem AN unter Berücksichtigung aller vorliegender Umstände ein Festhalten am Arbeitsvertrag nicht zugemutet werden kann. Ein solcher wichtiger Grund kann z.B. sein: Mobbing am Arbeitsplatz und sonstige gesundheitliche Beschwerden durch die konkrete Tätigkeit; Lohnrückstände von mehr als 6 Monaten; Herstellung einer ehelichen Lebensgemeinschaft, wenn Arbeitsstelle nicht mehr in zumutbarer Weise erreicht werden kann.

Ob eine dieser Gründe oder ein ähnlich wichtiger Grund bei Ihnen vorliegt, ergibt sich aus Ihren Angaben nicht. Ein einfaches "Ich möchte nach meiner Elternzeit nicht mehr in meine alte Firma zurück." wird für die Vermeidung einer Sperrzeit jedoch nicht ausreichen.

Es wird Ihnen zur Vermeidung der Sperrzeit leider auch nicht helfen, mehr als drei Monate vor Ende der Eltenzeit zu kündigen, da die Sperrzeit erst dann beginnt, wenn der Anspruch auf Zahlung von ALG I entsteht, was grds. erst mit Ende des Arbeitsverhältnisses UND Wegfall des Elterngelds der Fall ist.

Anspruch auf ALG I kann zwar auch schon während des Bezugs von Elterngeld entstehen, allerdings nur dann, wenn Sie dem Arbeitsmarkt für mind. 15 h /Woche zur Verfügung stehen, also tatsächlich arbitssuchend sind. In diesem Fall gäbe es 2 Möglichkeiten: 1) Bezug von ALG I + Elterngeld-Mindestsatz von 300,- EUR oder 2) nur Elterngeld in Höhe von 67% des Durchschitsseinkommens vor der Geburt und anschließend ALG I. An der Sperrzeit ändert dies jedoch nichts. Im ersten Fall würden Sie 3 Monate lang nur 300,- EUR Mindestsatz bekommen, im zweiten Fall zunächst Elterngeld und nach dessen Auslaufen die Sperrfrist (genau wie in dem Fall, dass Sie zum Ende der Elternzeit kündigen).

Beachten Sie bitte auch, dass eine Kündigung des Arbeitnehmers zum Ende der Elternzeit gem. § 19 BEEG mit einer Frist von 3 Monaten vorher zu erklären ist.

Um eine Sperrzeit zu vermeiden hilft es nur - sofern kein wichtiger Grund bei Ihnen vorliegt - wenn der Arbeitgeber Sie kündigt. Dies ist während der Elternzeit jedoch nicht möglich, da während dieser Zeit ein Kündigungsverbot besteht (§ 18 BEEG). Ihr Arbeitgeber kann Sie daher frühestens nach Beendigung der Elternzeit unter Einhaltung der geltenden Frist kündigen, was zur Folge hat, dass Sie bis zum Ende der Kündigungsfrist zunächst ordnungsgemäß arbeiten müssen.

Es tut mir leid, Ihnen keinen günstigere Auskunft geben zu können. Nutzen Sie bei NAchfragen bitte die entsprechende Funktion dieses Portals. Über eine positive Bewertung meiner Arbeit würde ich mich freuen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen,

Cornelia Klüting
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 20.05.2011 | 14:25

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich weiß jetzt, was ich in meinem Fall mache, damit ich abgesichert bin. Dankeschön und ein schönes Wochenende!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 20.05.2011 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70134 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Ich wollte eine grobe und unabhängige Meinung zum ausgestellen Arbeitszeugnis, dass ich erhalten habe. Die Hinweise und Bewertung ist für mich absolut nachvollziehbar. Die Empfehlung keine weiteren rechtlichen Schritte einzugehen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die hervorragende Antwort und Beratung, die in diesem Rahmen möglich ist. Sie war sehr ausführlich, verständlich und prompt. Wäre die Anwältin in meiner Nähe, wäre ich sofort ihre Mandantin. Für alle Bewertungen sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage direkt und verständlich beantwortet. ...
FRAGESTELLER