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schweigepflicht

| 06.06.2015 14:33 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Ich betreue meine demente nierenkranke bettlägrige Mutter und wollte gern einen Rollstuhl für sie. Also fragte ich in der Nierenpraxis nach, die sie die letzten 2 Jahre regelmäßig untersucht hatte und dort wurde mir bestätigt, daß sie es machen. Der Abholtermin wurde verabredet. An jenem Tag jedoch wollten sie mir plötzlich doch nur die Medikamente ausstellen. Ich solle doch zum Hausarzt gehen. Nun waren wir aber immer beim Nierenarzt gewesen und der Hausarzt bzw. der letzte Hausbesuch des selben lag mehr als 2 Jahre zurück weil er Nieren nicht behandeln konnte so habe ich naiverweise angenommen, ich könne dort die Verordnung bekommen. Ich fragte ob sie nicht doch so freundlich sein können? Mir wurde geantwortet sie seien nicht dazu da freundlich zu sein. Ich ging dann frustriert und habe auch meinem Unmut freien Lauf gelassen.
Jetzt hatte meine Mutter am 2. Juni einen Termin dort um Urin und Blut untersuchen zu lassen und bat um einen Befundsbericht. Die Pflegerin ist mit meiner Mutter dort hingegangen.
Ich kann ihnen den Bericht gekürzt darstellen:
Überschrift Befundbericht v. 19.03. (der Tag mit dem Disput)
Dann ein langes Traktat über meine Unverschämtheit. es wurde behauptet ich sei ohne Termin und Absprache erschienen, was ja nicht stimmt. Und es wurde alles einseitig dargestellt und mind. 3 x erwähnt wie unverschämt ich gewesen sei....und zum Schluß erklärt die Ärztin noch eingentlich hätte sie es getan aber nur weil ich frech geworden wäre hätte sie es dann nicht getan. Das Vertrauensverhältnis sei von meinem Auftreten gestört.

Diesen "Befundberich" hat sie nun an den Hausarzt meiner Mutter weitergeleitet am 2. Juni d.J. obwohl die Sache so lange zurückliegt und hat kein anderes Wort über den Zustand meiner Mutter vorloren außer zu behaupten sie weigere sich sich onkologisch und nephrologisch speziell versorgen zu lassen (sie wollen sie an die Dialyse zwingen obwohl sie noch ohne kann) und die Onkologin (meine Mutter hat auch Krebs) hat ihr gesagt sie sei austherapiert....

Da ich selber dort Patientin bin in der Hausarztpraxis und auch weiterhin für meine Mutter dort stellvertretend bin ist nun das Vertrauensverhältnis gestört. Ich sehe mich gezwungen eine neue Hausarztpraxis zu suchen die auch Hausbesuche in unserem Einzugsgebiet macht. Dies war sowieso schon schwierig zu finden und ich war froh diesen zu haben. ich selber werde dort nicht mehr hingehen weil ich mich schon gewundert habe warum sie so unfreundlich das letzte Mal mir gegenüber waren.

Ich frage mich ob die Ärztin dazu befugt war. Bin ich nicht als Angehörige meiner Mutter auch deren Angelegenheit und fällt das nicht unter Schweigepflicht und darf die Ärztin das?
Vermischt sie nicht einen persönlichen Disput mit Ihren Aufgaben?

mfg
Kerste Warstat

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihr Ärger ist gut nachvollziehbar. Der Fall klingt zudem eher ungewöhnlich.

Die ärztliche Schweigepflicht ist zunächst sowohl im Strafgesetzbuch (§ 203 StGB: Verletzung von Privatgeheimnissen ) als auch in den Berufsordnungen der Landesärztekammern (§ 9 BO) geregelt.

Nach den Auffassungen der meisten Ärztekammern und Gerichte ist der geschützte Geheimbereich weit zu ziehen. Zu ihm gehören nicht nur diejenigen Tatsachen und Umstände, die sich auf den Gesundheitszustand des Patienten beziehen
sondern "alle Gedanken, Meinungen, Empfindungen, Handlungen, familiären, finanziellen und beruflichen Verhältnisse, an deren Geheimhaltung der Patient oder ein Dritter, auf den sich das Geheimnis bezieht erkennbar ein Interesse hat." Dazu gehören auch solche Umstände, die der Arzt im Rahmen seiner Berufsausübung zufällig beobachtet hat oder erfährt.

Die Schweigepflicht ist grundsätzlich auch gegenüber anderen Ärzten zu beachten.

Nun stellt sich die Frage, in welcher Form die Entbindung stattgefunden hat, ausdrücklich in einem Formular oder mutmaßlich aufgrund der Bitte um Überweisung.

Auf keinen Fall dürfte die von ihnen geschilderte Mitteilung dem objektiven Willen ihrer Mutter entsprechen bzw. entsprochen haben. Die dort niedergeschrieben Beobachtungen sind zum einen Subjektiv, zum anderen haben sie nichts mit dem Umfang der Schweigepflicht zu tun und haben darüber hinaus ehrverletzenden Charakter. Überdies wäre der Befundbericht, wenn er sich über ihr angebliches Verhalten auslässt, geeignet, die medizinische Versorgung zu gefährden.

Die Grenze ist jedoch dort zu ziehen, wo ein berechtigtes Interesse an der Mitteilung bestehen könnte, weil zum Beispiel von der Begleitperson eine konkrete Gefahr ausgeht. Das ist hier abzulehnen. Es wird anzunehmen sein, dass der Befundbericht unsachlich ist und eine Verletzung berufsrechtlicher Pflichten darstellt.

Letztlich würde ich, ihre Schilderung zugrundegelegt zu dem Ergebnis kommen, dass die Ärzten nicht in der beschriebenen Art handeln durfte. Eine andere Frage ist, was Sie tun können. Zum einen wäre ein persönliches oder anwaltliches Schreiben denkbar, in dem zunächst - vor weiteren Schritten - zu einer Stellungnahme aufgefordert wird. Auch eine Anzeige an die Ärztekammer wäre denkbar, schlimmer sogar an die Staatsanwaltschaft, den Vorgang auf strafrechtlich relevante Vorgänge zu prüfen.

Letztlich ist entscheidend, was SIe in dem Fall erreichen möchten, also ob ihnen eine Entschuldigung oder ggf. Rechtfertigung der Ärztin ausreicht oder ob weitere Konsequenzen gewünscht sind. Dass das Verhalten so nicht stehen gelassen werden soll, ist auf der anderen Seite ebenfalls gut nachvollziehbar. Immerhin ist auch ihre eigene Rechtssphäre betroffen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 08.06.2015 | 11:25

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als Laie versteht man manche formulierungen nicht gleich .....aber insgesamt verständlich

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