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schulrecht : täuschungsversuch


| 04.07.2007 20:35 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



guten tag,

ich wurde heute verdächtigt ein täuschungsversuch in einer „werkstoffkunde und chemie“ klausur begangen zu haben.

die situation sieht wie folgt aus:

es geht um den zweiten von drei versuchen einer werkstoffkunde und chemie klausur.

jeder student darf ein periodensystem mit in die klausur nehmen.

auf der rückseite meines periodensystem hatte ich einige kleine basisformeln und ähnliches geschrieben. zudem waren noch ein lösungsblatt zu einigen vorher gestellten aufgaben dabei. und ein blatt mit stichwörtern die hintereinander nach zahlen aufgeschrieben waren, da ich nach der kettenmethode auswendig gelernt hatte.
diese waren alle zusammen zu jederzeit beim lernen in einer klarsichthülle und ich hatte die zettel aus nervösität und müdigkeit schlichtweg vergessen.
dies kann ich aber leider nicht von den auf der rückseite des periodensystems geschriebenen formeln behaupten.

es wurde am anfang der stunde, wie es normalerweise üblich ist, jedoch nicht darauf hingewiesen welche unterlagen erlaubt und welche nicht erlaubt sind.

unmittelbar nach dem ich meine klausur bei der klausurausgabe bekommen habe hat herr x meine unterlagen durchgeschaut und diese gefunden.
zu dieser zeit war ich gerade dabei meinen namen auf das aufgabenblatt zu schreiben und habe noch nicht in diese unterlagen geschaut.

herr x hat diese blätter eingezogen und mir ein neues periodensystem zur verfügung gestellt.

ich habe nun begonnen die klausur zu bearbeiten und nach ca 1 stunde kam die professorin frau y herein und hat die unterlagen die ich zu beginn weggetan habe einkassiert und wollte mich von der klausur ausschließen.

wir haben eine weile diskutiert und sie sagte das ich weiterschreiben könnte doch das sie dies von dem dekan prüfen lassen wird und er entscheiden wird. und das die lage aber sehr schlecht aussieht.

ich habe den chemie teil noch zuende geschrieben um zu beweisen das ich auch ohne die besagten hilfmittel eine sehr gute note schreiben konnte.

jedoch nachdem ich vor der klasse vor meinen komilitonen derartig „bloss gestellt“ wurde und sie gesagt hat das die aussichten sehr schlecht aussehen, konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. ich bin aufgestanden und habe die klausur abgegeben und gesagt das ich nach dieser sache nicht mehr fähig bin eine angemessene klausur zu schreiben.

meine argumente sind also

1.das sie mich an ort und stelle die sachen hätte abfragen können und ich alles richtig beantwortet hätte und das es nicht logisch zusammenpasst warum ich täuschen sollte wenn ich doch zu 100% in der lage bin auch alles ohne zu rechnen.

2.am anfang der stunde wurde nicht darauf hingewiesen welche unterlagen erlaubt sind und welche nicht.

3.ich habe noch nicht einmal in die klausur geschaut als herr x meine sachen eingezogen hat.

4.ich hatte noch 2 weitere zettel in meiner tasche von der ich wusste das sie auf jeden fall inhalt der klausur werden. und wenn ich mogeln wollte hätte ich diese wohl eher hineingetan. stattdessen habe ich mir diese zettel angeschaut und dann weggetan wie der helfende dozent auch gesehen hat.

5.ich habe die zettel schlichtweg aus nervosität und müdigkeit vergessen herauszunehmen.

Ich gebe ein kleines beispiel das mit dieser situation vergleichbar ist:
ein nichtraucher geht mit einer zigarette in ein restaurant in dem rauchen nicht gestattet ist und wird beschuldigt des dort eine zigarette zu rauchen zu wollen.

was kann ich da tun? ich bitte um hilfe!

Mit freundlichen Grüßen azuran





05.07.2007 | 12:39

Antwort

von


3 Bewertungen
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10115 Berlin
Tel: 030/71535451
Web: www.berliner-kanzlei.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

auf des von Ihnen genannten Sachverhaltes komme ich zu folgender Einschätzung: Grundsätztlich unterliegt es dem zuständigen Fachlehrer zu entscheiden, wie mit einem Täuschungsversuch umzugehen ist: Die Notenverordnung des Landes Baden-Württemberg sieht in § 8 Art. 6 vor: "Begeht ein Schüler bei einer schriftlichen Arbeit eine Täuschungshandlung oder einen Täuschungsversuch, entscheidet der Fachlehrer, ob die Arbeit wie üblich zur Leistungsbewertung herangezogen werden kann. Ist dies nicht möglich, nimmt der Fachlehrer einen Notenabzug vor oder ordnet an, dass der Schüler eine entsprechende Arbeit nochmals anzufertigen hat. In Fällen, in denen eine schwere oder wiederholte Täuschung vorliegt, kann die Arbeit mit der Note “ungenügend” bewertet werden."
Dass in Ihrem Fall ein Täuschungsversuch vorliegt, ist leider nicht in Abrede zu stellen: Ob die von Ihnen auf dem Periodensystem oder auf den "Zetteln" vermerkten Lösungen nutzbar gewesen wären oder nicht, spielt dabei strafrechtlich gesehen ebenfalls keine Rolle. Sie wurden auch "auf frischer Tat erwischt". Dennoch hat der Lehrer angemessen, also verhältnismäßig, zu handeln: Man hätte Ihnen vor Ort klar sagen müssen, ob die Arbeit nunmehr gewertet wird oder nicht. Andereits können Sie sich aber auch nicht über diese Unsicherheit beschweren, denn immerhin konnten Sie noch von der Möglichkeit der Wertung ausgehen, haben also eine Chance bekommen. Wenn Sie sich dann, obwohl Ihnen Schlimmeres hätte drohen können, darauf berufen, mit der Ungewissheit nicht mehr vernünftig arbeiten bzw. sich konzentrieren zu können, dann könnte dieses Handeln allein Ihnen zuzurechnen sein. Auf Deutsch: Sie hätten die noch bestehende Chance nutzen sollen. Ich befürchte daher, dass Sie keine Chance haben, die Klausur erneut zu schreiben. Andererseits war auch das Handeln der Lehrer nicht ganz korrekt und eindeutig, so dass Sie vielleicht auf eine "Gnadenentscheidung" hinwirken könnten, auf die Sie letztendlich aber keinen Anspruch haben.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Roscher (Rechtsanwalt)


Nachfrage vom Fragesteller 05.07.2007 | 12:56

vielen dank für die antwort

doch es geht mir hauptsächlich darum das die klausur in gewisserweise zu dem zeitpunkt noch nicht angefangen hatte. die blätter wurden während der klausurausgabe gefunden. demnach kann doch eigendlich kein täuschungsversuch stattgefunden haben, da es noch nichts zum täuschen gab. daher denke ich auch das ich nicht auf frischer tat erwischt wurde, weil ich ja im grunde noch nichts "getan" habe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2007 | 13:44

Sehr geehrter Fragesteller,

ich muss Sie enttäuschen: Das Versuchsstadium setzt bereits zu dem Zeitpunkt ein, wo sie konkrete Schritte zur Umsetzung Ihres Plans einleiten, sprich, in dem Moment des Erstellens von "Spickern". Diese hatten Sie sogar noch in den Klassenraum mitgeführt und in unmittelbarer Nähe. Wie gesagt: Es stellt sich die Frage, ob man es nicht in diesem frühen Versuchsstadium bei einer Verwarnung (erhobener Zeigefinger) hätte belassen können.

Mit freundlichen Grüßen,
Markus Roscher (Rechtsanwalt)

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