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schadenersatz, fehler bei kfz reparatur


| 10.12.2010 01:52 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Trettin



hallo, folgende frage:
ich habe ein gebrauchtes kfz in ordnungsgemäßem guten zustand gekauft und ca 200km nach karlsruhe überführt. hier habe ich eine kfz werkstatt beauftragt neuen tüv für das fahrzeug zu erlangen mit allen notwendigen reperaturen. kleinreparaturen wie z.b. rückfahrlichtschalter war defekt, wurden durchgeführt und der tüv wurde zur zufriedenheit absolviert. nun habe ich einen freund gebeten das fahrzeug zum endbestimmungsort (ferienhaus in kroatien) zu überführen. also etwa zwei tage nach der reparatur (rückfahrlichtschalter am getriebe) fuhr mein freund los und kam nach 1300 km in split an. ein intensiver ölgeruch und ein subjektives unschönes geräusch vom getriebe viel ihm gegen ende der reise auf. er fuhr mit dem kia in eine kia-vertragswerkstatt zur überprüfung. das getriebe war defekt. klare ursachenanalyse der werkstatt: der getrieberückfahrlichtschalter wurde unsachgemäß eingebaut, das gewinde wurde dabei überschnitten, die dichtfunktion zum getrieberaum war nicht mehr gegeben. auf der langen fahrt ist das getriebeöl nach angabe der werkstatt bis auf ca. 10% der nötigen menge verloren gegangen. dies hätte den getriebeschaden verursacht. die ursache konnte nur durch das zerlegen des getriebes festgestellt werden. die ergebnisse wurden mit fotos dokumentiert. die werkstatt in karlsruhe wurde auf die vorwürfe angesprochen, sie wurden zurückgewiesen, das nachbesserungsrecht wurde nicht eingefordert. ich habe die reparatur in der fachwerkstatt in split durchführen lassen. eine interne anfrage bei einer kia-werkstatt in deutschland hat ergeben, dass durchaus der getriebeschaden durch den unsachgemässen einbau des rückfahrlichtschalters verursacht worden sein kann.als zeugen stehen zur seite: der überführer, der auftraggeber werkstatt in karlsruhe, der techniker werkstatt split und die nicht gerade scharfen fotos der schadensstellen im getriebe.
wie sind die erfolgsaussichten einer klage?
wenn gut, könnten sie, möglichst aus karlsruhe, die klage führen? welche risiken sprechen gegen eine klage?

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt Stellung nehme:

I. Grundsätzlich dürfte Ihnen ein Anspruch auf Schadensersatz zustehen, so daß - gewissermaßen abstrakt betrachtet - eine Klage durchaus Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

Denn wenn und weil in der Kfz-Werkstatt der Rückfahrlichtschalter unsachgemäß eingebaut wurde, hat der beauftragte Unternehmer seine vertraglichen Pflichten verletzt. Er ist Ihnen deshalb jedenfalls nach § 280 Abs. 1 BGB zum Schadensersatz verpflichtet, wenn er den Mangel zu vertreten hat, d. h. ihm zumindest Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist. Das wird gemäß § 280 Abs. 1 Satz 2 widerlegbar vermutet.

II. Zu ersetzen sind insbesondere die Kosten für die Getriebereparatur.

Bei dem Getriebeschaden handelt es sich um einen sog. Mangelfolgeschaden. Dieser Schaden hätte sich durch eine Nacherfüllung - also durch einen ordnungsgemäßen Einbau des Schalters - nicht beheben lassen. Es kommt deshalb m. E. nicht darauf an, ob Sie dem Unternehmer eine Frist zur Nacherfüllung gesetzt haben; denn eine solche Fristsetzung wäre sinnlos gewesen. Das gilt erst recht, wenn der Unternehmer - wie Sie andeuten - eine Nacherfüllung sogar ernsthaft und endgültig verweigert hat (vgl. etwa § 281 Abs. 2 BGB).

III. Ob Sie vor Gericht Erfolg haben werden, hängt allerdings nicht so sehr von diesen materiell-rechtlichen Erwägungen ab. Im Gegenteil liegt auf der Hand, daß Sie einen Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn der Rückfahrlichtschalter falsch eingebaut wurde und dies zu einem Getriebeschaden geführt hat.

Problematisch ist vielmehr, ob diese tatsächlichen Voraussetzungen erfüllt sind, d. h. ob der Einbau fehlerhaft war und der Getriebeschaden auf dem fehlerhaften Einbau beruht. Wichtig ist auch, ob Sie dies beweisen können.

Letzters ist naturgemäß schwer zu prognostizieren, weil das Gericht nach § 286 Abs. 1 ZPO "nach freier Überzeugung" zu entscheidend hat, ob es eine tatsächliche Behauptung für wahr erachtet oder nicht.

Aus meiner Sicht wird die hauptsächliche Schwierigkeit hier darin bestehen zu beweisen, daß zwischen dem fehlerhaften Einbau des Schalters und dem Getriebeschaden ein Kausalzusammenhang besteht. Daß der Getriebeschaden, wie Ihre Anfrage ergeben hat, auf einem unsachgemäßen Einbau beruhen kann, deutet m. E. aber darauf hin, daß sich der Zusammenhang zwischen fehlerhaftem Einbau und Getriebeschaden zumindest mit Hilfe eines Sachverständigen beweisen läßt. Ob der Beweis tatsächlich gelingt, vermag ich aber nicht zu sagen, zumal ich weder die Fotos noch die Angaben möglicher Zeugen kenne.

Ich hoffe dennoch, daß diese Auskunft Ihnen weiterhilft, und bin gerne bereit, Sie in einem Verfahren gegen die Kfz-Werkstatt zu vertreten. Bitte kontaktieren Sie mich per E-Mail (fea@trettin-rechtsanwaelte.de), falls Sie daran interessiert sind. Selbstverständlich haben Sie auch die Möglichkeit, hier eine kostenlose Nachfrage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 21.05.2013 | 18:46


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