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Schadenersatz - Baum eigenmächtig abgesägt


17.11.2005 21:49 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Baumzweig wurde von mir abgesägt, weil er das Satelittempfang störte.Das Baum ist sonst in Ordnung geblieben. Dem Vermieter gefällt jetzt die Aussicht nicht mehr. Er will einen neuen Baum kaufen und verlangt von mir schadenersatz in Höhe von 1.000 €.
Ist das berechtigt, ist der Betrag angemessen? Was kann ich dagegen tun um nicht zu bezahlen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

1. Bevor Sie den Baumzweig abgesägt haben, hätten Sie mit dem Vermieter Rücksprache halten müssen, ob dies in Ordnung geht. Denn der Vermieter ist Eigentümer des Baumes und allein er entscheidet darüber, was mit dem Baum geschieht.

Ein Recht zur Beseitigung des Astes hätte Ihnen allenfalls analog § 910 BGB zugestanden. Diese Norm lautet:

BGB § 910 Überhang
(1) Der Eigentümer eines Grundstücks kann Wurzeln eines Baumes oder eines Strauches,
die von einem Nachbargrundstück eingedrungen sind, abschneiden und behalten. Das
Gleiche gilt von herüberragenden Zweigen, wenn der Eigentümer dem Besitzer des
Nachbargrundstücks eine angemessene Frist zur Beseitigung bestimmt hat und die
Beseitigung nicht innerhalb der Frist erfolgt.
(2) Dem Eigentümer steht dieses Recht nicht zu, wenn die Wurzeln oder die Zweige die
Benutzung des Grundstücks nicht beeinträchtigen.

Sie hätten dann aber – wie bereits gesagt – dem Eigentümer eine Frist zur Beseitigung des störenden Astes setzen müssen. Dies ist nach Ihren Angaben nicht geschehen.

Eine andere Frage ist zudem, ob Ihnen der Mietvertrag überhaupt gestattet, eine Satellitenschüssel anzubringen.

2. Sie haben also den Baum „beschädigt“. Ob der Eigentümer wirklich für einen abgeschnittenen Ast einen ganzen neuen Baum verlangen kann, hängt davon ab, wie stark Sie den Baum beschnitten haben. Handelt es sich etwa um einen großen Baum und haben Sie davon nur einen Ast abgesägt, so wäre ein „komplett neuer Baum“ natürlich unverhältnismäßig. Haben Sie jedoch den Baum in seiner „Pracht“ wesentlich beschnitten, so erschiene das Begehren des Vermieters nicht ungerechtfertigt. (Sie sagen, dass der Baum sonst in Ordnung geblieben ist. Trifft dies wirklich so zu, dann kann der Vermieter nicht ohne Weiteres einen neuen Baum verlangen.)

Gegen die Forderung des Vermieters können Sie sich mit dem Argument wehren, dass Sie an dem Baum keinen wesentlichen Schaden angerichtet haben, so dass die Anschaffung eines neuen Baums nicht notwendig ist. In jedem Fall muss der Vermieter die Höhe des Schadens beweisen, d. h. darlegen, warum die Anschaffung eines neuen Baums notwendig ist und warum ein solcher Baum 1000,-- EUR kostet.

Versuchen Sie sich mit dem Vermieter zu einigen. Zeigen Sie ruhig die Bereitschaft, einen niedrigen Betrag für die Beschädigung zu zahlen, also z. B. ca. 50 EUR.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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