Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

reisegepäckdiebstahl - Versicherung zahlt nicht


15.09.2005 17:35 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Im letzten Urlaub wurde uns in Südfrankreich - in einer abgelegenen Gegend (Cevennen) unser Auto aufgebrochen und unser komplettes Gäck gestohlen. An diesem Tag hatten wir unser Appartment räumen müssen. Das neue Feriendomizil konnte erst am Abend bezogen werden. So parkten wir unser vollbepacktes Auto an einem Fluß und gingen baden. Als wir zurückkamen, war alles weg. Nun weigert sich die Reisegepäckversicherung, für den Schaden aufzukommen. Sie sieht in unserem Verhalten grobe Fahrlässigkeit da wir nur angegeben hatten, daß das Auto versperrt war, aber nicht erwähnten, daß wir Sichtkontakt dazu hatten. (Wobei wir es natürlich nicht ständig beobachteten). Außerdem sei bekannt, daß die Diebstahlgefahr in südl. Ländern sehr hoch ist.
Haben wir bei einem Rechtsstreit eine Chance?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ohne genaue Kenntnis der Versicherungsbedingungen sowie des zugrundeliegenden Sachverhaltes kann ich Ihnen im Folgenden nur eine grobe Einschätzung der Rechtslage liefern:

Es gibt zum Thema Reisegepäckversicherung und grobe Fahrlässigkeit eine Vielzahl von Gerichtsurteilen, leider ist die Rechtsprechung hierzu nicht einheitlich.

Grundsätzlich gilt aber, dass der Versicherte nur bei einem objektiv und subjektiv groben Fehlverhalten seinen Versicherungsschutz verliert. Von Bedeutung ist insbesondere, ob die Gefahrensituation voraussehbar und/oder vermeidbar war (BGH NJW-RR 1989, 1187).

Das Argument der Versicherung, es sei Ihnen bekannt, dass die Diebstahlgefahr in südlichen Ländern sehr hoch ist, müssen Sie jedenfalls nicht gegen sich gelten lassen. Denn damit setzt sich die Versicherung zu ihrem vorigen Verhalten in Widerspruch, wonach die Reisegepäckversicherung ausdrücklich für den Urlaub in Südfrankreich abgeschlossen wurde, also gerade dieses Risiko abgedeckt werden sollte.

Anders sieht es möglicherweise bezüglich des geforderten Sichtkontaktes aus. Nach einem wenig verbraucherfreundlichen Urteil des Landgerichts München muss der Urlauber immer Körper- und Sichtkontakt halten. Andernfalls muss die Reisegepäckversicherung für abhanden gekommenes Gepäck nicht aufkommen (LG München, Az.: 15 S 20592/94). In dem entschiedenen Fall ging es allerdings um den Verlust von Gepäck beim Aussteigen aus einem Flugzeug.

In Ihrem Fall spricht deutlich zu Ihren Gunsten, dass Sie das Gepäck in einem verschlossenen Pkw aufbewahrt haben und sich nur für kurze Zeit und nicht besonders weit von dem Pkw entfernt haben. Nach meiner vorläufigen Einschätzung liegt darin (nur) leichte Fahrlässigkeit, da Sie das Auto nicht ständig beobachtet haben.

Sie sollten die Sachverhaltsschilderung also gegenüber der Versicherung dementsprechend ergänzen und zunächst die Reaktion darauf abwarten.

Ob Sie im Falle eines Rechtsstreits Aussicht auf Erfolg haben, lässt aber aus der Ferne betrachtet schwer einschätzen, wenn auch m.E. durchaus Chancen bestehen.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Gerne übernehme ich auch Ihre weitere Vertretung, soweit erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER