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rechnung für haushaltsauflösung ohne wertanrechnung

| 29.03.2010 14:44 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


guten tag,
folgender sachverhalt:
nach dem tod meines expartners hat mich seine familie (lebt weit entfernt, ich bin etwas näher dran) gebeten, mit einer profifirma, die abtransportiert und werte für verkaufbares anrechnet, den haushalt aufzulösen. ich kannte sowas nicht, fand eine firma im internet. die schreiben: nach gemeinsamer besichtigung kostenvoranschlag + auflistung vorhandener wertsachen, die zwecks kostenminderung gegengerechnet werden. ich ließ mich telefonisch von einem mitarbeiter beraten, fand alles akzeptabel. zum thema kostenvoranschlag meinte er, der extratermin sei gar nicht notwendig, seine leute würden alles einpacken und die sachen würden dann anderorts sortiert, und dann würde man ja sehen, was noch verwertbar sei. ich nahm an, die firma habe ein gebrauchtwarenlager oder gäbe die sachen an händler weiter.
räumung dauerte lange, die leute arbeiteten zügig. ich war fast die ganze zeit vor ort, habe mich mit den leuten unterhalten und teilweise selbst mitgeholfen.
nun bekam ich eine hammerrechnung, eine wertanrechnung war nicht mit dabei. ich rief an, der mitarbeiter, dem ich den auftrag erteilt hatte, war nicht da, also fragte ich den kundenbetreuer, wie die firma mit den wertanrechnungen denn umgehe. erhielt die antwort, wenn in der rechnung nichts stünde, sei wohl alles entsorgt worden!!!! auf meine entsetzte nachfrage meinte er, der kunde müsse selbst vor ort sagen, welche sachen er verkauft haben will.
mal abgesehen, dass ich mich im gebrauchtwarenmarkt überhaupt nicht auskenne: MIR HAT NIEMAND GESAGT, DASS ICH BESTIMMEN SOLL, WAS VERKAUFT WIRD. weder der mitarbeiter am telefon noch die arbeiter vor ort. es hat mich auch keiner gefragt. das kann ich aber nicht beweisen. angesichts der finanziellen lage der familie, die für die kostenminderung bewusst darauf verzichtet hat, sachen des toten an sich zu nehmen, ist es aber völlig klar, dass ich natürlich gesagt hätte, was zu verkaufen ist!
ich habe nun ein schreiben verfasst, das die sachlage zusammenfasst, mit einer auflistung der sachen, die m.e. noch hätten verkauft werden können (dafür gibt es zeugen), mit der bitte/aufforderung, die rechnung um betrag x zu mindern.
Fragen:
1) ist das sinnvoll, oder soll ich gleich sagen, ich mindere die rechnung um betrag x? wie stehen da die chancen vor gericht?
2) bin ich als auftraggeberin prozessgegnerin oder die familie, wenns hart auf hart kommt?
ich hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können.

mfg

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Zu 1) Ist das sinnvoll, oder soll ich gleich sagen, ich mindere die Rechnung um betrag x? wie stehen da die Chancen vor Gericht?

Ich kenne zwar den genauen Wortlaut des von Ihnen verfassten Schreibens nicht, dieses ist aber genau die richtige Vorgehensweise. Auch ich als Anwalt würde zunächst außergerichtlich genau auf diesen Wege einschlagen.

Meines Erachtens hat die Firma sich hier rechtswidrig verhalten und es grenzt meines Erachtens an Strafbarkeit (Betrug), so dass Sie sich das Verhalten der Firma auf keinen Fall gefallen lassen sollten und gegebenenfalls auch der Firma gegenüber mitteilen sollten, da Sie sich ausdrücklich vorbehalten Betrugsanzeige zu erstatten.

Sie schrieben ja insoweit:" MIR HAT NIEMAND GESAGT, DASS ICH BESTIMMEN SOLL, WAS VERKAUFT WIRD“

Genau das ist der Knackpunkt. Man hat Sie ja insoweit getäuscht. Es war zunächst die vertragliche Abrede, dass dasjenige was objektiv verkaufbar ist, auch verkauft wird. Sofern Sie niemand darauf hingewiesen hat, dass Sie diese Gegenstände explizit benennen müssen, brauchen Sie dieses auch nicht, so dass Sie davon ausgehen durften (wie Sie es ja uch tun), dass die noch verwertbaren Gegenstände auch verkauft werden.

Sofern Sie die Rechnung um Betrag „X“ mindern möchten, müssten Sie diesen Betrag natürlich auch genau beziffern können. Das dürfte in Ihrem Fall relativ schwer werden. Vor Gericht sehe ich die Chancen überdurchschnittlich gut, sofern Sie die ursprüngliche mündliche Abrede beweisen können und auch beweisen können, welche konkreten Gegenstände hätten verkauft werden können (hierfür haben Sie nach Ihrer Schilderung Zeugen).

Im Endeffekt müsste ein Gutachter dann den Wert dieser Gegenstände bestimmen, oder das Gericht bestimmt einen Mittelwert, der dann von der Rechnung abzuziehen wäre.


Zu 2) Bin ich als Auftraggeberin Prozessgegnerin oder die Familie, wenn es hart auf hart kommt?

Es kommt ganz darauf an, wie Sie gegenüber der Firma aufgetreten sind. Haben Sie der Firma gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass Sie die Familie vertreten, so wäre die Familie verpflichtet und sie lediglich Vertreterin i.S.v. § 164 BGB.

Sollten Sie aber der Firma gegenüber nicht diesbezüglich geäußert haben und selber aufgetreten sein und auch Vertragspartner sein, so wären Sie Prozessgegnerin der betreffenden Firma.

Insofern Sie alleine nicht weiterkommen, würde ich Ihnen in der Angelegenheit sehr gerne weiterhelfen. Aufgrund der sehr geringen örtlichen Entfernung zu Ihnen ist eine Mandatsausführung problemlos möglich. Bei einer weitergehenden Beauftragung würde ich Ihnen den hier im Forum geleisteten Erstberatungsbetrag in voller Höhe anrechnen. Bei Interesse können Sie sich sehr gerne an meine unten genannte E-Mail-Adresse wenden, damit ich Ihnen ein unverbindliches Angebot unterbreiten kann.




Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316


Nachfrage vom Fragesteller 29.03.2010 | 15:39

hallo, herr newerla,
vielen dank für Ihre rasche, ausführliche antwort!
frage: wie beweist man eine mündliche abrede, wie beweist man, dass einem keiner was gesagt hat? ich wusste schon bei der stellung meiner frage, dass das ein knackpunkt zu sein scheint - dass es nichts schriftliches gibt. ich habe ja beschrieben, was auf der internetseite der firma stand, was der mann ganz genau gesagt hat, weiß ich nicht mehr (habe aber handschriftliche notizen), und ich nahm an, dass das, was er sagte (sachen erst mal einpacken und anderorts sortieren und dann mal sehen), das war, was ich wollte, nämlich, dass sie schauen, was sie verkaufen können und von den kosten abziehen (nach meiner unmaßgeblichen meinung um die 800-1000 € ). ich kann nur 100 pro sagen, dass mir eben niemand gesagt hat, dass ich da laut geben muss. aber auch das kann ich nicht beweisen. dass da werte waren, schon. zeugen sind seine lebensgefährtin und sein sohn, gegenenfalls die vermieterin u.a.
ich werde erst mal versuchen, es selbst zu managen und nach Ihrer antwort ein schreiben losschicken. aber es kann gut sein, dass ich Sie beauftrage. ich bin in trauer (der betreffende ist 1.3. gestorben), unser gemeinsamer sohn noch viel mehr, und ich hab gar keine nerven.
gruß aus dem sonnigen bremen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.03.2010 | 16:13

Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst einmal möchte ich Ihnen mein aufrichtiges und ausdrückliches Beileid aussprechen.

Nachfolgend möchte ich zu Ihrer Nachfrage sehr gerne wie folgt Stellung nehmen:
Ssollte die Angelegenheit vor Gericht landen, müssten Sie beweisen, dass Sie einen gewissen Betrag abziehen können. Mit anderen Worten müssen Sie beweisen, was vereinbart war, dass diese kostbaren Gegenstände verkauft werden und die Firma somit rechtswidrig verhalten hat.

Hierfür könnten Sie Zeugen benennen. Mündliche Absprachen müssen vor Gericht grundsätzlich durch Zeugen bewiesen werden. Sie haben aber noch ein anderes Beweismittel auf Ihrer Seite. Sie schrieben ja:

"nach gemeinsamer besichtigung kostenvoranschlag + auflistung vorhandener wertsachen, die zwecks kostenminderung gegengerechnet werden."

Eine solche Auflistung vorhandener Wertsachen haben Sie ja nicht erhalten. Hierzu wäre die Firma nach ihren eigenen Angebotsangaben verpflichtet gewesen. Vor Gericht wird die Firma in erheblichem Erklärungsnotstand geraten, weil sie Sie nicht vorher darauf hingewiesen hat, dass alle Gegenstände vernichtet werden und angeblich (dies stimmte ja nach Ihrer Schilderung nicht) keine Gegenstände zum Verkauf geeignet wären.

Ich wünsche Ihnen erst mal viel Erfolg für Ihren Versuch und stehe Ihnen wie bereits angekündigt sehr gerne mit meiner Hilfe zur Verfügung.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und verbleibe

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/57774


Bewertung des Fragestellers 31.03.2010 | 09:01

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