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privates Verbraucherinsolvenzverfahren

| 01.02.2008 00:31 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Sehr geehrte Rechtsanwältin, sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich hatte mich versucht zum letzten Mal mit meinen Gläubigern außergerichtlich zu einigen. Leider schlug dies fehl und zzt. habe ich die zuständige Gerichtsvollzieherin sozusagen an meiner Seite ! Die will, wenn sie mich nicht kommenden Dienstag antrifft mir die EV abnehmen.

Jetzt wollte ich jedoch in die privater Verbraucherinsolvenz gehen, da ja alles irgendwie nicht funktioniert und mir alles über den Kopf wächst. Ich hatte mir vorgenommen zu einem Anwalt zu gehen (evtl. auch Sie damit zu beauftragen - dies soll noch keine Mandatsübertragung sein !!!).

Dazu habe ich allerdings noch ein paar Fragen:

1.) Ein Gläubiger (Bank) hat mein Auto finanziert. Theoretisch könnte ich mit öffentl. Verkehrsmitteln meine Arbeitsstätte erreichen - Muss ich den Wagen abgeben ??

2.) Ich habe ein PC der "nur" 1 - 1 1/2 Jahre alt ist. Wird dieser gepfändet ??

3.) Was ist dann mit der Gerichtsvollzieherin bezgl. der EV ??

4.) Wird der pfändbare Betrag der an alle gezahlt wird gleich vom Arbeitgeber abgeführt oder von meinem Konto irgendwie eingezogen - weil ich ein befr. Arbeitsverhältnis habe ?

5.) Wie ist das mit den jetzt anfallenden Anwaltskosten im Verbraucherinsolvenzverfahren ??

Ich weiß dies sind sehr viele Fragen aber ich kann Ihnen leider nur den angebotenen Einsatz zur Verfügung stellen. Ich hoffe ich bekomme dennoch Rat.

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Fragesteller

Sehr geehrter Fragesteller,

erlauben Sie mir zunächst eine persönliche Anmerkung. Ihre Sitution ist schwierig, aber keinesfalls aussichtlos. Mit der Enstcheidung, ein Verbraucherinsolvenzverfahren einzuleiten, haben Sie den richtigen Weg eingeschlagen. Bis zur Eröffnung dieses Verfahrens vergeht einige Zeit, aber auch in der Zwischenzeit besteht kein Grund zur Panik oder Verzweiflung. Insbesondere der bevorstehende Termin zur Abgabe der EV ist keine Katastrophe.

Zu Ihren Fragen:
1.
Spätestens mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens existiert der Darlehensvertrag nicht mehr; vielleicht wird er vorher schon wegen Zahlungsverzug durch die Bank gekündigt. In der Folge müssen Sie das Fahrzeug an die Bank herausgeben, wenn Sie in Ihrem Darlehensvertrag die sog. Sicherungsübereignung vereinbart haben. Dies wird im Zweifelsfall so sein; insbesondere, wenn Sie den Fahrzeugbrief bei der Bank hinterlegen mussten.

2.
Der PC wird, ebenso wie ihr übriger Hausrat nicht gepfändet. Die Verwertung ist mit Kosten verbunden, die in keinem vernünftigen Verhältnis zum Wert des PCs bzw. zur Schuldhöhe stehen. Eine Pfändung würde nur dann betrieben werden, wenn Sie wirklich wertvolle Gegenstände hätten (plattes Bespiel: der Picasso an der Wand, der wertvolle Orientteppich.

3.
Die Frage ist mir nicht ganz verständlich; falls Ihnen meine folgenden Ausführungen nicht helfen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
Bei der EV legen Sie Ihre gesamten Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen und versichern die Richtigkeit dieser Angaben an Eides Statt.Mehr geschieht also zunächst nicht.Es gibt keinen Grund, sich diesem Termin zu entziehen, da dann Haftbefehl gegen Sie beantragt werden kann; u.U. auch durch Beschluss eine zwangsweise Öffnung Ihrer Wohnung geschehen kann usw. Die Folgen sind also weitaus dramatischer, als der Termin.
Sie erklären also, wer zB Ihr Arbeitgeber ist, welches Einkommen Sie haben, welche Vermögensgegenstände Sie besitzen (z.B.Sparbücher). Diese Angaben werden an den Gläubiger weitergeleietet, damit er prüfen kann, ob und ggf. in welchen Gegenstand er nun vollstrecken möchte.
Da eine falsche Versicherung an Eides Statt eine Straftat darstellt, müssen die Erklärungen unbedingt wahr sein. Da Sie im Zweifelsfall nichts Werthaltiges besitzen (entschuldigen Sie meine offenen Worte : dieses würden Sie ja sicherlich zur Schuldentilgung versilbern), haben Sie auch keinen Grund, etwas anderes zu sagen.

4.
Der pfändbare Betrag ergibt sich aus der Tabelle zu § 850c ZPO; Sie haben diese vermutlich bereits im Internet gefunden.
Zunächst müsste der Gläubiger einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beantragen und dem Arbeitgeber zustellen. In diesem Fall werden die pfändbaren Beträge direkt vom Arbeitgeber an den Gläubiger überwiesen; eine Zahlung durch Sie ist dann nicht mehr möglich. Anders kann es im Insolvenzverfahren sein; viele Treuhänder lassen sich lediglich die monatlichen Gehaltsbescheinigungen vorlegen und den pfändbaren Betrag überweisen, ohne den Arbeitgeber zu kontaktieren.

Die Befristung des Arbeitsverhältnisses hat keine Bedeutung.

Realistischerweise sollten Sie sich aber darauf einstellen, dass kein Arbeitgeber Pfändungen oder ein Insolvenzverfahren bei einem Angestellten gerne sieht. Eine Pfändung des Gehaltes können Sie naturgemäß nicht vor Ihrem Arbeitgeber verbergen und auch von dem Insolvenzverfahren erhält der Arbeitgeber Kenntnis (sei es, dass er vom Treuhänder kontaktiert wird oder sei es, weil er durch die öffentliche Bekanntmachnung davon erfährt). Suchen Sie daher unbedingt vorher den direkten persönlichen Kontakt und sprechen Sie das Problem offen an.

5.
Sie benötigen grundsätzlich keinen Anwalt für das Insolvenzverfahren; weder für den (noch!) notwendigen außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch noch für den Antrag an sich.
Erkundigen Sie sich zunächst nach kostenlosen Schuldenberatungsstellen (öffentliche oder kirchliche
Einrichtungen).

Es gibt grundsätzlich auch die Möglichkeit, einen Anwalt über die sog. Beratungshilfe bezahlen zu lassen, wenn Sie wegen Bedürftigkeit Anspruch auf diese staatliche Leistungen haben. Ob diese Möglichkeit auch für Sie besteht, hängt einerseits von Ihrem einkommen bzw Vermögen ab, aber auch andererseits davon, ob in Ihrem Bezirk Beratungshilfe für diese Rechtssache bewilligt werden. Dies ist regional unterschiedlich; da ich Ihren Wohnort ohne Postleitzahl nicht zuordnen kann, kann ich Ihnen nicht sagen, ob dies möglich ist. Zuständig wäre für Sie das Amtsgericht an Ihrem Wohnort; dort erhalten Sie kostenlos alle Informationen; bitte fragen Sie dort nach der Abteilung für Beratungshilfe.
Ob die Die Beauftragung eines Anwaltes in ihrem Fall sinnvoll oder erforderlich ist, kann ich so nicht beurteilen. Wenn es keine größeren rechtlichen Probleme gibt, können Sie ebenso gut die öffentliche Beratungsstelle wählen (beachten Sie aber bitte, dass diese zT erhebliche Wartezeiten haben).

Wenn Sie es in Erwägung ziehen, stehe ich Ihnen für die vorgerichtliche Vorbereitung und Antragstellung selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Da Sie eine gütliche Einigung mit den Gläubigern bereits vergeblich versucht haben, dürfte wohl kein Weg mehr an der Verbraucherinsolvenz vorbeiführen. Sie haben sich sicherlich informiert und festgestellt, dass es zwar einige Probleme gibt, aber das Verfahren insgesamt weit weinger dramatisch verläuft, als Ihre momentane Sitution heute ist.

Gehen Sie die Insolvenz daher schnellstmöglich an; je eher Sie beginnen, um so eher sind Sie am Ende schuldenfrei.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen einen Überblick gegeben zu haben; für Unklarheiten oder Nachfragen nutzen Sie bitte die vorgesehene Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Mohr
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 01.02.2008 | 20:17

Sehr geehrte Frau Mohr,

ich möchte mich erst einmal herzlich Bedanken für Ihre ausführlichen Schilderungen zu meinen Fragen und zu Ihren Tipps. Sie haben mich wesentlich darin bestärkt nun diesen Weg zu gehen.

Ich hätte allerdings noch folgende Nachfragen.

Zum Punkt der EV - Da hab ich halt nur ein bißchen Angst, dass sobald die Gläubiger dies mitbekommen sofort mit einer Gehaltspfändung kommen. Eigentlich ist ja, weil man Schulden hat dies kein Entlassungsgrund. Aber ich kann Ihnen versprechen wenn und dies wird ja nun geschehen, mein Arbeitgeber dies mitbekommt "fliege" ich im hohen Bogen. Mein Vertrag wurde vor kurzem im Personalrat um 2 Jahre verlängert - Ich hab allerdings noch nicht unterschrieben. Deshalb der Einwand mit dem befr. Arbeitsvertrag.

Nun aber zu den Nachfragen:

Hauptberuflich arbeite ich ganz normal in Vollzeit. Nebenbei habe ich im letzten Jahr, wo noch alles gut lief ein Nebengewerbe über den Verkauf von DVD`s über ebay eröffnet. Dort habe ich zzt. keine Schulden - alles bezahlt. Damit wollte ich halt auch schneller meine Schulden mit abbezahlen. Ich habe jetzt noch einige originalverpackte DVD`s zu Hause. Was wird damit passieren ?? Überhaupt mit dem Gewerbe ? Soll ich es abmelden ??

Das war`s zu den Nachfragen.

Bei meiner örtlichen Schuldnerberatungsstelle bekomme ich frühestens im Sommer einen Termin. Aufgrund dessen würde ich lieber einen Anwalt damit beauftragen eben auch, weil ich die große Bank und einen Anwalt habe die mir große Probleme machen. Sie haben sich ja angeboten mich zu beraten/zu vertreten. Dies würde ich gerne in Anspruch nehmen. Würde aber gern noch das mit den Kosten abklären.

Ich Danke Ihnen vielmals für Ihre bisherige Beratung und freue mich auf eine evtl. weitere Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Fragesteller

Ergänzung vom Anwalt 03.02.2008 | 19:30

Sehr geehrter Fragesteller,

ich denke, Ihre weiteren Nachfragen eignen sich nicht gut für diese unpersönliche Beratung; ich würde diese Fragen daher lieber in einem persönlichen Telefonat kurz mit Ihnen besprechen (für Sie selbstverständlich unverbindlich und kostenfrei). Ich bin leider erst wieder am Dienstag im Büro erreichbar; bitte rufen Sie mich im Laufe des Tages an oder senden Sie mir eine email mit Ihrer Telefonnummer (Kontaktdaten über 123recht.net oder über den obigen Verweis auf meine hompage).

Deshalb nur kurz zu Ihrem Nebengewerbe:
Grundsätzlich kann auch in dem Verfahren ein Gewerbe unterhalten werden; da aber die Verfügungsbefugnis im ersten Jahr des Verfahrens beschränkt ist, muss der Treuhänder diese Tätigkeit erlauben und es bestehen dann einige praktische Probleme.
Die DVDs werden, sofern es sich dabei nicht um großes Lager handelt, ebenfalls kaum gepfändet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Mohr

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