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private Pflegeleistung von Steuer absetzbar?


| 12.12.2012 14:40 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Lieber Rechtsanwalt,

meine Oma muss aufgrund Ihrer recht guten Rente Steuererklärungen abgeben. Sie ist 83 jahre alt und kann auch kaum noch allein im Haushalt etwas anstellen. Meine Mutter - selbst Rentnerin - betreut meine Oma regelmäßig 6 Stunden am Tag und bekommt von Oma 130 Euro monatlich Geld für die Leistung. Wir wollten die Pflegeleistungen von der Einkommensteuer absetzen (20 % Ermäßigung, maximal 600 Euro jährlich), aber die Aufwendungen wurden nicht anerkannt. Wir wollen jetzt in Einspruch gehen und die Kosten anerkannt haben. Im Internet stehen auch gelegentlich Tipps, dass private Pflegeleistungen von Angehörigen absetzbar sind. Können Sie mir vielleicht genau sagen, ob sie nun absetzbar sind oder nicht? Und eventuell auch einen Paragraphen des Einkommensteuergesetzes nennen incl. der dazugehörigen Richtlinie? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, die ist nämlich ein Weihnachtsgeschenk für meine Oma. Fällt die Antwort negativ aus, lege ich Ihr die Antwort am 27.12. vor :-)

Liebe Grüße
Sehr geehrte Fragestellerin,
vielen Dank für ihre Frage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.
Die Pflegeleistungen fallen als haushaltsnahe Dienstleistung unter die Regelung des § 35c Einkommensteuergesetz. Dabei sind 20 % der Pflegeleistungen grundsätzlich steuerlich absetzbar, bis zu einem Höchstbetrag in Höhe von 4.000,00 €. Allerdings ist Voraussetzung dafür, dass die Pflegeleistungen mit einer Rechnung geltend gemacht wird und diese unbar bezahlt wird. Dies könnte hier auch der Ablehnungsgrund für das Finanzamt gewesen sein. Sie können mir gerne auch kurz mitteilen, warum das Finanzamt hier die Leistung abgelehnt hat, gegebenenfalls den Wortlaut aus dem Steuerbescheid.
Ich nehme aber an, dass hier die Leistungen möglicherweise bar geflossen sind, so dass eine Geltendmachung aus formellen Gründen sodann ausscheidet.
Leider kann ich mich aufgrund der Antwort zunächst nicht am Weihnachtsgeschenk für Ihre Oma beteiligen, stelle Ihnen jedoch frei, mir im Rahmen der kostenfreien Nachfrage noch weitere Informationen zukommen zu lassen.


Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2012 | 15:09

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, die Leistungen sind bar geflossen, im Steuerbescheid wurde nichts erläutert, war wohl ein Fehler von der Bearbeiterin. Kann man nicht auch Quittungen vorlegen, für jeden einzelnen Monat? Mit Unterschriften und so?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2012 | 15:19

Vielen Dank für Ihren Nachtrag.
Leider ist im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen, wie bereits oben geschrieben, nur eine unwahre Zahlung möglich. Dies ergibt sich aus § 35a Abs. 5 Satz 3 Einkommensteuergesetz. Sie können den Paragraphen gerne kurz nachlesen. Insofern bildet sich hier eine formelle Hürde, die sie im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen wohl nicht überspringen können, wenn die Leistungen bereits Bar geflossen sind.
Es besteht ansonsten noch die Möglichkeit, die Pflegeleistungen als Sonderausgabe und hier als außergewöhnliche Belastung nach §§ 33, 33a Einkommensteuergesetz als besondere Aufwendungen für die Pflege geltend zu machen. Dies können Sie grundsätzlich auch noch im Rahmen des Einspruchs entsprechend darstellen. Hier werden sodann auch die Quittungen und Barauszahlungen akzeptiert, Sie können hier auch die gesamten Aufwendungen geltend machen.
Möglicherweise bestehen auch Pauschbeträge nach § 33b EStG, die hier gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden können, insbesondere wenn eine anerkannte Behinderung besteht. Die Behinderung müsste sodann mit einem entsprechenden Ausweis oder Bescheid gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden.
Gerne können Sie sich weiter an mich wenden.


Bewertung des Fragestellers 20.05.2013 | 21:27


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