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private Berufsunfähigkeitsversicherung - Rente und neuer Beruf


31.07.2007 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin selbständiger Handwerker und hatte einen Motorradunfall (selbst daran schuld). Mein Geschäft ruht zur Zeit.
Laut Gutachten wurde ich zu mind. 60% berufsunfähig eingestuft. Ich habe eine private Berufsunfähigkeitszusatzversicherung abgeschlossen mit ca. 1000Euro Rente monatlich. Das 1. Jahr hat meine private Krankenversicherung Krankentagegeld gezahlt.

Nun meine Fragen:


1. Zu 60% berufsunfähig bedeutet für mich also, dass ich zu 40% berufsfähig bin!?? Darf ich die 40% - 16 Stunden (40 Stunden Woche) arbeiten oder nicht? Gibt es eine Rentenkürzung um 40%?

2. Bekomme ich weiterhin die monatliche volle Rente (oder auch einen Teil) wenn ich als KFZ Monteur arbeite?


Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Zu 1) "Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, (voraussichtlich dauernd) außerstande ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund seiner Ausbildung und Erfahrung (ein Teil der Versicherer spricht von Fähigkeiten und Kenntnissen) ausgeübt werden kann und seiner bisherigen Lebensstellung entspricht."

Der Grad der Berufsunfähigkeit (bei Ihnen 60%) hat folgende Bedeutung:
Normalerweise erhalten Sie ab einer Berufsunfähigkeit von 50 % (tariflicher Standard) die volle vereinbarte Rente.
Der für Sie geltende Mindestgrad ist in Ihrem Versicherungsschein dokumentiert.
Sie müssten damit ein Anrecht auf Ihre volle BU besitzen.

Zu 2) Bezüglich einer neuen Arbeit ist folgendes auszuführen:

Eine völlige Aufgabe Ihrer Berufstätigkeit ist nicht Voraussetzung für den Eintritt bedingungsgemäßer BU. Sie verlieren Ihren Anspruch auf die anerkannten Leistungen grundsätzlich auch dann nicht, wenn Sie unter Einsatz übermäßiger Anstrengungen oder unter Aufzehrung Ihrer verbliebenen gesundheitlichen Substanz eine Berufstätigkeit mit dem bisherigen vollständigen beruflichen Belastungsprofil oder nur mit den gesundheitlich nicht beeinträchtigten Tätigkeitsfeldern fortsetzen, vorausgesetzt natürlich, der vertraglich vereinbarte BU-Mindestgrad wird nach ärztlichen Feststellungen nicht unterschritten.
Aber Achtung! Die bloße Tatsache, dass Sie nach wie vor und über einen längeren Zeitraum Ihren bisherigen oder neuen Beruf in vollem Umfang uneingeschränkt trotz ärztlich bestätigter gesundheitlicher Funktionseinbußen ausüben, kann als Wiederherstellung Ihrer Berufsfähigkeit angesehen werden. Insofern kann also die Tatsache der vollen Berufsausübung als Nachweis wieder erlangter Berufsfähigkeit höher bewertet werden, als eine entgegenstehende ärztliche Aussage über Ihre Berufsunfähigkeit. Würde man im Rahmen einer Nachprüfung Ihrer BU auf einen solchen Sachverhalt treffen, wäre mit großer Wahrscheinlichkeit eine eingehende medizinische Überprüfung Ihrer BU angezeigt.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 31.07.2007 | 19:03

Hallo,

leider konnten Sie mir nicht weiterhelfen.

zu 1. Ich weiß, dass ich eine monatliche Rente bekomme, weil ich ja über 50% eingestuft wurde. Ich kenne auch meine Versicherungsbedingungen.
Meine Fragen lauteten aber:
Darf ich die 40% = 16 Stunden (40 Stunden Woche) "legal" arbeiten oder nicht?
Gibt es in dem Fall eine Rentenkürzung um 40%?

zu 2. Ich bin selbständiger Trockenbauer und würde gern zum KFZ-Monteur umschulen, da ich den Beruf als Trockenbauer nicht mehr ausüben kann. Also ein ganz anderer Beruf.
Darauf bezog sich meine Frage ob ich weiterhin meine monatliche Rente bekomme, wenn ich dann als KFZ-Monteur arbeite.


Vielen Dank nochmals

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.07.2007 | 22:39

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie verwechseln hier augenscheinlich die Erwerbsminderungsrente mit Ihrer privaten BU. Ihre private BU zahlt dann, wenn man im tatsächlich ausgeübten Beruf berufsunfähig wird. Berufsunfähigkeit heisst also, man kann in seinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten.
Sie dürfen also keine 16 stunden arbeiten bzw. es gibt für Sie auch keine Rentenkürzung um 40%.

Zu 2) Verweise ich auf das oben ausgeführte. Bedenken Sie, falls Sie nach der Berufsunfähigkeit einen anderen Beruf aufnehmen, mit einem vergleichbarem Einkommen, dann kann die Versicherungszahlungen entfallen.

MFG

RA Kienhöfer

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