Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

persönliches Möbelstück verliehen

| 03.10.2019 14:38 |
Preis: 35,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Stefanie Kremer


Guten Tag,
da ich in eine kleinere Wohnung gezogen bin, habe ich für die Dauer meines Studiums ein Küchenbuffet an eine befreundete Wohngemeinschaft verliehen.
Kürzlich habe ich erfahren, dass nun auch die letzte Person die ich in der WG kannte ausgezogen ist.
Im Nachhinein habe ich die Kontaktdaten der neuen Bewohner bekommen- die allesamt nicht reagieren. Nun stehe ich kurz vorm Umzug zurück in meine Heimat.
Das Möbelstück habe ich vor acht Jahren bei Ebay ersteigert, allerdings habe ich weder Rechnungen über den Kauf, Kontaktdaten vom Verkäufer, noch werden so alte Nachrichten bei Ebay angezeigt. Ich habe lediglich Fotos vom Möbelstück in früheren Wohnungen.
Ich habe bereits Nachrichten geschrieben, welchen persönlichen Wert es für mich hat und Fotos geschickt, die leider ignoriert werden.
Habe ich irgendeine Möglichkeit das Buffet zurückzubekommen?
Vielen Dank!

Sehr geehrte/r Fragesteller/In,

Ihre Frage möchte ich gerne wie folgt beantworten:

Bei einer Leihe können Sie ihr Eigentum auch von jemanden zurückfordern, an den die Sache vom Entleiher übergeben wurde (Paragraf 604 Abs. 4 BGB). Das gilt auch bei einer Gebrauchsüberlassung aus Gefälligkeit, was hier eher vorzuliegen scheint.

Das Hauptproblem ist aber, wie Sie Ihr Eigentum beweisen können. Das jedoch wäre nötig, da zugunsten des Besitzers einer Sache zunächst ein Rechtsschein dafür sprichst, dass ihm die Sache auch gehört. Die Fotos allein reichen dafür nicht, da diese nicht beweisen, dass Sie das Möbelstück nicht verschenkt oder verkauft haben.

Am Naheliegendsten in der Situation scheint mir dass Sie einen oder mehrere der früheren Bewohner hinzuziehen und diese bezeugen lassen, dass das Möbelstück nur aus Gefälligkeit überlassen, aber nicht verschenkt worden war. Dafür müssten diese auch notfalls überzeugend darlegen, dass sie dort gewohnt haben, z.B. durch Mietvertrag, falls die jetzigen Bewohner diese nicht mehr kennen. Evtl. lohnt es sich auch den Vermieter hinzuzuziehen, der bestätigen könnte, dass er das Möbelstück nicht eingestellt und auch nicht mitvermietet hat.

Sie können diese Umstände auch unter Benennung der Zeugen zunächst noch mal schriftlich übermitteln, dabei die Herausgabe, gestützt auf einen Anspruch aus Paragrafen 985, 604 Abs. 4 BGB fordern und eine Frist bis zum (ca. 14 Tage) setzen, dieses Schreiben dann per Einschreiben mit Rückschein versenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.10.2019 | 17:16

Guten Tag,
vielen Dank erst einmal für die ausführliche Antwort!
Wenn ich mich nun an Ihre Empfehlung halte und ein derartiges Schreiben aufsetzen, steht dann nicht auch (und würde auch im Falle eines Rechtsstreits) Aussage gegen Aussage stehen?
Auch wenn ich Zeugen aufführen könnte, wie Sie es mir geraten haben?
Es bleibt doch letztlich eine mündliche Absprache die niemand beweisen kann.
Vielen Dank und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.10.2019 | 11:49

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

grundsätzlich stellt die Aussage von Zeugen ebenfalls einen Beweis dar. Dieser kann nicht nur durch schriftliche Dokumente erbracht werden. Und sofern für einen Vertrag (wie hier Leihe oder Gebrauchsüberlassung) keine Formvorschriften bestehen, ist dieser auch mündlich gültig.
Daher kann es bereits Wirkung entfalten, wenn Sie ein entsprechendes Schreiben mit der Darstellung der Rechtslage versenden, in dem Sie auch Zeugen benennen.

Im Falle eines Rechtsstreits besteht natürlich ein Kostenrisiko, und es ist die Frage, ob Sie dieses für das fragliche Möbelstück eingehen möchten. Gerade wenn der Ausgang eines Rechtsstreits von Beweisfragen abhängt, und insbesondere, wenn diese durch Zeugenaussagen geklärt werden sollen, ist der Ausgang eher ungewiss. Das allerdings gilt ebenso für die Gegenseite. Das wäre dann auch der Grund, warum sich für die aktuelle WG ein Handlungsmotiv ergibt, das z.B. zu einer Kontaktaufnahme mit Ihnen führen könnte, denn die Gefahr, einen Rechtsstreit zu verlieren stellt auch für die WG ein Kostenrisiko dar.

Denkbar wäre aber auch, dass Sie mit der WG im Verlauf einer Kommunikation auf einen Kompromiss einigen, d.h., dass Sie sich z.B. mit einem kleinen Betrag beteiligen an den Kosten für einen neuen Schrank oder ähnliches.

Sofern ein Schreiben keine Wirkung erzeugt, ist ja ohnehin nicht zwingend erforderlich, dass Sie dann tatsächlich Klage erheben. Je nachdem, wie konkret und plausibel mögliche Zeugen Ihre Version bestätigen können, kann jedoch durchaus auch eine Erfolgsaussicht für Sie bestehen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwältin Dr. Kremer

Bewertung des Fragestellers 05.10.2019 | 02:16

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 05.10.2019 5/5,0