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per email als Arzt ausgegeben

22. Januar 2018 15:48 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


18:12

Sehr geehrte Damen & Herren,
ich habe mich per Email als meinen(!) Arzt ausgegeben. Diese Emails gingen nur an meinen (Ex)-Freund vor dem ich Angst hatte und mir mit der Ausrede ich wär im Krankenhaus ein Zeitfenster zu schaffen. Er wollte mit dem Arzt reden und ich sagte das geht nicht. Er drohte mir ständig er würde zu meinen Töchtern fahren und sie zur rede stellen und auch meine Mutter. Ich suchte im Internet einen xbeliebigen Arzt, erstellte eine email und antwortete ihm als solcher. Das ging längere Zeit so.
Man lernte sich besser kennen aber mit der Lügengeschichte ging es nicht zu Beichten da er mehr als rabiatt sein konnte in solchen dingen.

Ich möchte mich nun selbst anzeigen bevor es z.b. der Arzt macht.

- Welche Strafe habe ich zu erwarten?
Ich bin weder vorbestraft noch anderes - dies habe ich aus einer Notsituation heraus erfunden. Meine beiden Töchter und ich sind von meinem Exmann wegen häuslicher Gewalt geflohen - ich hatte Angst das mein Exfreund herausfindet das alles gelogen ist und das er auf meine Kinder bzw. mein Umfeld losgeht. Nur das trieb mich dazu weiter diese Emails zu schreiben.

- Mein Exfreund hat einige oder mehrere emails an seine Freunde weitergeleitet wie ich erfahren habe - kann ich da auch belangt werden?

- Sollte eine Anzeige vom Arzt kommen bevor ich das selbst mache, soll ich alles gestehen und meinen Teil erzählen oder alles abstreiten ... was aber wohl wenig Sinn macht.

Ich habe mich mittlerweile bei meinem Ex entschuldigt. Des Weiteren habe ich mir keinen finanziellen Vorteil daraus erschaffen, im Gegenteil - ich habe ihm viel Geld geliehen und immer wieder Geschenke gemacht...
Das zurück erbitten der 2000€ hat seinen Zorn jetzt wohl ausgelöst.

Danke für Ihre Zeit und Mühe

22. Januar 2018 | 16:34

Antwort

von


(2542)
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26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
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Sehr geehrte Ratsuchender,


nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung wird ein strafrechtlich relevantes Verhalten gar nicht gegeben sein:


Nach § 132a StGB kann man sich zwar bei FÜHREN von Bezeichnungen (Arzt) strafbar machen (wobei bei ihnen allenfalls eine geringe Geldstrafe drohen wird, wenn das Verfahren nicht sowieso eingestellt werden würde), wobei allerdings eben das Führen der Berufsbezeichnung "Arzt" Voraussetzung wäre.


Und dieses Merkmal "Führen" ist nicht gegeben, wenn es nur im privaten Bereich einmalig geschehen ist ( BGH, Urt.v. 13.05.1982, Az.: 3 StR 118/82 ; OLG Stuttgart, Beschl.v. 04.06.1968, Az.: 2 Sa 259/69), wobei man hier ein einheitliches Verwenden annehmen muss.

Es fehlt somit an der Verwendung der Bezeichnung, die das Interesse der Allgemeinheit tangiert, wenn es nur eben gegenüber dem Ex-Freund verwendet worden ist.


Für die Weiterleitung des Email werden Sie nicht verantwortlich gemacht werden können, wenn die Email nur an Ihren Freund gerichtet gewesen ist.



Daher sollten Sie schon ernst überlegen, ob Sie wirklich eine Selbstanzeige vornehmen wollen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg



Rückfrage vom Fragesteller 22. Januar 2018 | 17:42

Sehr geehrter Herr Bohle,

danke für die Beantwortung meiner Frage.

Die emails wurden von mir ausschließlich an meinen Exfreund gerichtet. Allerdings nicht einmalig sondern mehrfach.
Darunter schrieb ich nicht Arzt sondern eben diesen Namen des besagten Arztes. Ich weiß nicht ob das relevant ist.

- Was meinen Sie mit einheitliches Verwenden?

- Kann gegen meinen Exfreund Strafanzeige gestellt werden weil er die emails an seine freunde weitergeleitet hat?

- Sollte der Arzt (damit droht mein Ex) mich anzeigen, soll ich dann bei der Polizei aussagen und gestehen oder alles abstreiten? Und ob ich mich, gesetzt dem Fall einer tatsächlichen Anzeige vom Arzt, mich bei ihm entschuldigen sollte? Das wäre mir noch sehr wichtig.

Nun ja .. mein schlechtes Gewissen & meine Reue treiben mich in diese Richtung. Aber wenn sie denken ich sollte dies nicht tun dann lass ich es, danke.

Herzlichen Dank Herr Bohle

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22. Januar 2018 | 18:12

Sehr geehrte Ratsuchende,


man wird von einem sogenannten Fortsetzungszusammenhang ausgehen, vereinfacht ausgedrückt ein Entschluss bezieht sich auch auf die gleichartigen Folgetaten (man fährt zu schnell und gerät in zwei nachfolgenen Radarfallen). Davon wird man hier ausgehen.


Sicherlich KANN gegen Ihren Exfreund Strafanzeige gestellt werden, welche aber sofort eingestellt werden wird, da ein strafrechtlich relevantes Verhalten in Bezug auf die Email-Weiterleitung nicht erkennbar ist (anders bei seiner "Drohung - die sollten Sie manifestieren, da das eine versuchte Nötigung darstellen könnte). Daher sollte man es lassen, denn das kann ein Boomerang werden.


Wenn gegen Sie ermittelt wird, sollten Sie keine Angaben machen, sondern einen Rechtsanwalt aufsuchen - insoweit ist "Schweigen wirklich Gold" und jede unbedachte Äußerung würde in der Akte sofort negative Auswirkungen haben können.


Das schlechte Gewissen und die Reue ist für das zukünftige Verhalten sicherlich nicht der schlechteste Ratgeber.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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