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nochmals Umsatzsteuer für Seminar im Ausland

| 10.05.2009 17:49 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag,

ich habe diese Frage schon einmal gestellt, habe aber leider keine befriedigende Antwort bekommen. Die Frage soll deshalb bitte nicht nochmals von Herrn Fietkau beantwortet werden.

Eine Privatperson P aus D bucht bei einem Seminarveranstalter S (Einzelunternehmer) aus D ein Seminar, das S selbst in Spanien hält.

Ist dafür deutsche oder spanische oder gar keine Umsatzsteuer zu berechnen?

Einerseits spanische, so wurde mir erklärt, weil der Leistungsort bei Seminaren der Ort des Seminars ist, in diesem Falle Spanien.
Wäre P ein spanischer Unternehmer, so würde P die Umsatzsteuer wohl selbst abführen müssen.

Andererseits ist P aber kein spanischer Unternehmer sondern eine Privatperson aus D mit Sitz in D. Ändert das jetzt etwas? Vielleicht ist es ja so, dass bei der Rechnung für Privatpersonen in diesem Fall gar keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden muss (weder deutsche noch spanische) und dass in diesem Fall auch niemand eine solche bezahlen/abführen muss?

Nur wenn P ein Unternehmer ist und die Umsatzsteuer ausgewiesen haben möchte, um Sie erstattet zu bekommen, dann ist wohl spanische Umsatzsteuer auszuweisen (und dann muss P eventuell eine spanische Umsatzsteuernummer beantragen). Richtig?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes:

Ich weise darauf hin, dass hier eine erste Orientierung über die bestehende Rechtslage erfolgen kann und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt oder Steuerberater Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

§ 3a UStG bestimmt

3.Die folgenden sonstigen Leistungen werden dort ausgeführt, wo der Unternehmer jeweils
ausschließlich oder zum wesentlichen Teil tätig wird:

a)
kulturelle, künstlerische, wissenschaftliche, unterrichtende, sportliche, unterhaltende oder ähnliche Leistungen einschließlich der Leistungen der jeweiligen Veranstalter sowie die damit zusammenhängenden Tätigkeiten, die für die Ausübung der Leistungen unerlässlich sind,

Da der deutsche Unternehmer in Spanien und nicht in Deutschland tätig wird, ist die Leistung in Deutschland nicht steuerbar sondern ausschließlich in Spanien. Eine Ausnahme gilt auf den Kanarischen Inseln sowie Ceuta und Melilla, diese zählen umsatzsteuerlich nicht zur EU sondern sind Drittlandgebiet. Wird also ein deutscher Unternehmer auf den Kanarischen Inseln tätig, wird überhaupt keine Umsatzsteuer erhoben, es verhält sich so, als sei er im außereuropäischen Gebiet tätig geworden.

Es besteht jedoch auf jeden Fall eine Meldepflicht in Deutschland: in der Umsatzsteuervoranmeldung und Jahreserklärung (Anlage UR) sind entsprechende Umsätze als „Nicht steuerbare Umsätze (Leistungsort nicht im Inland)“ zu melden.

Nehmen wir an, die Umsätze werden in Spanien außerhalb der Kanarischen Inseln sowie Ceuta und Melilla erbracht:

Im spanischen Umsatzsteuerrecht gibt es eine vergleichbare Regelung wie die oben genannte Vorschrift des § 3a UStG , der zur Steuerbarkeit der Leistung in Spanien als Ort der sonstigen Leistung führt

Hat der deutsche Veranstalter in Spanien eine Betriebsstätte, dann ist er dort als Unternehmer geführt und erstellt Rechnungen stets mit der spanischen Umsatzsteuer an Privatpersonen aus Spanien oder anderen Ländern. Die Umsatzsteuer trifft letztlich immer den Verbraucher.

Gegenüber Privatpersonen, gleich ob Spanier oder sonstiger EU-Bürger ist die Umsatzsteuer nach spanischem USt-Recht zu erheben und nach Zahlung abzuführen.

Hat der deutsche Veranstalter in Spanien keine Betriebsstätte, so ist er verpflichtet, einen Fiskalvertreter zu benennen, so dass die steuerlichen Pflichten für die Leistungen gegenüber Privatpersonen erfüllt werden. Mit den Rechnungen muss dann spanische Umsatzsteuer erhoben werden und abgeführt werden. Eine Unterlassung dieses Verfahrens kann zum Vorwurf der Steuerhinterziehung führen.


Sofern P eine Privatperson ist, hat er somit die spanische Umsatzsteuer aus der Rechnung des (deutschen) Veranstalter zu bezahlen und dieser muss sie in Spanien anmelden und abführen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 10.05.2009 | 20:54

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