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nebenberufliches Studium, Krankengeld


13.12.2014 10:05 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Hallo,

mein Anliegen ist Folgendes: Ich habe mich auf ärztlichen Rat dazu entschieden, mein Arbeitsverhältnis zum 31.03.2015 zu kündigen. Da ich inhaltlich nicht glücklich mit meiner Tätigkeit war, habe ich vor 1,5 Jahren ein berufsbegleitendes Masterstudium begonnen, um mich beruflich umzuorientieren. Dieses Studium geht noch bis Ende Aug. 2015. Durch die Doppelbelastung (Studium plus Job) und dem Inhalt meiner aktuellen Tätigkeit bin ich leider psychisch erkrankt und brauche wohl eine längere Auszeit. Mein AG hat mich bis zum Ende 31.03.2015 unter Fortzahlung der vollen Bezüge freigestellt, ab dem 01.04. würde ich ALG1 beantragen.
Nun meine Frage: Da ich nach heutigem Stand dem Arbeitsamt nicht zur Vermittlung eines neuen Jobs zur Verfügung stehe (aus gesundheitlichen Gründen), sollte ich mich krankschreiben lassen?
Wäre es möglich, trotz Krankschreibung das Studium (so gut es geht) weiter fortzuführen oder könnte dies Probleme mit der Krankenkasse bezüglich des Krankengeldes geben?
Und wann wäre der bester Zeitpunkt zur Krankmeldung? Aktuell bräuchte ich es nicht, da ich freigestellt bin. Allerdings würde ich ein höheres Krankengeld bekommen, wenn ich mich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit krank melde, dafür aber ggf. auf höheren Lohn verzichten. Was würden Sie mir raten?

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:




Frage 1:
"Da ich nach heutigem Stand dem Arbeitsamt nicht zur Vermittlung eines neuen Jobs zur Verfügung stehe (aus gesundheitlichen Gründen), sollte ich mich krankschreiben lassen?Und wann wäre der bester Zeitpunkt zur Krankmeldung?Ab dem 01.04. würde ich ALG1 beantragen. "


Sie müssen sich zunächst einmal gundsätzlich umgehend arbeitsuchend melden, da Sie ansonsten eine Sperrzeit beim Alg I nach § 159 I Nr. 7 SGB III riskieren, wenn Sie dort erst am 01.04. aufschlagen. Dies ergibt sich aus § 38 SGB III.

Dabei wird sich die Sperrzeitfrage wohl ohnehin stellen, weil Sie selbst gekündigt haben, wenn der wichtige Grund für diese Kündigung der Arbeitsagentur nicht verdeutlicht werden kann, § 159 I Nr. 1 SGB III.


Einen besten Zeitpunkt für eine Krankmeldung gibt es grundsätzlich nicht. Entweder Sie sind krank oder sie sind es nicht.

Da Ihnen der Arbeitgeber bei Krankmeldung ohnehin 6 Wochen Entgeltfortzahlung schuldet und sie nicht am jetzigen Status verändern wollen, kann in Ihrem Fall die Krankmeldung in dem 6-Wochenzeitraum vor dem Austrittsdatum erfolgen.




Frage 2:
"Wäre es möglich, trotz Krankschreibung das Studium (so gut es geht) weiter fortzuführen oder könnte dies Probleme mit der Krankenkasse bezüglich des Krankengeldes geben?"


Zunächst einmal müssen Sie überprüfen, ob das Modell "berufsbegleitendes Studium ohne Beruf" nach Ihrer Kündigung überhaupt noch so wie gewünscht durchführbar sind.

Gegenüber dem Arbeitsamt bzw. bei Krankengeldbezug müssen sie dies vorher unter Übermittlung der maßgeblichen Daten den zuständigen stellen mitteilen. Ein Vollzeitstudium bzw. über 15 Stunden hinaus wird man wohl kaum ohne Einschränkungen bewilligen.

Die Krankenkasse wird darauf verweisen, dass Ihnen als Studentin nach § 44 II Nr. 1 SGB V ohne Arbeitsplatz gar kein Krankengeld mehr zusteht. Inwieweit dies durch eine Krankschreibung vor Ende des Freistellungszeitraums verhindert werden kann, ist mit der Krankenkasse abzuklären, da mir ihr Steudienvertrag nicht vorliegt.




Frage 3:
"Allerdings würde ich ein höheres Krankengeld bekommen, wenn ich mich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit krank melde, dafür aber ggf. auf höheren Lohn verzichten. Was würden Sie mir raten?"



Die Logik ist mir nicht direkt nachvollziehbar.

Wenn Sie derart krank sind, dass keine Erwerbtstätigkeit für Sie infrage kommt, dann stellt sich ab dem 01.04.2015 nur die Frage Alg I oder Krankengeld, nicht aber die Lohnfrage.

Wenn sich Ihre Erkrankung nur auf die aktuelle Tätigkeit bezieht, dann benötigen sie ja keine Krankmeldung.





Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-
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