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nachehelicher Unterhalt und Zugewinnausgleich

| 23.01.2021 09:47 |
Preis: 53,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


12:34
Hallo,ich habe eine Frage zum Zugewinn und nachehelichen Unterhalt.Mein Mann(54Jahre alt)und ich(45Jahre alt) haben im Dezember 2004 geheiratet und jeweils bereits ein eigenes Haus samt Schulden mit in die Ehe gebracht,in denen wir auch alleine im Grundbuch standen.Meinen Altbau habe ich während der Ehe verkauft und gehe somit mit der anstehenden Scheidung ohne Schulden aus der Ehe-habe aber auch keinen Gegenwert mehr,während wir im Laufe der Ehejahre bei seinen damals Neubau-Einzug 6/2004,1 Wohnung vermietet) viel abbezahlt haben.Barvermögen haben wir bei der Trennung bereits aufgeteilt.Unsere gemeinsame Tochter kam 2006 zur Welt.Da ich nach der 3jährigen Erziehungszeit meinen damaligen Vollzeitvertrag aufheben musste um mit 12 Stunden/Woche in Teilzeit zu gehen bin ich froh,seit 1 Jahr auf 30/Stunden (Vollzeit sind 36) aufstocken zu können.Mein Mann verdient bei Steuerklasse 1 netto ca.4500€ plus 1300 Miete abzgl.Darlehen mit Tilgung 1015€-umgeschuldet nach Zinsbindung 2014). Eine der Mieterinnen bin ich,da wir mit den Mietern der OG-Wohnung nur die Wohnungen getauscht haben).Die Miete haben wir bei Trennung auf mein damaliges Einkommen runtergebrochen auf eine 60m2-3 1/2 Zimmerwohnung,wenn ich mit der Tochter umgezogen wäre.Diese wird laut Mietvertrag auf die ortsübliche Miete angepasst,wenn ich Vollzeit arbeite oder eine weitere Person einzieht.Jetzt zahle ich 425€ Kaltmiete für eine 90m2 Wohnung,damit sich für Pia so wenig wie möglich änderte.Ich habe mein Einkommen von 805€ in Stkl.5 auf 2300€ in Stkl.2 aufgestockt.Natürlich zahlt mein Mann auch Unterhalt für die Tochter 614 € und für mich noch Trennungsunterhalt bei Unterstellung einer Vollzeitstelle 550€,seitdem das Trennungsjahr im Mai 2020 rum war.
Wie sehen die Chancen auf nachehelichen Unterhalt aus,da wir vor der Gesetzesumstellung beim Unterhalt geheiratet haben (mein Mann konnte sein Gehalt erhöhen konnte,ich aber durch Teilzeit nicht,Scheidung war ja auch nicht eingeplant:-) ) auf den ehelichen Lebensstandart und wie sieht es mit dem Zugewinnausgleich aus?Barvermögen hat er allerdings auch nicht...Er möchte demnächst wegen dieser Themen zur Mediation-da mag ich vorbereitet sein. Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße
23.01.2021 | 10:56

Antwort

von


(543)
Hagenburger Str. 54A
31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Zum Zugewinn:

Beim Zugewinn wird für jeden von Ihnen getrennt überprüft, um welchen Betrag sein Endvermögen bei Zustellung des Scheidungsantrags das Anfangsvermögen bei der Heirat übersteigt. Wenn Sie durch den Verkauf Ihrer Immobilie und den (gemeinsamen) Verbrauch des Erlöses keinen oder nur einen geringen Zugewinn erwirtschaftet haben, während bei Ihrem Mann ein höherer Zugewinn besteht, haben Sie einen entsprechenden Zahlungsanspruch in Höhe der Hälfte der Differenz.

Zum Unterhalt:

Bei einer rund sechzehnjährigen Ehe mit gemeinsamem Kind dürfte sich zumindest für eine Übergangszeit nach der Scheidung auch ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt ergeben. Als ganz grobe Orientierung wird im Regelfall der Unterhalt für ein Drittel der Ehezeit, bei Ihnen dann also ca. fünf Jahre anzunehmen sein. Es handelt sich hier aber nur um einen Richtwert der Rechtsprechung, der nach oben oder unten variieren kann, je nach dem, in welchem Ausmaß eheliche Nachteile bestehen.

Im Hinblick auf das Alter der Tochter wird Ihnen vermutlich das Einkommen aus einer vollschichtigen Erwerbstätigkeit als fiktives Einkommen angerechnet. Im Einzelfall können 30 Wochenstunden ausreichen, aber dann wäre dies mit einem langen Arbeitsweg, besonderen Problemen mit der Tochter oder ähnlichem zu begründen. Dass Sie vor der gesetzlichen Neuregelung geheiratet haben, ist hier allerdings ohne Belang.

Bei der Unterhaltsberechnung wären von den Gesamteinkünften Ihres Mannes zunächst die noch abzuzahlenden Schulden zu berücksichtigen und der Kindesunterhalt. Soweit er mietfrei wohnt, ist ein Wohnvorteil zu addieren. Bei Ihnen wäre voraussichtlich das Einkommen aus einer vollen Stelle anzusetzen. Von der Differenz nach Abzug des Erwerbsanreizes erhalten Sie die Hälfte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


Rückfrage vom Fragesteller 23.01.2021 | 11:26

Hallo Frau Holzapfel,
Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Zum Zugewinn hätte ich noch eine Frage.Meine Schulden vor der Ehe sind ja nu weg und den Gewinn von 10.000€ flossen in sein Auto.Bei ihm sind ja immer noch Minusbeträge durch den Kredit vorhanden.Muß ich dann evtl. einen Ausgleich zahlen?
Mal mit Zahlen:-)
Er hatte vor der Ehe 300.000€ Schulden und jetzt 170.000€.Wertsteigerung lass ich mal außen vor.
Ich hatte 90.000€ Schulden und jetzt 0.

P.s.Ich gehe nur 30 Stunden arbeiten,da ich seit 2018 meine Mutter noch bei der Pflege meines Vaters-Pflegegrad 3- helfe-bin auch als 2.Pflegeperson eingetragen und erhalte dafür auch Rentenansprüche.Er ist in eine Mietwohnung in der Nachbarschaft gezogen.Wir hatten uns beim Trennungsunterhalt auch schon auf einen Vergleich Vollzeit geeinigt.

Wir werden uns dann vielleicht auch außergerichtlich einig,um Gerichtskosten zu senken und können zum Glück alles ganz gut besprechen.

Vielen Dank nochmals

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.01.2021 | 12:34

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Das Anfangsvermögen kann auch negativ sein, so dass jemand allein durch das Abzahlen von Schulden einen Zugewinn erwirtschaftet. Ich vermute aber nicht, dass das bei Ihnen so war: Sie hatten zwar Schulden, aber auch eine Immobilie. Vermutlich hatten Sie daher ein positives Anfangsvermögen, also z. B. eine Immobilie im Wert von 100.000 € abzüglich Schulden von 90.0000 €. Bei Ihrem Mann wird das ähnlich gewesen sein: Vom Wert der jeweiligen Immobilie werden die zum Stichtag vorhandenen Schulden abgezogen. Der Zugewinn besteht (bezogen auf die Immobilie) also einerseits aus der Wertsteigerung, die bei einer so langen Ehezeit häufig erheblich ist und aus der Tilgung der Kredite.

Wenn sich ein rechnerischer Anspruch einer Partei nur dadurch ergibt, dass der andere Schulden getilgt hat, begrenzt das Gesetz die Ausgleichsforderung auf das beim Ausgleichspflichtigen vorhandene Vermögen, § 1378 II 1 BGB .

Ich kann anhand Ihrer Angaben keine Berechnung vornehmen. Aber: Wenn Sie kein Vermögen mehr haben, müssen Sie auch nichts zahlen. Wenn Ihr Mann eine teilweise abgezahlte Immobilie besitzt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er den höheren Zugewinn erwirtschaftet hat, vorhanden. Wenn beide Partner einen negativen Zugewinn erwirtschaftet hätten, das Endvermögen also bei beiden geringer wäre als das jeweilige Anfangsvermögen, muss eine "Verlustbeteiligung" nicht gezahlt werden. Sie müssen also, wenn Sie keinen Zugewinn erzielt haben, nicht die Hälfte der gegnerischen Vermögensverluste ausgleichen.

Ich hoffe, Ihnen damit einen ersten Überblick gegeben zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg bei den anstehenden Gesprächen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 07.02.2021 | 10:39

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