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muss private Unfallversicherung bezahlen???

25.02.2014 16:36 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Liebe Anwälte,

im Mai 2011 habe ich mir bei einem Fußballspiel mit meinem Fußballverein mein rechtes Kreuzband sowie den Innenmeniskus gerissen. Den Unfall habe ich zeitnah gemeldet.
Da ich nach der Heilung keine weiteren Schmerzen hatte, verzichtete ich auf eine Meldung auf Folgeschäden (Teilinvalidität) an meinen Versicherer innerhalb der 15 Monate-Frist (endete am 27.08.2012).
Am 10.10., also nicht einmal zwei Monate später, riss ich mir erneut (wieder bei einem Fußballspiel) das selbe Kreuzband + Meniskus, was eindeutig auf den ersten Unfall zurückzuführen ist. Dass dies ein Folgeschaden aus Unfall 1 ist, wurde mir vom Arzt und nun auch vom Gutachter bestätigt.
Den Unfall meldete ich wieder der Versicherung (passt alles) und machte dann auch innerhalb der nächsten 15 Monate nach dem zweiten Unfall einen Folgeschaden bei der Versicherung geltend, da seit dem zweiten Unfall erhebliche Einschränkungen an diesem Bein vorhanden sind.
Nun sagt meine Versicherung, dass der zweite Unfall aufgrund des ersten Unfalls geschah und da ich keine Folgeschäden innerhalb der ersten 15 Monaten gemeldet hätte, hätte ich keinen Anspruch auf Schadensersatz aus der Unfallversicherung.

Was soll ich nun tun? Wie hoch wäre die Höhe des Invaliditätsgrades?

Vielen Dank für die Hilfe und liebe Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich besteht kein Leistungsanspruch des Versicherten mehr, wenn er einen Folgeschaden zu spät mitteilt. Rein unter diesem Gesichtspunkt scheint die Argumentation der Versicherung mit dem Hinweis auf den Fristablauf auf den ersten Blick zutreffend.

Allerdings stellt sich die Fragen, ob die Invalidität allein dem ersten Unfall zuzurechnen ist und ob es sich bei dem zweiten Unfall tatsächlich um einen Folgeschaden handelt, der innerhalb der ersten Meldefrist hätte mitgeteilt werden müssen.

Als erstes sollten Sie Ihre Versicherungsbedingungen genau studieren und prüfen, ob darin Regelungen enthalten sind, wie und/oder ob der Invaliditätsgrad gemindert wird, wenn ein früheres Unfallereignis oder dessen Folgen die jetzt eingetretene Invalidität mit verursacht haben. Eine solche Regelung könnte möglicherweise schon die Argumentation der Versicherung dergestalt widerlegen, dass nach den Versicherungsbedingungen allenfalls eine Minderung der Invaliditätsquote eintritt aber keine vollständige Leistungsfreiheit.

Mit der Frage, ob eine Verletzung aus einem früheren Unfall zur Minderung oder Aufhebung der Invalidität bei einem zweiten Unfall bedingt, hat sich der BGH u. a. in der folgenden Entscheidung auseinander gesetzt: Beschluss des IV. Zivilsenats vom 8.7.2009 - IV ZR 216/07. Der dort geschilderte Fall könnte u. U. einige Parallelen zu dem von Ihnen geschilderten Problem der Vorschädigung aufzeigen.

Des weiteren wäre zu klären, ob der zweite Unfall tatsächlich einen Folgeschaden im eigentlichen Sinne darstellt oder ob der zweite Unfall nicht nur durch die Vorverletzung begünstigt wurde. Diese Frage wird aber wohl nur durch erfahrene medizinische Gutachter zuverlässig zu beantworten sein.

Hätte sich in dem zweiten Unfall nur das Risiko (erhöhte Verletzungsanfälligkeit des Knies) verwirklicht, das durch den ersten Unfall und dessen Folgen gesetzt wurde, würde dies nach Teilen der Rechtsprechung und einer Auffassung des BGH nicht unbedingt zwangsläufig dazu führen, dass die Leistungspflicht des Versicherers für den zweiten Unfall eingeschränkt oder ausgeschlossen wird. Hier ist natürlich immer auf den konkreten Einzelfall abzustellen, so dass eine allgemeine Beurteilung nicht möglich ist. Insbesondere sind hier auch die Versicherungsbedingungen, die für Ihre Unfallversicherung gelten, besonders zu berücksichtigen.

Insgesamt scheint es m. E. nicht völlig ausgeschlossen, dass die Argumentation der Versicherung von falschen Voraussetzungen ausgeht und entgegen der ersten Auskunft doch ein Leistungsanspruch für Sie bestehen könnte.

Ich kann Ihnen daher nur anraten, die Ablehnung der Versicherung sowie die bereits vorhandenen Unterlagen (Unfallberichte, ärztliche Atteste, Schadensanzeige bei der Versicherung, Dokumentation des ersten Unfalls etc.)tiefergehend anwaltlich vor Ort prüfen zu lassen.

Die Höhe des Invaliditätsgrades lässt sich aus der Ferne leider nicht bestimmen. Hierzu müssten die genauen Einschränkungen und Verletzungsfolgen, die ärztlichen Diagnosen und Prognosen sowie der evtl. zu berücksichtigende Anteil der Vorverletzung bekannt sein. Darüber hinaus sind zur Bestimmung des Invaliditätsgrads meist auch ärztliche Stellungnahmen und Einschätzungen erforderlich.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierungshilfe für das weitere Vorgehen geben.

Mit freundlichen Grüßen

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