Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

muss ich immer fahren um das Baby zu sehen

28.04.2015 12:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


13:52
Bin von meiner Ex Freundin getrennt. Sie ist mit dem Baby nun 40 km weg gezogen. ich zahl Unterhalt für Sie und fürs Kind und ich habe das geteilte Sorgerecht. Jetzt soll ich wegen ein zwei Stunden Besuch 80 km jedesmal fahren. Ich hab eine Gmbh wo ich viel Arbeit habe, und noch eine Hundeschule wo ich am WE auch arbeiten muss ( war auch immer so also sie wusste von allem) und noch eine 8 jährige Tochter die genau in der anderen Richtung 20 km weit weg wohnt. Wie soll ich das zeitlich schaffen? Sie ist doch weggezogen... Muss ich hin und her fahren oder muss sie mir auch mal das Kind bringen oder entgegenkommen? Es wäre doch gerecht wenn Sie auch mal fahren würde. Sie hat ein Auto und arbeitet jetzt die 3 Jahre nicht. Habe ich da vor Gericht eine Chance..?
28.04.2015 | 13:28

Antwort

von


(140)
Dotzheimer Str. 94
65197 Wiesbaden
Tel: 0611 - 510 520 95
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes als ERST-Beratung gerne wie folgt beantworte:

1. Gemeinsames Sorgerecht

Zunächst teilen Sie mit, dass Sie das „geteilte Sorgerecht" haben. Dies verstehe ich dahingehend, dass Ihnen und der Kindesmutter das gemeinsame Sorgerecht für das Kind zusteht.

Bei der gemeinsamen Sorgerecht darf die Kindesmutter, bei der das Kind lebt, die Entscheidung eines Umzuges nicht allein treffen. Grundsätzlich ist dazu die Zustimmung des Vaters erforderlich. Folglich durfte die Kindesmutter ohne ihre Zustimmung bereits nicht den Lebensraum des Kindes verändern. Denn dadurch wird auch das Umgangsrecht erschwert.

Ein Umzug, durch den sich der Lebensraum der Kinder ändert, darf also nicht ohne die Zustimmung des anderen mitsorgeberechtigten Elternteils, oder gegen dessen Willen vorgenommen werden. Denn über diese Frage des Sorgerechts haben die Eltern gemeinsam zu entscheiden, <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1687.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1687 BGB: Ausübung der gemeinsamen Sorge bei Getrenntleben">§ 1687 BGB</a> .

Ist dies doch geschehen, so kann der andere Elternteil eine gerichtliche Entscheidung hierüber herbeiführen lassen und beantragen, dass ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wird und / oder das Kind in die bisherige Umgebung zurückzuführen ist, <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/1632.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 1632 BGB: Herausgabe des Kindes; Bestimmung des Umgangs; Verbleibensanordnung bei Familienpflege">§ 1632 BGB</a> .

Dieses Verfahren kann über <a href="http://dejure.org/gesetze/FamFG/154.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 154 FamFG: Verweisung bei einseitiger Änderung des Aufenthalts des Kindes">§ 154 FamFG</a> sogar bei dem Gericht des früheren Aufenthalts des Kindes geführt werden. Es ist bei einem solchen Antrag jedoch Eile geboten, damit nicht bereits eine Gewöhnung des Kindes in die neue Situation und den Lebensraum stattfindet, denn dann wird es schwieriger, eine Rückführung zugesprochen zu bekommen.

1. Umgangsrecht

a.) Grundsatz

Das Umgangsrecht regelt das Recht des Kindes auf Umgang mit Vater und Mutter. Das Umgangsrecht des nichtsorgeberechtigten Elternteils steht ebenso wie die elterliche Sorge des anderen Elternteils unter dem Schutz des <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/6.html" target="_blank" class="djo_link" title="Art. 6 GG">Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG</a> . Beide Rechtspositionen erwachsen aus dem natürlichen Elternrecht und der damit verbundenen Elternverantwortung und müssen von den Eltern im Verhältnis zueinander respektiert werden. Der sorgeberechtigte Elternteil muss demgemäß grundsätzlich den persönlichen Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil ermöglichen.

Gleichwohl hat derjenige Elternteil, der zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet ist, grundsätzlich die Kosten, die mit der Durchführung des Umgangs und der Ausgestaltung der Umgangstermine verbunden sind, alleine zu tragen. Er muss das Kind grundsätzlich auf seine Kosten abholen, zurückbringen und verköstigen.

Die Kosten des Umgangs können vom Kindesunterhalt nicht in Abzug gebracht werden.

Der andere Elternteil, bei dem das Kind hauptsächlich lebt, braucht sich an den Kosten grundsätzlich auch nicht zu beteiligen. Er kann sich darauf beschränken, das Kind zum verabredeten Zeitpunkt an der Wohnungstür zu übergeben.

b.) Ausnahme:

Eine Ausnahme davon gibt es dann, wenn derjenige Elternteil, bei dem das Kind lebt, WEIT (!) vom anderen Elternteil weggezogen ist.

In diesem Fall kann von der Mutter verlangt werden, dass sie das Kind auf eigene Kosten zum Hauptbahnhof, zum Flughafen oder zu einem Treffpunkt auf der Autobahn bringt.

Das Bundesverfassungsgericht hatte über folgenden Fall zu entscheiden: Die Mutter war mit dem Kind von Berlin nach München weggezogen. Der noch in Berlin lebende Vater musste aus Zeitgründen mit dem Flugzeug nach München fliegen, um sein Kind abzuholen. Das Gericht entschied, dass die Mutter verpflichtet ist, das Kind zum Flughafen zu bringen und auch wieder dort abzuholen (Beschluss vom 5.2.2002 -<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202029/00" target="_blank" class="djo_link" title="BVerfG, 05.02.2002 - 1 BvR 2029/00: Verletzung von GG Art 6 Abs 2 durch richterliche Entscheidu...">1 BvR 2029/00</a> ).

Der Grundgedanke des BVerfG dazu ist: Es ist zu beachten, ob die konkrete Umgangsregelung im Einzelfall dazu führt, dass der Umgang für den nichtsorgeberechtigten Elternteil unzumutbar und damit faktisch vereitelt wird. Hierzu kann es insbesondere dann kommen, wenn der Umgang aufgrund der unterschiedlichen Wohnorte der Eltern nur unter einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand ausgeübt werden kann. In diesen Fällen obliegt es den Gerichten zu prüfen, ob der sorgeberechtigte Elternteil anteilig zur Übernahme an dem für das Holen und Bringen der Kinder zur Ausübung des Umgangsrechts erforderlichen zeitlichen und organisatorischen Aufwandes zu verpflichten ist, um hierdurch einer faktischen Vereitelung des Umgangsrechts vorzubeugen.

Bei der von Ihnen geschilderten Entfernung zum Kind von rund 40 km je Wegstrecke wird man im Sinne des Bundesverfassungsgerichts nicht von einer WEITEN Entfernung sprechen können, durch die der Umgang mit dem Kind unzumutbar ist und faktisch vereitelt wird oder nur unter erheblichem Zeit-und Kostenaufwand möglich ist.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen als rechtliche Orientierung im Rahmen der Erstberatung weitergeholfen.

Bitte beachten Sie, dass meine Ausführungen nur eine erste rechtliche Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben darstellen können. Der Umfang meiner Beratung ist dabei durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des <a href="http://dejure.org/gesetze/RVG/4.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 4 RVG: Erfolgsunabhängige Vergütung">§ 4 RVG</a> begrenzt. Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung. Die Antwort dient lediglich einer ersten überschlägigen rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Natürlich können Sie mich in dieser weitergehenden Angelegenheit auch beauftragen. Ich bin gerne bereit, Ihre Interessen im Rahmen eines ordentlichen Mandatsverhältnisses zu vertreten. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar. Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die unten genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias F. Schell, Rechtsanwalt
<!--dejureok-->


Rechtsanwalt Mathias F. Schell

Rückfrage vom Fragesteller 28.04.2015 | 13:43

Danke für die Antwort.
Sie hat sich in der der Schwangerschaft eine Wohnung 40 km weit weg gekauft. Wo sie dann auch zwei bis drei Tage in der Woche wohnte. Die anderen Tage bei mir. Was ist wenn ich es nicht schaffe alle 14 Tage dann erst die 8 jährige und dann das Baby zu besuchen. Sind ja 80 und 40 km eine grosse Schleife? Kann ich dazu verklagt werden? Samstag oder Sonntag muss Sie mir aber einen Besuch gestatten ( bei einem Baby)? Danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.04.2015 | 13:52

Hinsichtlich Ihrer übrigen Fragen muss ich Ihnen mitteilen, dass die kostenlose Nachfragefunktion der Beantwortung von Verständnisfragen hinsichtlich der bereits gegebenen Antwort dient.

Sie stellen jedoch weiterführend mehrere neue Fragen.

Deren Beantwortung kann im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion leider nicht erfolgen.

Aus Kulanzgründen können Ihre neuen Fragen wie folgt kurz beantwortet werden:

Kann ich dazu verklagt werden?: Nein.

Samstag oder Sonntag muss Sie mir aber einen Besuch gestatten ( bei einem Baby)?: Grundsätzlich ja.

ANTWORT VON

(140)

Dotzheimer Str. 94
65197 Wiesbaden
Tel: 0611 - 510 520 95
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Versicherungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 80259 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! So stelle ich mir anwaltliche Beratung vor. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Freundlich, schnell, kompetent und entgegenkommend. Frau Türk ist absolut empfehlenswert! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr geehrter Herr Klein. Vielen Dann für Ihre ausführliche Antwort, das hat mir sehr weitergeholfen. ...
FRAGESTELLER