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multiple Mängel nach Autokauf vom Händler festgestellt

27.04.2015 14:17 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


00:58

Guten Tag!
Anfang Januar 2015 habe ich bei einem Audi Händler in Aachen einen 3 Jahre alten gebrauchten Audi A3 Sportback gekauft mit einer Laufleistung von 43638km.
Inklusive ist eine "PerfectCar Pro" Garantie über 12 Monate.

Bei der Besichtigung stand der Wagen draussen, es war sehr stürmig und regnete.
Bei der Probefahrt fiel mir lediglich ein "pfeifendes" Strömungsgeräusch im Bereich der Fahrertür/Fenster auf.
Als ich das Auto abholte (Barkauf) sagte man mir, dass die Tür überprüft wurde, gefunden hätte man nichts, es sei alles dicht, man hätte die Tür nochmal eingestellt (trotzdem).
Das Pfeifen ist immer noch vorhanden.

Bei der Fahrt nach Hause fiel mir ein Schaden in der Windschutzscheibe auf. Bei Carglass sagte man mir, dass dies ein bereits reparierter Steinschlageschaden sei.

Dann fiel mir später auf, dass die rechte Heckleuchte von innen feucht war, ich habe sie ausgebaut, trocken gefönt, eingebaut, seither ist alles beständig trocken.

Nach mehreren Autowäschen fiel mir dann auf, dass die Motorhaube sehr! viele kleine Steinschläge hat und auch einige größere, tiefere, die ich mit einem bestellten Lackkstift selbst "bepinselt" habe. An einer Stelle wurde bereits zuvor vom Vorbesitzer/Händler mit einem Lackstift gearbeitet.
Ich habe mich sehr gewundert, dass ich die Steinschlagschäden, zumal sie sehr ausprägt sind, so spät bemerkt hatte.....hatte schon überlegt, ob vielleicht der Vorbesitzer/Händler mit einem Edding gearbeitet haben könnte....

Letzte Woche habe ich die Sommerreifen (die beim Kauf dabei und zum Zeitpunkt der Probefahrt auch montiert waren) aufgezogen. Dabei viel mir dann erstmals auf, dass alle 4 Reifen einen "Bremsplatten" haben, allerdings nur gering ausgepägt. An einer Alufelge gibt es eine kleine Beschädigung, der Reifen hat an dieser Stelle eine kleine Tasche in der Seitenwand.....

Ende letzter Woche habe einen deutlichen! intermittierenden Leistungsverlust bei Beschleunigung bemerkt. Das Auto beschleunigte einmal nicht mehr als 146km/h bei durchgetretenem Gaspedal im 5 Gang. Aktuell ist die Beschleunigung wieder "gefühlt" normal, die maximale im Fahrzeugschein eingetragene Geschwindigkeit von 203 km/h schafft der Wagen fast (zuletzt 195km/h).

Der Wagen war ein Leasingfahrzeug. Bei den Unterlagen war noch eine Broschüre anbei: "Zustandsbewertung bei der Fahrzeugrückgabe". In puncto Lack/Felgen/Bereifung läge bei dem Auto ein "nicht akzeptierter Gebrauchszustand" vor.
Da es ein Leasingfahrzeug war, bin ich mir absolut sicher, dass der Audi Händler exakt über jeden noch so kleinen Mangel Bescheid gewußt haben muss.


Fragen:

Der intermittierende Leistungsverlust wird vermutlich von der Garantie abgedeckt.
Ich kann nicht ersehen, ob ein Leihwagen in dieser "PerfectCar Pro" Garantie enthalten ist.


Gibt es bei den anderen Mängeln, die mir leider erst auch peu à peu aufgefallen sind irgendwelche Möglichkeiten, dass der Händler diese auf eigene Kosten beheben muss? Die Mängel wurden nicht vom Händler angesprochen. Diese Mängel sind auch in keinster Weise in den Kaufpreis eingeflossen...
Natürlich kann der Händler behaupten, dass ich für die Steinschlagschäden an Motorhaube und Windschutzschebe, Bremsplatten sowie Beschädigung der Felge/Reifenseitenwand selbst schuld sei.
Im Nachhinein muss man sagen, dass ich mir das Auto natürlich viel genauer hätte anschauen müssen.
Ich bin nicht rechtschutzversichert.

27.04.2015 | 15:18

Antwort

von


(1132)
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Tel: 03036445774
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Das Hauptproblem ist, dass Sie nur dann Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer haben, wenn die Mängel bei Kauf bzw. Übergabe nicht erkennbar waren. Die Beweislast liegt bei Ihnen. Diese Beweislast wird bei den Lackschänden sehr schwierig werden, bei der feuchten Rückleuchte und dem Schaden an der Windschutzscheibe weniger schwierig.

Zu Ihren Gunsten wirkt die gesetzliche Vermutung, dass die Mängel bereits bei Übergabe vorhanden waren, so dass Sie bezüglich des Zeitpunktes nichts beweisen müssen. Vielmehr müßte der Verkäufer nachweisen, dass Sie die Schäden verursacht haben.

Zusätzlich ist auch der Vertrag relevant. Wenn dort wie üblich die Gewährleistung ausgeschlossen wurde, können Sie keine Ausbesserung verlangen, sondern nur den Rücktritt.

Ich empfehle daher, die Erkennbarkeit der Mängel und den Vertrag sehr genau zu prüfen und dann über einen Rücktritt nachzudenken.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 27.04.2015 | 21:55

Sehr geehrter Herr Weber!
Mit Ihrer Antwort kann ich leider nichts anfangen:
Im ersten Absatz schreiben Sie, dass die Beweislast bei mir liegt. Diese sei bei den "Lackschäden schwierig bei der feuchten Rückleuchte weniger schwierig".
Die Rückleuchte ist wieder okay, insofern ist gar nicht nachzuweisen dass da jemals Feuchtigkeit drin war... ich verstehe also ich Ihre Antwort in dem Punkt nicht.

Im zweiten Absatz schreiben Sie, dass der Verkäufer beweisen müßte, dass die Schäden nicht schon vor dem Verkauf bestanden, widersprechen also dem, was Sie im ersten Absatz schreiben.

Im dritten Absatz schreiben Sie, dass es üblich sei die Gewährleistung auszuschließen...Es besteht eine gesetzliche Gewährleistungpflicht von 12 Monaten!! Pflicht!! (Abgesehen davon schreibe ich Ihnen, dass ich noch Garantie auf das Auto habe.)


Sie schreiben weiter: "Das Hauptproblem ist, dass Sie nur dann Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer haben, wenn die Mängel bei Kauf bzw. Übergabe nicht erkennbar waren." Und: "Ich empfehle daher, die Erkennbarkeit der Mängel....sehr genau zu prüfen."
Das sind leere Phrasen.



Ich formuliere meine Fragen nochmals konkreter:

Ist der Audi Vetragshändler verpflichtet, mich über einen reparierten Steinschlagschaden der Windschutzscheibe zu informieren? Bzw. muss er die Windschutzscheibe austauschen, bzw. mir einen Teil des Kaufpreises erstatten? Wie gesagt das Auto wurde Mitte Januar diesen Jahres gekauft. Oder ist ein reparierter Steinschlag bei einem 3 Jahre alten Auto mit einer Laufleistung von knapp 44TSd. Kilometern als "normale Abnutzung" zu werten, also kann man hier überhaupt von einem Mangel im juristischen Sinne sprechen?
Das gleiche gilt für die Bremsplatten aller 4 Reifen und die ausgeprägten Steinschlagschäden der Motorhaube.


Kann man in in dem von mir beschriebenem Setting (Auto steht draussen, es stürmt und regnet) z.B von mir erwarten, dass ich einen reparierten Steinschlagschaden der nassen Windschutzscheibe erkenne bzw. mir die Fläche der Reifen in toto (360°) anschaue bzw die Steinschlagschäden der Motorhaube erkenne, wenn diese nass ist.

MfG







Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.04.2015 | 00:58

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssen zwischen Garantie und Gewährleistung unterscheiden. Die Garantieansprüche entstehen aus dem Garantievertrag, der mir nicht bekannt ist. Die Gewährleistungsansprüche entstehen aus Gesetz. Garantie und Gewährleistung stehen unabhängig nebeneinander, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Daher ist es durchaus möglich, dass keine Gewährleistungs-, sehr wohl aber Garantieansprüche oder andersrum bestehen.

Weiter müssen Sie beachten, dass Ihre Gewährleistungsansprüche an mehreren Punkten hängen, für die unterschiedliche Beweislasten existieren. So muß aufgrund der Beweislastumkehr der Verkäufer die Mängelfreiheit bei Übergabe beweisen, Sie aber die Nicht-Erkennbarkeit der danach von Ihnen gefundenen Mängel. Die Beweislastumkehr gilt für sechs Monate.

Auch mag es sein, dass die von Ihnen angekreideten Formulierungen für Sie wie leere Phrasen klingen, jedoch sind es rechtlich sehr relevante Punkte.

Der Absatz 3 meiner Antwort war in der Tat mißverständlich formuliert. Neben dem Rücktritt haben Sie auch bei einem Gewährleistungsausschluß auch das Recht auf Nachbesserung.

Zu den konkreter formulierten Fragen:

Wenn der Schaden unter normalen Umständen erkennbar war, muß er Sie nicht über den Steinschlagschaden informieren. Wenn er hingegen nicht erkennbar war, muß der Verkäufer die Windschutzscheibe gegen eine gleichwertige Scheibe austauschen. Eine normale Abnutzung ist es nicht, da PKW durchaus drei Jahre lang und über 44 TKM fahren können, ohne einen solchen Schaden zu erleiden. Das Gleiche gilt für die Bremsplatten und die Steinschlagschäden.

In der Tat wird vom Gericht vorausgesetzt, dass ein vernünftiger Käufer sich das Kaufobjekt vor Kauf vollständig und genau anschaut, daher hilft Ihnen das Unwetter nicht. Sie hätten sich das Auto vor Kauf in einer trockenen, gut ausgeleuchteten Umgebung genau anschauen müssen.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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