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mangelhafte wohnung bei Übergabe

23.02.2012 20:46 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Hallo,
ich habe vor 8 Monaten über Makler eine Wohnung(Souterrain) gemietet, die unter Zwangsverwaltung stand.
Folgende Schäden waren u a vorhanden: Bohrlöcher von den Vormietern, sehr schlechter Teppichboden, mischbatterie defekt, wc-Spülung und Steckdosen locker, sowie Feuchteschäden(Schimmel)in 2 Räumen mit Außenwand u Keine Stelplatznummer in der Tiefgarage bekannt.
Alles sollte behoben werden(Schäden wurden von der Maklerin schriftlich bestätigt)wurde aber nicht behoben.Mittlerweile gab es 2 neue Besitzer, die ich nie gesehen habe nur von einem Anwalt neue Bankverbindung bekommen.
Ich hab selbst in Laminat und Schimmelfarbe investiert und mich immer mal wieder bei besagtem Anwalt gemeldet aber nie Kontaktdaten des Vermieters bekommen.
Nun hab ich ab Jan die Mietzahlungen eingestellt, weil ich auf eine Mahnung mit den Kontaktdaten hoffte, die auch kam.

Meine Fragen nun: Hat der neue Vermieter(seit nov 11) die Verpflichtung zur Beseitigung der Schäden übernommen?Ich hab immer noch und nur den mit der Maklerin unterzeichneten Mietvertrag
Welche Rechte hab ich bezgl Mietkürzung auch nachträglich und dem Abziehen meiner Renovierungskosten?Kann ich vorzeitig aus der Wohnung raus? Außerordentliche Kündigung?



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Erwerber ist in die Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis vollständig eingetreten, § 566 I BGB. Die ursprüngliche Verpflichtung zur Beseitigung der Schäden trifft also auch den neuen Vermieter.

Sie müssen dem neuen Vermieter unter Fristsetzung Gelegenheit geben, die im einzelnen zu bezeichnende Schäden und Mängel abzustellen. Lässt der Vermieter diese Frist verstreichen, so dürfen Sie die Schäden selbst beseitigen lassen und dem Vermieter die Kosten in Rechnung stellen. Da Sie insoweit in Vorkasse gehen müssten, sind Sie berechtigt, ein Zurückbehaltungrecht an der Miete geltend zu machen. Sie sollten daher die Miete auch weiterhin einbehalten, sofern die Schäden tatsächlich drastisch sind.

Daneben sind Sie aufgrund der Mangelhaftigkeit der Mietsache zur Minderung der (Brutto-) miete berechtigt, § 536 I BGB.

Die Höhe der Minderung ist abhängig von der Intensität und dem Umfang der Mängel. Hierzu kann ohne nähere Information nicht konkret Stellung genommen werden.

Die bislang aufgewendeten Renovierungskosten können Sie nicht gesondert ersetzt verlangen, da Sie vor Einleitung eigener Maßnahmen, dem Vemieter Gelegenheit zur Mängelbeseitigung geben mußten.

Eine rückwirkende Mietminderung ist nur bis zu dem Zeitpunkt möglich, bis zu dem Sie dem Vermieter den Mangel zumindest angezeigt haben. Mit anderen Worten: Ab Anzeige der Mängel gegenüber dem Vermieter ( auch einem Vorgänger ) kann gemindert werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Steidel, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2012 | 21:39

Ich kannte den/die neuen vermieter ja nicht um irgendwelche Mängel anzuzeigen.Bekam außer der bankverbindung keine Kontaktdaten
Wieviel kann ich denn für den Stellplatz mindern?

Danke nochmal

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2012 | 22:09

Sie hätten dann gegenüber dem Vertreter - also dem Anwalt- die Mängel xmzeigen können.

Ein Stellplatz sollte einen Wert von 40- 50 EUR haben. Können Sie diesen nicht nutzen, kann der Betrag abgezogen werden.

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