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letzten 10Jahren ohne Krankenvesicherung - Was tun???

27.02.2015 12:11 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Ich war vor zehn Jahren das letzte Mal krankenversichert und habe die Chance ab übernächsten Monat eine Anstellung anzufangen. Jetzt müsste ich aber wissen, ob ich die Versicherungslücke schließen bzw. bezahlen muss und wenn ja wieviel??? Was muss ich alles erwarten??

Wie verhält es sich, wenn ich die meiste Zeit im Ausland war????

Würde auch mir der "Erlass zur Befreiung von Beitragsschulden" anwendbar sein und wenn ja unter welchen Voraussetzungen.

Muss ich zu meiner alten Kasse zurück oder kann ich auch zu jeder x-beliebigen?

Worauf muss ich alles achten und mich einstellen und welche Möglichkeiten habe ich, mit meiner "KV" zu verhandeln (Obdachlosigkeit etc. habe ich nachgelesen, stimmt das???)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.

Versicherungspflicht besteht seit dem 01.04.2007 in der gesetzlichen Krankenversicherung und seit dem 01.01.2009 in der privaten Krankenversicherung.

In welcher Krankenkasse (gesetzlich oder privat) Sie sich versichern müssen, hängt von der Art der vorherigen Versicherung ab. Grundsätzlich gilt, wer zuletzt in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert war kommt zurück in die gesetzliche KV, wer privat versichert war kommt zurück in die private KV.

Für die Zeit seit der Geltung der Versicherungspflicht müssen Sie bei Wiederaufnahme in eine Krankenversicherung, egal ob gesetzlich oder privat, grundsätzlich die in der Vergangenheit aufgrund von Versicherungslosigkeit entstandenen Beiträge nachzahlen, da die Versicherungslücke von Ihnen zu schließen ist.

Dies gilt auch grundsätzlich, wenn Sie zuvor einer Tätigkeit im Ausland nachgegangen sind und nunmehr wieder im Inland arbeiten. In diesem Fall kommt für die Zeiten im Ausland (sofern ein dem Inland gleichwertiger Versicherungsschutz vorhanden war)eine Reduzierung der für diese Zeit nachzuversichernden Zeiten in Betracht.

Die Höhe der nachträglich zu entrichtenden Beiträge bemißt sich grundsätzlich nach der Höhe der Beiträge, die von Ihnen zu zahlen gewesen wären, wenn Sie eine Krankenversicherung unterhalten hätten. Für die private Krankenversicherung gilt folgendes:

Für die Zeit vom 02.01.2009 - 30.04.2009 wäre für jeden Monat der Versicherungslosigkeit ein Monatsbeitrag von maximal ca. 640,00 € nachzuzahlen. Der erste Monat (01.2009) bleibt als Toleranz beitragsfrei.
Für die Zeit ab 01.05.2009 fällt für jeden weiteren Monat ohne Versicherungsschutz ein Sechstel des zu berücksichtigenden Monatsbeitrages an. Maximal werden 5 Jahre nachgefordert. Die Höhe der Nachforderung ist auf 14 (volle) Monatsbeiträge beschränkt. Unter Berücksichtigung des Monatshöchstbetrages von ca. 640,00 € beläuft sich Höchstsumme auf ca. 8960 €.

Die Möglichkeit, mit der Versicherung über einen (Teil-)Erlaß zu verhandeln besteht - ein Rechtsanspruch hierauf besteht jedoch nicht.

2.

Der Erlaß von Beitragsschulden war vom Gesetzgeber lediglich für den Zeitraum August 2013 - 31.12.2013 festgelegt. Hiernach sind die Krankenkassen zum Erlaß nicht mehr verpflichtet.

3.

Sie können innerhalb der für Sie maßgeblichen Kategorie der Krankenkasse (privat oder gesetzlich) eine beliebige Krankenkasse wählen - ein Vergleich unter den Privaten ist dringend empfohlen. Bei den privaten KVen werden auch sogenannte Nottarife angeboten, wenn Sie sich dort versichern lassen müßten und Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse die Zahlung regulärer Beitragssätze nicht zulassen.

4.

Ihrer letzten Frage möchte ich folgende Empfehlung voranstellen:

Sie geben an, ab übernächsten Monat eine Anstellung erhalten zu können. In diesem Fall besteht für Sie unter folgenden Voraussetzungen die Möglichkeit in die gesetzliche KV zu kommen:

- Sie üben eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aus (z.Zt über 450,00 € monatlich)
- Sie sind unter 55 Jahre alt
- Ihr Jahresbruttoentgelt liegt unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 54.900 €

Auch bei der Rückkehr in die gesetzliche KV wären von Ihnen nicht versicherte Zeiten nachzuversichern.

Sofern Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse die Rückzahlung des Nachforderungsbetrages nicht zulassen besteht bei der gesetzlichen KV die Möglichkeit, die Höhe der Monatsbeiträge der nachzuversichernden Zeit auf ca. 43 € zu ermäßigen. Dadurch ergäbe sich ein geringerer Nachversicherungsbetrag von lediglich ca. 4.200,00 €. Die Pflicht der Krankenkasse, die Möglichkeit zu prüfen folgt aus § 256a SGB V .

Zudem besteht die Möglichkeit, mit der Versicherung eine Ratenzahlungsvereinbarung über den Nachforderungsbetrag zu schließen, so daß sich Ihre monatliche Zahlungsverpflichtung weiterhin reduziert.

Sofern Ihnen eine Obdachlosigkeit droht wäre eventuell auch an die Beantragung von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder XII zu denken. Auch dies sollten Sie der Krankenversicherung in jedem Fall mitteilen.

5.

Zusammenfassend möchte Ich Ihnen deshalb empfehlen, sich zunächst mit einer gesetzlichen Krankenversicherung (KV) in Verbindung zu setzen, Ihre Situation dort zu schildern und dort prüfen zu lassen, ob eine Aufnahme in die GKV möglich ist.

Weiterhin sollten Sie sich den genauen Nachforderungsbetrag der KV mitteilen lassen, und zwar samt einer nachvollziehbaren Berechnung.

Sowohl mit der GKV als auch mit der privaten KV können Sie unter Schilderung Ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse über die Bedingungen Ihrer Aufnahme und die Höhe und Zahlweise des von Ihnen zu leistenden Nachforderungsbetrages verhandeln.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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