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leiblichen Vater nach 38 Jahren gefunden - was nun?

17.08.2007 12:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


08:17

Hallo, ich habe nach 38 Jahren meinen leiblichen Vater gefunden und Kontakt aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand keinerlei Kontakt, er wurde nie als Vater namentlich aufgenommen. Ich bin auf dem Papier "vaterlos" aufgewachsen, wurde auch nicht adoptiert.
Er hat die Vaterschaft nicht abgestritten (das war rein optisch auch nicht angebracht, wir sind uns mehr als ähnlich :)...), hat den Kontakt aber auch wieder eingestellt, vermutlich weil er nicht möchte, dass seine anderen ehelichen Kinder von mir erfahren.

Wie soll ich mich verhalten? Muss ich rechtlich irgendetwas veranlassen, z.B. die Vaterschaft offiziell anerkennen lassen? Habe ich irgendwelche Ansprüche, die ich verpasse, wenn ich gar nichts tue?

Vielen Dank!

17.08.2007 | 12:38

Antwort

von


(2283)
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26135 Oldenburg
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Sehr geehrte Ratsuchende,


zunächst werden Sie allein entscheiden müssen, ob der Kontakt zum Vater weiter aufrecht erhalten bleiben soll, nachdem diesen nun den Kontakt wieder abgebrochen hat.

Die Feststellung der Vaterschaft kann auch jetzt noch erfolgen; sollte der Vater diese nicht anerkennen (wovon ich aufgrund der Kontakteinstellung ausgehe), wird dann allein die gerichtliche Feststellung übrig bleiben.

Ist die Vaterschaft dann festgesetellt, haben Sie dann wie jedes Kind Rechte und Pflichten hieraus:

Wesentlich sind dabei natürlich die Erbschaftsansprüche, die Ihnen zustehen werden. Aber auch als Kind kann man gegenüber seinem Vater unterhaltspflichtig werden (z.B. bei einem Pflegefall), was sicherlich auch zu bedenken ist.


Hier sollte vor dem weiteren Vorgehen das gesamte "Für und Wider" abgewogen werden, wobei sicherlich auch die einzelnen wirtschaftlichen Aspekte beachtet werden sollten. Da es dabei aber ganz wesentlich auch von ein Einzelumständen abhängt, sollten Sie dieses dann erweitert im Rahmen einer individuellen Beratung abklären lassen. Denn die Einzelpunkte sollten vor dem weiteren Vorgehen dann erst einmal geklärt werden.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 10.09.2007 | 20:49

Sehr geehrter Herr Bohle,
vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

In der Zwischenzeit habe ich meinem Vater mitgeteilt, dass ich eine Vaterschaftsanerkennung möchte. Er hat geantwortet, dass er freiwillig nicht dazu bereit ist und die Sache ja sowieso verjährt sei. Das stimmt doch hoffentlich nicht, oder?

Vielen Dank im Voraus für die Antwort!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.09.2007 | 08:17

Sehr geehrte Ratsuchende,


hier irrt Ihr Vater; eine Verjährung ist nicht eingetreten.

Allerdings sollten Sie nun nicht länger warten, sondern dann - wenn Sie das Verfahren betreiben wollen - möglichst bald Klage auf Feststellung der Vaterschaft erheben.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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