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leiblichen Vater in die Geburtsurkunde eintragen lassen wollen

28.11.2013 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Vaterschaftsanerkennung durch leiblichen Vater, Namensänderung möglich?

Hallo,

meine Mutter war verheiratet und ist ihrem Ehemann fremd gegangen. Als ich geboren worden bin, war klar, das ich nicht die Tochter des Ehemannes meiner Mutter bin.
In der Geburtsurkunde hat der Ehemann meiner Mutter unterschrieben.
Es hat einige Jahre gedauert bis ich alles erfahren habe.
Mein leiblicher Vater ist verstorben und ich habe kontakt zu seiner Familie die in Spanien wohnt.
Ich versteh mich nicht mit meiner Mutter und mein Vater aus der Geburtsurkunde nutzt mich nur aus.
Ich möchte das in meiner Gebursurkunde mein leiblicher Vater steht. Und ich möchte auch gerne seinen Namen tragen. Geht das?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen im Rahmen einer anwaltlichen Erstberatung unter Berücksichtigung des von Ihnen gewählten Mindesteinsatzes gerne kurz beantworte.

Grundsätzlich ist es möglich, dass Ihr Vater in eine schon bestehende Geburtsurkunde eingetragen wird. Hierzu müsste Ihr leiblicher Vater aus Spanien die Vaterschaft anerkennen. Für eine Anerkennung der Vaterschaft ist die Zustimmung Ihrer Mutter notwendig. Die Erklärung der Mutter muss ebenso wie die Erklärung des leiblichen Vaters öffentlich beurkundet werden. Für die Beurkundung der Vaterschaftsanerkennung können Sie sich an das Standesamt, an das Jugendamt oder einen Notar wenden. Die Eltern können die Anerkennung der Vaterschaft und die Zustimmungserklärung gemeinsam, aber auch getrennt voneinander vornehmen. Die Anerkennung der Vaterschaft wird jedoch erst wirksam, wenn alle erforderlichen Zustimmungen erfolgt sind.

Sollte sich Ihre Mutter weigern, eine entsprechende Erklärung abzugeben, nach Ihrer Schilderung steht es mit Ihrem Verhältnis zur Mutter nicht zum Besten, besteht noch die Möglichkeit, die Vaterschaftsanerkennung auf gerichtlichem Wege durchzusetzen.

Wenn die Anerkennung rechtswirksam ist, wird das Geburtsregister des Kindes ergänzt und Ihnen eine neue Geburtsurkunde mit dem Namen des Vaters ausgestellt. Durch die Anerkennung werden Vater und Kind miteinander verwandt. Dies hat vor allem unterhalts- und erbrechtliche Folgen, d.h. es können Unterhaltspflichten und Erbrechte entstehen.

Fraglich ist, ob Sie auch den Familiennamen Ihres leiblichen Vaters tragen dürfen. Nach § 3 Abs.1 NamÄndG darf ein Familienname nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Änderung rechtfertigt. Grund dieser Regelung ist, dass der Familienname ein wichtiges Identifizierungsmerkmal einer Person ist, so dass ein öffentliches Interesse an der Beibehaltung des Familiennamens besteht. Ein wichtiger Grund rechtfertigt die Änderung des Familiennamens, wenn die Abwägung aller für und gegen die Namensänderung streitenden Umstände ein Übergewicht der für die Änderung sprechenden Interessen ergibt (BVerwG, Urteil vom 20. 3. 2002 - 6 C 10. 01).

Es ist durchaus möglich, dass die zuständige Behörde hier einen wichtigen Grund anerkennt, da jeder Mensch Wert auf seine Abstammung legt. Daher sollten Sie klarstellen, dass es Ihnen darauf ankommt, die Abstammungsverhältnisse klarzustellen. Ihr momentaner Familienname ist bloß der Name des Scheinvaters. Der Name Ihres leiblichen Vaters ist hingegen der Name, welcher die Abstammungsverhältnisse zutreffend ausdrückt, und Sie daher den Namen Ihres leiblichen Vaters annehmen möchten. Es kann aber nicht garantiert werden, dass diese Begründung von der Behörde als wichtiger Grund tatsächlich angenommen wird, die Entscheidung ist immer abhängig vom jeweiligen Einzelfall.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner ersten Einschätzung weiterhelfen. Bei Unklarheiten besteht selbstverständlich die Möglichkeit eine Nachfrage zu stellen.


Freundliche Grüße aus Berlin-Moabit

Martin Luft
Rechtsanwalt



www.kanzlei-luft.de

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www.berlin-strafverteidiger.info

Ergänzung vom Anwalt 28.11.2013 | 21:43

Sehr geehrte Fragestellerin,

Danke für Ihre Nachfrage per E-Mail. Dass Ihr leiblicher Vater verstorben ist, habe ich leider überlesen. Insofern scheidet eine Vaterschaftsanerkennung natürlich aus. Ihnen bleibt nur der Weg, die Vaterschaft gerichtlich feststellen zu lassen. In diesem Fall müssten Sie beim Familiengericht beantragen, dass festgestellt wird, dass Ihr verstorbener leiblicher Vater tatsächlich Ihr Vater ist. Dies müssten Sie auch beweisen: In Betracht kommen Zeugenaussagen, z.B. von Ihrer Mutter, ggf. müsste Ihr Vater zur Gewinnung einer DNA-Probe exhumiert werden. Sie sehen, grundsätzlich ist Ihr Vorhaben durchaus im Bereich des Möglichen.


Freundliche Grüße aus Berlin-Moabit

Martin Luft
Rechtsanwalt


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