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ladendiebstahl bzw. ettiketten umgeklebt

| 06.01.2011 13:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


meine frage:

ich wurde gestern beim ladendiebstahl erwischt - bzw. ich hatte etiketten umgeklebt, zur kasse gegangen diese "verbilligten" preise bezahlt und beim ausgang vom geschäftsführer empfangen. musste mit in sein büro, polizei wurde geholt, strafanzeige wurde gestellt, ausserdem wurde der polizei noch ein video vorgeführt an dem man mich erkannt hat, dass ich das schon mal getan hatte. morgen bin ich bei der polizei vorgeladen zur aussage - was soll ich angeben bzw. aussagen ? ich habe in diesem geschäft diese scheiße schon mehrmals gemacht - dachte es wäre nicht aufgefallen - ist es aber und die haben das auf band und jetzt mich eben direkt auch noch erwischt - sollte ich angeben, dass ich das schon länger betreibe ? gelte ich dann als ersttäter oder wiederholter täter ?
erwischt wurde ich noch nie ? ich schäme mich zu tode - weiß nicht mehr ein noch aus ???
mit welcher strafe muss ich rechnen ??? ich bin 40 jahre alt

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Durch das Umetikettieren dürften Sie sich in der Tat strafbar gemacht haben. Sie täuschten an der Kasse vor, dass die Ware mit einem geringerem Preis ausgezeichnet war. Dieser Täuschung unterlegen wurde Ihnen von der Verkäuferin ein geringerer Preis berechnet. Hierin ist zwar kein Diebstahl zu erkennen, da Sie die Sachen nicht weggenommen haben. Das Verhalten erfüllt jedoch den Straftatbestand des Betruges.

Sie sollten Ihr weiteres Vorgehen nun genau abwägen. Sie müssen nicht zur Polizei gehen, Sie können auch die Aussage verweigern oder erst später aussagen. Dies würde aber wahrscheinlich zur Anklage führen. Des Weiteren können Sie sich schriftlich äußern. Das hat den Vorteil, dass Ihnen nicht das Wort im Mund umgedreht wird, Sie nicht überrumpelt werden und Sie sich selbst nicht unnötig belasten. Sollten Sie aussagen – persönlich oder schriftlich -, so empfiehlt es sich, dasjenige zu gestehen, das bewiesen werden kann und sich nicht in Widersprüchen zu verstricken.

Das Problem dürfte jedoch sein, dass Sie bei einer Aussage nicht absehen können, ob diese zum Ermittlungsergebnis in Widerspruch steht oder ob Sie etwas eingestehen, das ohne Ihre Aussage nicht bewiesen werden kann.

Die beste Lösung ist daher, sich anwaltlich vertreten zu lassen. In diesem Fall bietet es sich an, morgen nicht bei der Polizei auszusagen, sondern mitzuteilen, dass Sie sich vertreten lassen wollen und Ihr Anwalt sich um alles weitere kümmern wird. Der Anwalt würde eine schriftliche Einlassung fertigen, nachdem ihm Akteneinsicht durch die Staatsanwaltschaft gewährt wurde. Durch die Akteneinsicht lässt sich erkennen, was Ihnen vorgeworfen wird und wie die Beweislage überhaupt aussieht. Entsprechend kann Ihre Einlassung aufgearbeitet werden. Dadurch kann erreicht werden, dass Sie nichts zugeben, was nicht bewiesen werden kann und Sie sich nicht in Widersprüchen verstricken, die später zu Ihren Lasten verwertet werden können. Es könnte gezielt versucht werden, die Strafe möglichst gering zu halten.

Eine Anklage wird über alle Taten erhoben, derer Sie hinreichend verdächtig sind, eine Verurteilung also wahrscheinlicher ist als ein Freispruch. Dies kann eine Verurteilung über mehrere Taten zur Folge haben. Insgesamt würden Sie also nur einmal bestraft. Aus dem Urteilsspruch ist jedoch erkennbar, dass die Verurteilung mehrere Taten umfasst.

In gewisser Weise sind Sie ein Wiederholungstäter, da Sie mehrfach sich auf die gleiche Art und Weise strafbar gemacht haben. In einem Strafprozess, der alle Taten beinhalten würde, würde die Anzahl der Taten jedoch nicht zusätzlich zu Ihren Lasten verwertet werden, da jede Tat ohnehin bestraft würde. In dem Prozess gelten Sie als nicht vorbestraft, soweit dies der Fall ist.

Die Höhe der Strafe ist sehr schwer abzuschätzen. Letztlich ist steht die Höhe der Strafe im Ermessen des Gerichts und kann durch vielerlei – jetzt noch nicht vorhersehbare – Faktoren beeinflusst werden. Daher ist eine verlässliche Prognose an dieser Stelle nicht möglich!

Der Betrug sowie der Diebstahl werden mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe zu fünf Jahren geahndet. Es werden alle Umstände, die zu Ihren Gunsten und Lasten sprechen, berücksichtigt. Die Anzahl der Taten und die Höhe des Schadens sowie Ihre innere Einstellung zu den Taten werden bei der Bemessung der Strafe eine entscheidende Rolle spielen. Wenn Sie nicht einschlägig vorbestraft sind, so ist eine kurzzeitige Freiheitsstrafe auf Bewährung möglich, aber unwahrscheinlicher als eine Geldstrafe. Die Geldstrafe wird die Anzahl der Taten angemessen berücksichtigen. Je nachdem wie viele Taten Ihnen nachgewiesen werden können, könnten Sie eine Geldstrafe über 90 Tagessätze erhalten, sodass Sie als vorbestraft gelten würden.

Deshalb kann ich Ihnen nur raten sich vertreten zu lassen, um die Höhe der Strafe für Sie möglichst gering zu halten und günstigen Einfluss auf das Verfahren nehmen zu können.

Sollten Sie an einer Vertretung im Ermittlungsverfahren Interesse haben, können Sie sich gerne an mich wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 06.01.2011 | 15:42

bedeutet das dass es mir wirklich passieren kann, dass ich eine freiheitsstrafe erhalten könnte / ich bin im öffentl. dienst beschäftigt!. ich dachte eigentlich ich gehe zur polizei mache meine aussage und gestehe dass ich 3-4 mal diese schandtat gemacht habe. und hoffe dadrauf dass die mir nicht mehr anhängen können. gleichzeitig erkläre ich dass ich mich bereits um psychologische hilfe bemühe (das tu ich wirklich) da ich mir echt nicht erklären kann warum ich das gemacht habe und ich bereue es wirklich - meinen sie es ist der falsche weg ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.01.2011 | 16:27

Sehr geehrte/r Rechtsuchende/r,

Sie sollten nicht der Versuchung erliegen, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn eine Anklage gegen Sie erhoben wird, wird dies Ihrem Dienstherrn mitgeteilt, wenn Sie im Beamtenverhältnis stehen. Sind Sie privatrechtlich angestellt, erfolgt eine Mitteilung wenn besondere Voraussetzungen vorliegen, z. B. Ihre Eignung für die Dienststelle durch die Tat entfallen kann. Sie werden daher unter Umständen auch in diesem Bereicht Probleme bekommen, auch denn, wenn keine Freiheitsstrafe verhängt wird.

Zudem sollten Sie auch davon ausgehen, dass der Vernehmungsbeamte der Polizei Ihnen Fragen zu den 3 - 4 Taten, die Sie zu gestehen beabsichtigen, stellen wird. Es wäre eher verwunderlich, wenn genau diese Taten mit den anderweitig bekannten Taten übereinstimmen. Sie können sich so schnell um Kopf und Kragen reden. Hinzu tritt die üblicherweise in der Vernehmungssituation strukturelle Überlegenheit des Kriminalbeamten.

Meines Erachtens sollten Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen und sich möglichst durch einen Rechtsanwalt verteidigen oder zumindest nach Akteneinsicht beraten lassen.

Wenn Sie sich hierzu entscheiden sollten, seien Sie so höflich und informieren Sie die Polizei hierüber, folgen Sie der Ladung aber nicht. Lassen Sie sich auch nicht in ein Gespräch verwickeln. Häufig versuchen die Beamten so an Informationen zu kommen.

Ohne genaue Kenntnis von der Anzahl der Taten, dem Wert der umetikettierten Gegenständen, der Tatbegehung, Verhalten nach der Tat, Schadenswiedergutmachung usw. ist wirklich keine seriöse Prognose abzugeben, ob eine Freiheitsstrafe zu befürchten ist. Ihre Schilderung legen jedoch keinen Sachverhalt nahe, nachdem die Verhängung einer Freiheitsstrafe schlechthin ausgeschlossen erscheint.

Es tut mir leid, Ihnen insoweit nichts Günstigeres mitteilen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 08.01.2011 | 09:27

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.01.2011 4,2/5,0
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