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lärmbelästigung durch papagei

04.07.2008 13:42 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


15:00
guten tag
es geht um folgendes problem.ich habe mir ein haus gekauft und besitzte einen papaei und einen großsittich.da das haus eine zimmer "zu viel "hat habe ich mich dazu entschlossen ein zimmer als papageienzimmer einzurichten.also ein zimmer für beide vögel.das ist die ideale haltungsweise für große vögel.dieses zimmer grenzt genau an das nachbarhaus( habe ein reihen endhaus)nun beschwert sich die nachbarin über jedes einzelne zufen des papagei.er schreit nicht den ganzen tag.wenn es hart kommt den ganzen tag 4-5 mal für 5-10 minuten.aber das machen diese tiere nun mal.auch schreit er nachts nicht und nie vor sieben uhr.wie schon geschrieben sind die laute des papagei niemals stundenlang ohe oft hinter einander zu hören.gestern war es drei mal und dann jeweils nur für 3-5 minuten.ausserdem habe ich in diesem zimmer eine kamera und ton aufnahme installiert und kann somit die lautäusserungen nachweisen.leider ist meine nachbarin sehr sehr sehr empfindlich und hat so ziemlich streit mit der ganzen strasse.meine angst ist das man mir den papagei wegnehmen könnte wenn sie sich beschwert.was kann ich tuen?muss ich ernsthaft angst um die den papagei haben?angemeldet ist er beim ordnungsamt.vielen dank im vorraus!!
04.07.2008 | 14:11

Antwort

von


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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Sie brauchen keine Angst haben, dass man Ihnen den Vogel wegnimmt. Wenn überhaupt, dann eskalieren solche Auseinandersetzungen meist in einem gerichtlichen Streit, an dessen Ende dann entweder feststeht, dass die "Lärmbelästigung" hinzunehmen ist oder aber eben nicht.

In letzterem Fall müssten Sie dann dafür Sorge tragen, dass die Vogelrufe nicht zu laut werden, etwa durch eine entsprechende Schallisolierung. Sollte das nicht gelingen und andere Möglichkeiten der Geräuschverhinderung nicht in Betracht kommen, müssten Sie den Papagei evtl. weggeben. In jedem Fall können Sie aber dann über den Aufenthaltsort selbst bestimmen, der Papagei wird Ihnen also nicht weggenommen.

Dies gilt selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass Sie den Vogel wirklich artgerecht halten, da anderenfalls Gründe des Tierschutzes (und nicht der Lärmbelästigung) die Ordnungsbehörde veranlassen könnten, Ihnen den Papagei tatsächlich wegzunehmen.

Lärmbelästigung ist etwas sehr Subjektives, da jeder Mensch andere Empfindlichkeitsgrenzen hat. Daher kommt es zunächst darauf an, wie laut Ihre Vögel wirklich sind und wieviel von der Lautstärke bei Ihrer Nachbarin objektiv "ankommt". Dies lässt sich letztlich nur durch eine Lautstärkenmessung in dem Haus Ihrer Nachbarin belegen.

Um einem gerichtlichen Streit mit Ihre Nachbarin aus dem Wege zu gehen sollten Sie daher offen mit Ihrer Nachbarin darüber sprechen, dass von neutraler Dritter Seite entsprechende Lärmmessungen in ihrem Haus vorgenommen werden. Schlagen Sie ihr vor, dass die Ergebnisse dann zur Grundlage für weiteres Handeln gemacht werden sollen, etwa für den Einbau entsprechender Isolierung von Ihrer Seite, soweit das Messergebnis dies erfordert. Schlagen Sie ihr auch vor, sich die Kosten für die Messung mit Ihrer Nachbarin zu teilen.

Dies sollten Sie ihr mündlich UND gleichzeitig schriftlich vorschlagen.

Warum?

Sollte Ihre Nachbarin sich dagegen diesen sinnvollen Vorschlag sperren und dann gleichwohl versuchen, mit gerichtlicher Hilfe gegen Sie vorzugehen, müssten im Rahmen einer Beweisaufnahme letztlich genaus dieselben Maßnahmen durchgeführt werden.

Sie aber können dem Gericht gegenüber belegen, dass Sie zunächst alles versucht haben, den Streit außergerichtlich beizulegen und ihrer Nachbarin die Durchführung just dieser Maßnahmen im Vorfeld angeboten haben, die nunmehr im Zuge einer Beweisaufnahme durchgeführt werden - Ihre Nachbarin hinterlässt damit beim Richter keinen guten Eindruck und wirkt unglaubwürdiger.

Sie hingegen stellen sich als offener, um eine außergerichtliche Konfliktlösungen ehrlich bemühter Nachbar dar. Das ist zwar nicht prozessentscheidend, aber sichert immerhin einen kleinen Pluspunkt beim Richter. Und sollte eine richterliche Entscheidungen irgendwann einmal "auf der Kippe" stehen, kann solch ein Pluspunkt für Sie streitentscheidend sein.

Mit freundlichen Grüßen
Fenimore v. Bredow

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht


Nachfrage vom Fragesteller 04.07.2008 | 14:23

vielen dank für ihre schnelle und sehr ausführliche antwort.artgerecht ist der papagei injedem fall gehalten.das ist ganz sicher und ich hätte keine sorge wenn eine behörde-auch unangemeltet- sich die haltund anschauen möchte.aber kann man bei einer solchen niedrigen "schrei frequenz" von lärmbelästigung reden?wenn ich renoviere oder den rasen mähe ist es deutliche länger lauter.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.07.2008 | 15:00

Sehr geehrter Fragesteller,

wie ich bereits ausgeführt habe, ist "Lärmbelästigung" etwas sehr Subjektives, da jeder Mensch andere "Belästigungsgrenzen" hat:

Manche Leute können bei Lärm von Rasenmähern in aller Seelenruhe einschlafen, gehen dafür aber schon bei leiser Pianomusik an die Decke. Gurrende Tauben finden manche Menschen beruhigend, andere holen am liebsten sofort ein Schrotgewehr hervor.

Tatsache ist, dass Ihr Vogel sicherlich öfter Laute von sich gibt als Sie ihren Rasen mähen oder renovieren. Daher kommt es ganz wesentlich auf die Lautstärke an, und die ist eben messbar und ggf. durch entsprechende Isolierung reduzierbar.

Mit freundlichen Grüßen
Fenimore v. Bredow

ANTWORT VON

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