Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

kürzere Sperrzeit bei ALG bei befristetem Vertrag?

| 05.08.2013 21:36 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


22:56

Zusammenfassung: Wie sich die Sperrzeit bei Eigenkündigung verkürzt, wenn das Arbeitsverhältnis sowieso endet!

Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken mein befristetes Arbeitsverhältnis das Ende Oktober auslaufen würde zu kündigen. Jetzt habe ich im Internet gelesen das man eine Sperrzeit von seinem ALG 1 bekommt wenn man selbst kündigt aber wenn das Arbeitsverhältnis eh innerhalb von 12 bzw 6 Wochen aufgrund eine Befristung oder ähnliches sowieso geendet hätte verkürzt sich die Sperrzeit auf 6 bzw 3 Wochen.

Jetzt meine Frage das heißt also wenn ich sagen wir einmal 6 Wochen bevor das Arbeitsverhältnis geendet hätte selbst kündige bekomme ich 3 Wochen kein Geld oder sind es doch 12 Wochen da ich auch noch gesessen habe das dass die Speere mindestens 1/4 der Anspruchsdauer ausmacht was bei mir mit 12 Monaten Anspruch 3 Monate bedeuten würde. Zudem würde mich interessieren ob die Arbeitsagenturen dies auch wissen und mir nicht so oder so eine Speere von 12 Wochen rein drücken und ich dann dagegen Widerspruch einlegen müsste wo die Bearbeitung auch ca 3 Monate dauert.

Ich hoffe Sie haben meine Frage versanden und freue mich auf eine baldige Antwort.
05.08.2013 | 22:19

Antwort

von


(99)
Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 330893 80
Web: http://www.pi-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen angesprochene Regelung ergibt sich direkt aus dem Gesetz. Ich zitiere die Vorschrift des § 159 Abs. 3 SGB III:

"Die Dauer der Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe beträgt zwölf Wochen. Sie verkürzt sich

1.
auf drei Wochen, wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb von sechs Wochen nach dem Ereignis, das die Sperrzeit begründet, ohne eine Sperrzeit geendet hätte,

2.
auf sechs Wochen, wenn a)
das Arbeitsverhältnis innerhalb von zwölf Wochen nach dem Ereignis, das die Sperrzeit begründet, ohne eine Sperrzeit geendet hätte oder

b)
eine Sperrzeit von zwölf Wochen für die arbeitslose Person nach den für den Eintritt der Sperrzeit maßgebenden Tatsachen eine besondere Härte bedeuten würde."

Endet das Arbeitsverhältnis also 6 Wochen nach Ausspruch der Kündigung sowieso, gibt es 3 Wochen Sperrzeit, endet es 12 Wochen später, gibt es 6 Wochen.

Außer der Sperrzeit am Anfang des ALG - Anspruches führt die Arbeitsaufgabe, also Eigenkündigung ohne wichtigen Grund, noch zu einer Minderung der ALG 1 - Anspruchsdauer. Das steht wiederum in § 148 Abs. 1 Nr. 4 SGB III. Die Vorschrift lautet:

"Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld mindert sich um die Anzahl von Tagen einer Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe; in Fällen einer Sperrzeit von zwölf Wochen mindestens jedoch um ein Viertel der Anspruchsdauer, die der oder dem Arbeitslosen bei erstmaliger Erfüllung der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem Ereignis, das die Sperrzeit begründet, zusteht."

Das bedeutet, wenn Sie vorne am ALG 1 - Anspruch eine 6 - Wochen - Sperrzeit haben, dann verkürzt sich der Anspruch hinten auch um 6 Wochen.

Arbeitsagenturen können kämpferisch sein, was das Sperrzeitenrecht angeht. Deswegen kann ich Ihnen eine Garantie, dass ein Widerspruch nicht notwendig wird, nicht geben. Die Arbeitsagentur muss Sie aber vor Ausspruch der Sperrzeit anhören. Im Rahmen der Anhörung können Sie ausdrücklich darauf hinweisen.

Vor dem Hintergrund vorstehender Erwägungen rate ich eher dazu, eine sperrzeitbegründende Kündigung zu vermeiden, oder zu schauen, ob ein wichtiger Grund für die Kündigung vorliegt.

Ich hoffe, meine Antwort ist Ihnen nützlich.

Bei Bedarf nutzen Sie die Nachfragefunktion.

Alles Gute!

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 05.08.2013 | 22:30

Hallo,

vielen dank für Ihre schnelle Antwort ich habe nicht ganz verstanden was Sie meinten mit Arbeitsagenturen können kämpferisch sein, was das Sperrzeitenrecht angeht. Heißt das wenn obwohl gesetzlich ich eigentlich nur eine Speerzeit von 6 Wochen bekommen würde das Arbeitsamt sagen könnte das ich 12 Wochen bekomme??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.08.2013 | 22:56

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nachfrage.

Ja, genau das meine ich. Sie können dann aber sicher ein Widerspruchsverfahren erfolgreich dagegen führen. Nur haben Sie halt das Risiko, dass Sie ein Zahlungslücke erstmal überbrücken müssen. Das wichtigste ist, dass Sie die Fristen beachten, und nicht etwa 12 Wochen und einen Tag, oder 6 Wochen, und einen Tag vorher kündigen.

Wenn es Schwierigkeiten geben sollte, sprechen Sie mich an.

Mit freundlichem Gruß

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.08.2013 | 22:34

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Patrick Inhestern »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.08.2013
4,8/5,0

ANTWORT VON

(99)

Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 330893 80
Web: http://www.pi-kanzlei.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht, Arbeitsrecht, Arbeitsrecht, Fachanwalt Familienrecht
Jetzt Frage stellen