Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

kündigung seitens des ag


23.04.2005 22:43 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



guten abend...mir wurde am 23.04.05 seitens meines arbeitgebers eine"fristgerechte kündigung zum 05.05.05" zugestellt.das schreiben ist auf den 21.04.05 datiert.die kündigungsfrist beträgt 14 tage.kündigungsgrund:"arbeitsmangel und die darauf folgende umstrukturierung unseres personal".ich bin bis zum 24.04.05 krankgemeldet.seit 4 jahren ohne unterbrechung in der firma tätig.

1.frage:hat die kündigung und die kündigungsfrist in dieser form gültigkeit?

2.steht mir aufgrund des kündigungsgrundes arbeitslosengeld zu?

der kündigungsgrund ist meines erachtens frei erfunden und eher auf meinen krankheitsbedingten ausfall zurückzuführen.(11 wochen krank aufgrund arbeitsunfall-operation-genesung-1 woche reguläre arbeit-weitere 4 wochen krank aufgrund problemen durch die op)

3.frage:steht mir für die zeit meines krankheitsbedingten ausfalls urlaub zu der von meinem arbeitgeber nach erfolgter kündigung jetzt abgegolten werden muss?

wie soll ich mich verhalten da ich theoretisch am monteg wieder zur arbeit müsste...ich habe noch 5 tage resturlaub+den urlaub der mir gesetzt dem falle für die krankheitstage zusteht+überstunden in nicht genau nachzuvollziehender höhe...reicht es wenn ich mich telefonisch melde?ich habe immerhin 50 km einfachen weg zur firma und würde mir diesen sparen wenn mein urlaub ausreicht...

mit freundlichen grüssen und besten dank im vorraus...

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


ad 1.)

Ob die Kündigung wirksam ist, und die Kündigungsfrist eingehalten wurde, lässt sich nicht ohne nähere Kenntnisse feststellen. Die Kündigungsfrist beträgt in Ihrem Fall zwar gem. § 622 Abs. 2 Nr. 1 BGB, jedoch ist es grundsätzlich möglich, daß diese Frist durch Tarifvertrag verkürzt wurde. Findet ein Tarifvertrag auf Ihr Arbeitsverhältnis keine Anwendung, wird die Kündigungsfrist nicht eingehalten worden sein.

Des weiteren wird es darauf ankommen, ob Sie Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) genießen. Dieses Gesetz findet Anwendung, wenn Sie in einem Betrieb beschäftigt sind, der regelmäßig mehr als fünf Arbeitnehmer in dem Betrieb beschäftigt.

Nach § 1 KSchG ist demnach "die Kündigung des Arbeitsverhältnisses gegenüber einem Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder Unternehmen ohne Unterbrechung länger als sechs Monate bestanden hat, [...] rechtsunwirksam , wenn sie sozial ungerechtfertigt ist."

Sozial gerechtfertig kann eine Kündigung, neben personen- oder verhaltensbedingten Gründen sein, wenn sie auf dringende betriebliche Erfordernisse gestützt werden kann, § 1 Abs. 2. S. 1 KSchG. In diesem Fall ist nach Ihrer Schilderung bereits zweifelhaft, ob dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen.

Der Arbeitgeber hat außerdem eine Sozialauswahl vorzunehmen, bei der die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und eine etwaige Schwerbehinderung des Arbeitnehmers zu berücksichtigen sind. Einzubeziehen in die Sozialauswahl sind alle miteinander vergleichbaren Arbeitnehmer des Unternehmes.

Kommt das KSchG zur Anwendung, kann die Kündigung in den vorgenannten Punkten angegriffen werden.

Dazu steht das Mittel der Kündigungsschutzklage offen, die innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht eingelegt werden muß, andernfalls die Kündigung - selbst wenn sie fehlerhaft nicht - nicht mehr angegriffen werden kann und die Wirksamkeit gesetzlich unterstellt wird.

Ich kann Ihnen, wenn Sie Zweifel an dem angegebenen Kündigungsgrund haben, nur dringend empfehlen, sich an einen Anwalt zu wenden und stehe Ihnen dazu selbstverständlich zur Verfügung.


ad 2.)

Sofern Sie die Kündigung nicht angreifen, wird Ihnen Arbeitslosengeld zustehen. Allerdings kann das Arbeitsamt eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen verordnen, wenn Sie sich gegen eine offensichtlich unwirksame Kündigung nicht zur Wehr setzen bzw. einer Verkürzung der gesetzlichen Kündigungsfrist nicht widersprechen.

ad 3.)

Auch für die Zeit Ihrer Erkrankung wird Ihnen anteiliger Urlaub zustehen, der, bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses anteilig abgegolten werden muß.

Solange nicht klar ist, ob Sie die Kündigung akzeptieren, sollten Sie am Montag zur Arbeit erscheinen. Selbst wenn Sie sich gegen die Kündigung nicht wehren möchten, können Sie nicht eigenmächtig
den Resturlaub antreten und von der Arbeit fernbleiben. Dies kann einen fristlosen Kündigungsgrund des Arbeitgebers begründen.

Ich empfehle Ihnen deshalb, am Montag zur Arbeit zu fahren. Diese 50 Kilometer sind Sie schließlich 4 Jahre lang täglich gefahren.

Dann sollten Sie die Wirksamkeit der Kündigung und die Einhaltung der Kündigungsfrist (siehe oben ad 1) anwaltlich prüfen lassen. Die Einlegung einer Kündigungsschutzklage dürfte empfehlenswert sein. Der Arbeitgeber muß dann nämlich vor dem Arbeitsgericht nachweisen, daß er tatsächlich dringende betriebliche Gründe hat, die es erforderlich machen, daß er ausgerechnet Ihnen kündigen muß. Das wird ihm, wenn ich Sie richtig verstehe, schwer fallen.

Selbst wenn Sie sich vor dem Arbeitsgericht auf eine Beendigung des Arbeitsvertrages einigen sollten, sollten Sie eine Abfindung erhalten, die sich in der Höhe von 2 Bruttogehältern bewegen dürfte (pro Kalenderjahr Beschäftigungszeit 1/2 Bruttogehalt).

Ich bin gerne bereit, Sie vor dem Arbeitsgericht zu vertreten und stehe Ihnen für die Abklärung des weiteren Vorgehens zur Verfügung.

Ihre Fragen hoffe ich ausreichend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de

Nachfrage vom Fragesteller 24.04.2005 | 18:28

ich bedanke mich für ihre schnelle antwort...wenn ich nun am montag in der arbeit erscheine müsste mein chef mich also theoretisch in urlaub schicken(5 tage resturlaub vom alten jahr und für dieses jahr trotz krankheit 8 tage-4 monate x 2 tage anteilig-summiert 13 tage)bis zum 5.5.05 bräuchte ich aber nur 8 tage da der 5. auf dem kalender einen feiertag anzeigt...ist der 5.5.05 in der frist mit drinnen wenn ich zum 5.gekündigt bin?was geschieht mit dem restlichen urlaubstagen und meinen überstunden?muss er die auszahlen oder hat er da noch andere möglichkeiten?einem kollegen von mir den er letztes jahr kündigte(im übrigen auch weil er oft krank war)eröffnete er wohl das er den resturlaub mit in eine neue festanstellung einbringen "muss"...angenommen ich verklage meinen arbeitgeber...falls es zur einigung der beendigung des arbeitsverhältnisses kommt und mir eine abfindung zugesprochen wird...wer zahlt dann anwalts-und gerichtskosten?kann ich eigentlich einer wiederaufnahme des arbeitsverhältnisses widersprechen?da mein ag wohl persönliche abneigung gegen mich pflegt bin ich mir ziemlich sicher das es dann nicht lang dauert bis er einen grund findet um mich fristlos zu entlassen...im handwerk sind "fehler"leider gottes meist sogar geboten um eine baustelle abzuwickeln...was passiert wenn ich es ablehnen würde?

danke im vorraus...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.04.2005 | 23:53

Ihre Nachfragen überschreiten den Umfang einer kostenlosen Nachfrage erheblich.

Ich kann Ihnen nur nochmals empfehlen, die Kündigung nicht zu aktzeptieren und sich konkret anwaltlich über die Einlegung einer Kündigungsschutzklage beraten zu lassen. Die Gerichts- und Anwaltskosten vor dem Arbeitsgericht in 1. Instanz hätten Sie zwar selbst zu tragen (§ 12a ArbGG), sollten jedoch durch eine mögliche Abfindung mehr als abgedeckt sein.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER