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körperverletzung keine anzeige gemacht und jetzt?

| 18.06.2008 18:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


zum Sachverhalt:
ein guter Freund (31) und ich (39) waren beide sehr betrunken, mein Freund(Kumpel) hatte einen Promille Wert von 2,9 Promille, ich müsste etwas darunter (da 20 KG mehr Körpergewicht) gewesen sein, wir waren den ganzen Abend am trinken (feiern) EM Eröffnungs-Spiele, gegen später ca. 0.00 Uhr sind wir in einer Disco gewesen, er mein Kumpel ist wegen Rauchen (BaWü nicht mehr erlaubt) raus geflogen, ein Türsteher kam daraufhin in der Disco auf mich zu und sagte ich solle nach draußen gehen und nach meinem Kumpel schauen, was ich dann auch getan habe, irgendwie sind mein Kumpel und ich dann vor der Disco in Streit geraten, nach späterer Erzählungen muss es zwischen meinem Kumpel und mir wie folgt abgelaufen sein:

wir haben uns Gegenseitig geschuppst, dann ist er gefallen und hat nach mir (beim fallen, komisch aber so wurde es gesagt) mit dem Fuß (als erstes) geschlagen, er hat mich jedoch nur gestreift, daraufhin habe ich ebenfalls mit dem Fuß lediglich einmal zurück geschlagen und in am Kopf-Lippe getroffen, woraufhin er Bewusstlos zu Boden ging.

Krankenwagen und Polizei kamen, die Polizei lies mich ins Röhrchen blasen und nahm meine Daten auf (Ausweis), die Polizei hat mich nicht mitgenommen und ließen mich nach Befragung von Zeugen meines Weges ziehen.

Nun, mein Kumpel ging gleich am nächsten Tag (er blieb nur die Nacht) auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus, die Verletzungen meines Kumpels waren, es wurde an seiner Lippe 4 Stiche genäht und eine Gehirnerschütterung wurde festgestellt, keine Brüche oder Zähne verloren.

Die Bewusstlosigkeit sind da eher an seinem Hohen Promille-Wert 2,9 Promille anzulehnen als an der Schlageinwirkung (so denke ich)

das war nun die Geschichte-Sachverhalt.

am nächsten Tag habe ich mit meinem Kumpel geredet und wir beide wussten nicht -Filmriss-bei-beiden- wie es dazu kommen konnte, mein Kumpel wurde 3 Tage nach dem Vorkommnis zur Polizei bestellt und teilte mir oben beschriebenen Sachverhalt mit.

Er hat bei der Polizei keine Anzeige gemacht und dafür bei der Polizei unterschrieben, die Polizei fragte Ihn wie unser Verhältnis sei, dies wurde von meinem Kumpel als sehr gut angegeben und er wolle keinesfalls eine Anzeige machen, die Polizei hat das aufgenommen und sagte zu meinem Kumpel es liege nun an der Staatsanwaltschaft die Angelegenheit "öffentliches Interesse" zu bewerten.

ergänzend: Ich hatte normale Halbschuhe an und wurden von der Polizei nicht Sichergestellt.

nun meine Frage(n):

mein Kumpel hat keine Anzeige bei der Polizei gemacht und dies auch bei der Polizei mit seiner Unterschrift bestätigt, kann mein Kumpel nun das Widerrufen und doch noch ein Anzeige machen? wenn Ja wie lange kann er seine "schriftliche nicht Anzeige" in eine Anzeige umwandeln?

wer trägt die Kosten, (Kumpel hat keine Anzeige gemacht)? Polizei Einsatz, Krankenwagen, Krankenhausaufenthalt für ca. 12 Stunden, er ist seit einer Woche krank geschrieben, Folgebehandlung (Fäden ziehen).

warum hat die Polizei mich zur Vernehmung (es ist nun 12 Tage her) noch nicht geladen b.z.w. aufgefordert?

wir beide waren Sturz besoffen er 2,9 Promille, ich weis meinen Wert (Polizei hat es mir nicht gesagt) nicht, da wir aber immer zusammen das gleiche im gleichen Zeitraum getrunken haben, gehe ich von einem ähnlich Hohen Promille Wert aus, wie wirken sich die Hohen Promille Werte aus?

kann von einer Gefährlichen Körperverletzung ausgegangen werden? meine Schuhe normale Halbschuhe, Polizei hat die Schuhe nicht als Beweis-Mittel Sichergestellt.

was ist Ihre Einschätzung wie sich die Geschichte entwickeln wird?

meine Angst liegt darin, da er keine Anzeige gemacht hat muss mein Kumpel auch die Kosten tragen, er deswegen dann seine NICHT ANZEIGE in eine Anzeige umwandeln könnte, eigentlich habe ich nicht als erstes zu geschlagen das war mein Kumpel, mein einziger Schlag war praktisch die Antwort auf seinen Fusstritt, nunja, blöde Geschichte...

vielen Dank im voraus für Ihre Mühen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Ihr Freund kann Strafantrag innerhalb einer Frist von drei Monaten ab dem Tatzeitpunkt stellen. Allerdings kommt es hier darauf an, ob Ihre Handlung nur als einfache oder als gefährliche Körperverletzung gewertet werden kann. Da Sie bei der Handlung Halbschuhe trugen, liegt die Wertung als gefährliche KV näher, da nach herrschender Meinung Straßenschuhe bei Tritten als „gefährliches Werkzeug“ anzusehen sind.
Ist die Tat somit als gef. KV anzusehen, kommt es auf einen Strafantrag Ihres Freundes nicht mehr an, da die Staatsanwaltschaft die Tat dann von Amts wegen verfolgen muss.
Nur bei der Wertung als einfache KV wird die Tat grds. nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, die Staatsanwaltschaft erklärt das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung. Dieses würde aber in Ihrem Fall eher nicht erklärt werden, da es sich um eine Tat zwischen Freunden handelt und Dritte nicht zu schaden gekommen sind. (Etwaige Vorstrafen können aber die Staatsanwaltschaft dazu bewegen, das besondere öffentlichen Interesse auch in so einem Fall zu erklären.)

II. Die Kosten trägt grds. derjenige, der den Einsatz (schuldhaft) verursacht hat. Für Behandlungskosten Ihres Freundes usw. müssen Sie aber nur dann aufkommen, wenn Ihnen ein „schuldhaftes“ Handeln nachgewiesen werden kann.
Dies dürfte hier allerdings schwer sein, da Ihre Handlung als Notwehr bzw. Putativnotwehr gewertet werden kann mit der Folge, dass bereits die Rechtswidrigkeit Ihres Handelns entfallen würde. (Auf die Prüfung der „Schuldfrage“ käme es dann gar nicht mehr an.)
Daneben kann Ihre starke Alkoholisierung jedenfalls schuldmildernd wirken, wobei es allerdings auch auf die konkrete BAK ankommt.
Ggf. empfehle ich, da es u.U. zur Abwehr auch von Regressansprüchen von Sozialleistungsträgern kommen kann, die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts und zwar bevor! Sie sich selbst zur Sache äußern.
Sie müssen in der Strafsache gar keine Angaben machen. Zudem müssen Sie auf eine Vorladung der Polizei auch nicht erscheinen. (Sie werden aber mit größter Wahrscheinlichkeit noch eine Vorladung erhalten. Ich empfehle hier die unverzügliche Einschaltung eines Anwalts, der zunächst Akteneinsicht nimmt und ggf. für Sie eine Einlassung zur Sache abgeben wird. Sie selbst sollten sich nicht äußern.)

III. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Staatsanwaltschaft dass Verfahren gegen Sie (beide) einstellen wird, da es sich um eine Rangelei zwischen Freunden handelt, beide sturzbetrunken waren und (wovon ich ausgehe) keine einschlägigen Vorstrafen bestehen.
Dennoch empfehle ich frühzeitig die Einschaltung eines RA, da - wie Sie bereits zutreffend angemerkt haben - durchaus zivilrechtliche Regressforderungen der Sozialleistungsträger u.a. im Raum stehen, die effektiv abgewehrt werden wollen. Eine Einstellung des Strafverfahrens ist dabei für die Geltendmachung dieser zivilrechtlichen Ansprüche ohne Belang.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Nachfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
--
Mit freundlichen Grüßen
St. Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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Rückfrage vom Fragesteller 20.06.2008 | 14:30

Hallo Herr Rechtsanwalt Schmidt,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, meine einmalige Nachfrage lautet:

Sie gehen davon aus das die Staatsanwaltschaft das Verfahren Wahrscheinlich einstellen wird, da wir Kumpels/Freunde sind er als erstes zugeschlagen hat (Notwehr) und mein Kumpel absolut für mich ausgesagt hat und wir wirklich beide Sturz (er 2,9 Promille - ich ebenfalls min. 2 Promille) betrunken waren, dritte waren nicht im Spiel, Sie gingen jedoch davon aus das keine einschlägigen Vorstrafen vorhanden sind, dem ist nicht so.

Ich habe 2 einschlägige (bin ja auch schon 39 Jahre alt) Vorstrafen, einmal 1997 Körperverletzung (Streit mit Freundin) Strafe war ohne Gerichtsverhandlung 3800 DM und einmal im Jahre 2000 Körperverletzung 2000 DM Strafe auch ohne Verhandlung (Strafen kamen beide direkt vom Staatsanwalt), das ist nun aber immerhin schon 8 Jahre her und es ist eigentlich nicht viel passiert (also keine Krankenhaus Aufenthalte oder ähnlich schlimmes)

was meinen Sie, könnte trotz der 2 Vorstrafen (letzte 8 Jahre her) das Verfahren eingestellt werden?

Ps.: (Sie hatten Recht wegen dem Halbschuh wird nun wegen gef. KV ermittelt - heute ist von der Polizei was gekommen - ich werde natürlich einen RA nehmen) wieviel würde es mich Kosten wenn Sie den Fall weiter betreuen? oder empfehlen Sie mir einen RA in der unmittelbaren Gegend Tatort war AALEN Sie kommen von Bielefeld, ich denke wenn es zu einer Verhandlung kommt würden die Kosten sehr stark ansteigen (Ihre Reisekosten) soll keine Frage darstellen nur eine Empfehlung von Ihnen wäre nett...Danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.06.2008 | 12:21

Sehr geehrter Fragsteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

I. Die lange zurückliegenden Verurteilungen (wenn auch einschlägig) sollten hier einer Einstellung des Verfahrens nicht unbedingt entgegenstehen, da die letzte Tat bereits erheblich lange zurückliegt.
Daneben ist es gut möglich, dass die Taten nicht mehr im Bundeszentralreister auftauchen, sondern bereits gelöcht worden sind; allerdings kommt es insoweit auf die konkrete Tagessatzanzahl der Geldstrafen an, die hier nicht bekannt ist.

II. Was die Modalitäten einer weiteren möglichen Vertretung durch mich angeht, so darf ich auf meine E-Mail vom heutigen Tage an Sie verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

--
St. Schmidt, LL.M.
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