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kein Testament - Wer erbt die Wohnung?

08.03.2008 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,
Mein Vater ist im November vergangenen Jahres In Lignano (Italien) verstorben. Er ist deutscher Staatsangehöriger mit festem Wohnsitz seit 1995 in Italien. Er hat im Jahre 1995 eine Wohnung gekauft, welche nun in die Erbmasse fällt. Im Jahre 1998 hat er eine slowakische Staatsangehörige geheiratet.
Meine Frage ist, ob die Ehefrau meines Vaters ein Anrecht auf die Hälfte der Wohnung hat, obwohl diese bereits drei Jahre vor der Eheschließung vorhanden war ? Falls der Sachverhalt aufgrund des Standortes im Ausland zu kompliziert sein sollte, so wäre meine Frage wie es sich in Deutschland verhalten würde ?
PS: Es existiert kein Testament und seine Frau und ich sind die einzigen Erben.



Betreff: >Erbschaft

Sehr geehrte/r Fragesteller/in, unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und des von Ihnen gewählten Einsatzes möchte ich Ihre Frage - ausgehend von der Rechtslage nach deutschem Recht - wie folgt beantworten:

Da Ihr Vater keine Verfügung von Todes wegen getroffen hat bleibt zunächst festzuhalten, dass sich der Sachverhalt nach den Regeln über die gesetzliche Erbfolge (§§1922 f BGB) beurteilt. Es gilt der Grundsatz der Universalsukzession. Das heisst: Das Vermögen (in seinem konkreten Bestand) geht grundsätzlich als Ganzes auf den/die Erben über.

Hinterlässt der Erblasser, wie in Ihrem Fall mehrere Erben, entsteht eine Miterbengemeinschaft (§§2032 f BGB). Dabei handelt es sich um eine Gesamthandsgemeinschaft und nicht um eine Bruchteilsgemeinschaft. Demzufolge werden die Erben also nicht anteilig Eigentümer einer bestimmten Sache. Vielmehr bleibt die einzelne Sache selbst ungeteilt. Den Erben steht allerdings ein Bruchteil am gesamten Nachlass zu.

Dessen Höhe bestimmt sich nach den §1924 f BGB. Um den Erbteil des Ehegatten zutreffend bestimmen zu können ist es allerdings erforderlich zu wissen, in welchem Güterstand die Ehegatten lebten. Da Sie dazu leider keine Angaben machen gehe ich vom Regelfall des gesetzlichen Güterstandes aus. Danach erbt die Ehefrau neben den Erben erster Ordnung zu einem Viertel (§1931 I1 BGB). Hinzu kommt nach §§1931 III iVm. 1371 I BGB ein pauschalisierter Zugewinnausgleich der ein weiteres Viertel beträgt. Dabei spielt es keine Rolle ob die Ehegatten im Einzelfall überhaupt einen Zugewinn erzielt haben.Insoweit ist es also unerheblich, dass die Wohnung bereits im Anfangsvermögen Ihres Vaters vorhanden war.

Nach all dem hat die Ehefrau Ihren verstorbenen Vater also zu 1/2 beerbt. Mithin steht Ihr ein Bruchteil in dieser Höhe am gesamten Nachlass Ihres Vaters zu. Nochmals möchte ich Sie jedoch darauf hinweisen, dass sich die Rechtslage ändert wenn die Ehe nicht im gesetzlichen Güterstand (sondern in Gütergemeinschaft oder in Gütertrennung) geführt wurde.

Ich hoffe, Ihnen in dieser Sache einen ersten Überblick verschafft zu haben. Ich muss Sie allerdings darauf hinweisen, dass diese Antwort ausschließlich auf den von Ihnen geschilderten Sachverhalt beschränkt ist und lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung dient. Eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt kann dadurch nicht ersetzt werden. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Angaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. In diesem Fall steht Ihnen auch die kostenlose Nachfragefunktion zur Verfügung. In Ihrem Fall rate ich Ihnen angesichts der hohen Vermögensinteressen dringend dazu, einen Kollegen vor Ort aufzusuchen. Sollten Sie eine weitergehende Beratung durch mich wünchen können Sie gerne Kontakt mit meiner Kanzlei aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Gregor Schmidt Rechtsanwalt

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