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kann man 2 mal erben ?

12.06.2007 19:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


guten abend

ich schildere ihnen folgenden sachverhalt:
meine tante ist im april 07 verstorben - sie hat keine kinder/ehemann ist auch schon verstorben/eltern sind auch verstorben - es gibt eine schwester (meine mutter) - einen bruder - ein bruder ist verstorben ,dieser hat zwei kinder

meine tante ist/war eigentümerin von einem 6-familienhaus wovon eine wohnung meinen eltern gehört.
nach dem tod meiner grosseltern ging dieses haus 4 wohnungen (eine wohnung gehörte meiner tante )an meine tante lt.testament: dieses testament wurde von ihren brüdern angefochten...schliesslich einigten sie sich das meine tante ihnen jeweils einen pflichteil von 50.000 dm auszahlte - meine mutter verzichtete darauf, da meine tante meiner mutter versprach ,dass nach ihrem tod alles an sie und später an uns (wir sind drei geschwister)geht: so jetzt meine FRAGE:
lt.notar gibts jetzt kein TESTAMENT wo meine mutter als erbin nun drin steht !! ?? können nun der bruder und vom anderen bruder dessen kinder nochmal erben ? und würde meiner mutter ihren pflichtteil von damals (50.000 dm) noch angerechnet werden ?
über eine antwort die etwas licht ins dunkle bringt würde ich mich sehr freuen :-)
vielen dank
(ich bin die tochter von der schwester meiner tante)

Sehr geehrte Ratsuchende,


man kann zwar nicht zwei mal den selben Vermögensgegenstand erben, wenn er nicht zwischenzeitlich anderweitig veräußert und wieder vererbt wurde. Jedoch ist es möglich, wie auch in der vorliegenden Konstellation, dass jemand Begünstigter an einem Nachlass ist, der bereits zuvor (teilweise) Gegenstand einer erbrechtlichen Auseinandersetzung war, an der er auch schon beteiligt war.

Im vorliegenden Fall waren die beiden Brüder vom Erbe nach Ihren Großeltern ausgeschlossen und haben ihre Pflichtteilsansprüche – letztendlich mit Erfolg – geltend gemacht.
Damit wurde das Vermögen Ihrer Tante bereits geschmälert. An dem verbleibenden Vermögen der Tante nimmt nunmehr der eine Bruder zu gleichen Teilen neben den Söhnen des anderen Bruders und neben Ihrer Mutter als Miterbe teil.

Leider hatte Ihre Mutter im Vertrauen auf eine Begünstigung im Todesfall ihrer Schwester auf die Geltendmachung eigener Pflichtteilsansprüche verzichtet. Wenn seit dem Ende des Jahres, in dem Ihre Mutter von dem sie beeinträchtigenden Testament erfahren hat, länger als drei Jahre verstrichen sind, ist der Pflichtteilsanspruch nämlich gemäß § 2332 Abs. 1 BGB verjährt.
Gegebenenfalls kommt auch für den Beginn der Verjährung erst das Jahr in Betracht, in dem über die Testamentsanfechtung entschieden bzw. ein Vergleich abgeschlossen wurde. Dies müsste allerdings anhand einer eingehenden Einzelfallprüfung ermittelt werden.

Im Gesetz ist auch kein Ausgleichsanspruch vorgesehen, der in dieser Konstellation zugunsten Ihrer Mutter eingreifen würde.

Auch soweit eine ausdrückliche Verzichtserklärung Ihrer Mutter vorliegt, würde eine grundsätzlich denkbare Anfechtung nicht zum Ziel führen, hier noch einen zusätzlichen Anspruch über den gesetzlichen Erbteil hinaus zu erhalten.

Denn soweit sich Ihre Mutter bei dem Pflichtteilsverzicht im Irrtum darüber befand, dass ihre Schwester sie in einem Testament bedenken würde, handelt es sich insoweit um einen nicht beachtlichen Motivirrtum.


Leider kann ich Ihnen keine für Sie günstigere Rechtsauskunft geben, hoffe aber dennoch, Ihnen Klarheit verschafft zu haben.

Sollten Sie in den Ausführungen etwas noch näher erläutert haben wollen, benützen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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