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ist Fahrtzeit=Arbeitszeit als Servicemonteur


| 31.03.2017 08:47 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Wenn ein Arbeitnehmer keinen festen Arbeitsort haben und ihre vertraglich geschuldete Tätigkeit ohne Reisetätigkeit nicht erbringen können, zählt die Reisezeit zur vergütungspflichtigen Arbeitszeit.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite als Servicemonteur in einer Firma welche als Dienstleister für Energieversorger und verschiedene Stadtwerke tätig ist. Da mein Arbeitsgebiet bundesweit ist, fahre ich fast immer auf Montage. An den Standorten des jeweiligen Energieversorgers habe ich aber keinen festen Arbeitsort sondern fahre zu den Einzelkunden (meist Privathaushalte) des Energieversorgers.
Meine wöchentliche Arbeitszeit beträgt laut Arbeitsvertrag 40 Stunden pro Woche.( Montag-Donnerstag je 10 Stunden)
Mein Arbeitgeber ist der Meinung das meine Arbeitszeit mit dem erreichen des ersten Kunden beginnt und mit dem verlassen des letzten Kunden endet.(was eigentlich unlogisch ist, da ich die Fahrten zwischen den anderen Kunden des Tages ja auch als Arbeitszeit bezahlt bekomme)
Nun zu meinen Fragen:
1. Wie wird die An- und Abreisezeit am Montag und Donnerstag ( meist je 3 Stunden oder mehr) gerechnet? Ist das schon Arbeitszeit und wenn ja muss diese voll vergütet werden?
2. An meinem Einsatzort habe ich für die Woche eine Unterkunft gebucht. Zählt die Fahrt von dieser Unterkunft zum ersten Kunden ( 0,5 Stunden oder mehr) und Abends zurück zur Unterkunft als Arbeitszeit?
3. Mein Arbeitgeber möchte das ich demnächt auch nocht Bereitschaftsdienst mache obwohl ich ja schon 10 Stunden pro Tag gearbeitet habe.(mit Fahrzeiten sogar mehr) Darf ich das überhaupt laut Arbeitsschutz da ich ja schon 10 Stunden gearbeitet habe. Wenn ja wie ist das mit den Ruhezeiten wenn ich Abends oder Nachts einen Bereitschaftseinsatz habe und am nächsten Tag wieder Früh morgens Kundentermine habe?

Mit freundlichen Grüßen
J. B.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Frage 1:

Wenn der Arbeitnehmer keinen festen Arbeitsort hat und seine vertraglich geschuldete Tätigkeit ohne dauernde Reisetätigkeit gar nicht erfüllen kann, gehört das Reisen zur vergütungspflichtigen Arbeitszeit (BAG, Beschluss vom 14.11.2006 - Aktenzeichen: 1 ABR 5/06).

Die An- und Abreisezeit montags und donnerstags ist demnach in Ihrem Fall zu vergütende Arbeitszeit.

Frage 2:

Es gilt das zu Frage 1 Gesagte.

Frage 3:

Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden /§ 3 Arbeitszeitgesetz - AZG). Allerdings sind Samstage als Werktage mitzuzählen.

Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben (§ 5 Abs. 1 AZG).

Arbeitszeitrechtlich gehören die Fahrten mit dem Dienstwagen zu Kunden auch zur Arbeitszeit (EuGH, Urteil vom 10.09.2015 - Aktenzeichen: C266/17).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 31.03.2017 | 20:16


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FRAGESTELLER 31.03.2017 5/5.0
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