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interne Versetzung


17.12.2013 08:18 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

2007 Firmeneintritt als Marktleiter
2012 10tage Klinik
2012 April: Versetzung in Zentrale (Verwaltung)
2013 April: 14tage Klinik
2013 April: Delegation in anderes Büro + anderer Aufgabenbereich (ungewollt)
2013 Dezember: Betriebsrat verkündet öffentlich von einer "internen Versetzung"


AV: "..der AN kann auch in einem anderen Aufgabenbereich eingesetzt werden"

Frage: Aus der ursprünglichen Delegation ist wohl eine Versetzung geworden.

Ich habe keine Unterschrift abgegeben!

Lt AV von April 2012: Der AN übernimmt das Aufgabengebiet von Herrn XY.

XY hat das Unternehmen verlassen. Zum April 2013 wurde XY während meinem Klinikaufenthalt wieder geholt. Bin nach Klinikattest zu 100% gesund.

XY hat jetzt mein komplettes Aufgabengebiert + 2er Büro + Sekretärin + Verantwortung.

Ich bin im 4er Büro / Buchhaltung / keine Verantwortung.

Das passt doch nicht.

Wie soll ich mich verhalten?
Ich fühle mich im Ansehen gekränkt.

Kann ich mein altes Aufgabengebiet zurückbekommen?

Klagen?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen




Sehr geehrter Ratsuchender,


nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung und vorbehaltlich der Prüfung der gesamten Verträge werden Sie in der Tat klagen können, wobei die Klage auf auf vertragsgerechte Beschäftigung gerichtet werden sollte; dabei sollten zum Zecke einer späteren Zwangsvollstreckung genau bezeichnet werden, mit welchen Aufgaben der Arbeitgeber Sie beschäftigen soll.


Zwar hat der Arbeitgeber ein Weisungsrecht (sogenanntes Direktionsrecht), das ihn berechtigt, seine Arbeitnehmer entsprechend den wechselnden betrieblichen Erfordernissen einzusetzen und dieses wurde offenbar auch im ursprünglichen Arbeitsvertrag nochmals ausdrücklich manifestiert.

Aber nach Ihrer Darstellung gab es dann eine Spezialisierung dergestalt, dass ein bestimmter Arbeitsplatz und eine bestimmte Beschäftigung ( "Der AN übernimmt das Aufgabengebiet von Herrn XY") vereinbart worden ist - und an diese Vereinbarung haben sich nun beide Parteien dann zur vertragsgerechten Leistungserfüllung zu halten (LAG Hamm, Urt.v. 04.01.2013, Az.: 10 Sa 901/12).


Und nach dieser Entscheidung können Sie dann - aber bitte erst nach Prüfung aller vertraglichen vereinbarungen) - in der Tat den vollstrekbaren Titel auf vertragsgerechte Beschäftigung erwirken, der dann den Arbeitgeber zwingt, Sie auf den alten Arbeitsplatz wieder zur Erfüllung seiner Leistungspflichten einzusetzen (BAG, Urt.v. 25.08.2010, Az.: 10 AZR 275/09).



Die Klage wird also dann erfolgreich sein, wenn Sie konkret darlegen (und natürlich im Streitfall auch beweisen können), dass Sie vor dieser rechtswidrigen Versetzung mit den eingeklagten Aufgaben betraut gewesen sind.


Aber bitte bedenken Sie auch, dass es im Arbeitsgerichtsverfahren erster Instanz keine Auslagenerstattung gibt, Sie also auch bei Obsiegen Ihre Kosten und die hälftigen Gerichtskosten werden tragen müssen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
http://ra-bohle.blog.de/


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