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innerfamiliärer Hauskauf, Todesfall während laufender GmbH-Insolvenz

| 17.07.2020 09:32 |
Preis: 70,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

um die Situation zu beschreiben gebe ich Ihnen kurz den Ablauf wieder:

02/2015
Die Großmutter meines Mannes verstarb. Das Ehepaar hatte ein "Berliner Testament". Sie besaß -alleine - einen "Rest-Hof" auf dem sie beide lebten und ein Ausflugslokal betrieben.

12/2015
Der Großvater war zu dem Zeitpunkt Mitte 70 und konnte/wollte es nicht weiterführen. So suchte er nach einer Lösung und hatte es uns angeboten zu kaufen - mein Mann ist vom Fach. Mit dem Kaufpreis wollte er die Tante meines Mannes auszahlen - bezogen auf das Objekt. Meine Schwiegermutter hat verzichtet.
Mein Mann und ich haben uns nach langer Bedenkzeit entschieden das Objekt zu übernehmen. Ich habe nicht mitgekauft, es war gewünscht das es zunächst eine reine Familienangelegenheit ist.
Der notarielle Verkauf erfolgte im Dezember.
Im Kaufvertrag wurde ein Wohnrecht für einen klar definierten Bereich des Objektes niedergeschrieben.
Um Kosten zu sparen wurde der Großvater nicht in das Grundbuch eingetragen, sondern sofort mein Mann - da die Ersteintragung nach Erbe kostenlos ist.

02/2016
Wir sind auf den Hof umgezogen und mein Mann betreibt seit Mai 2015 das Ausflugslokal.

2018
Einige Zeit nach dem Kauf hat der Großvater die Tankte meines Mannes ausgezahlt. Den Kaufpreis und noch etwas mehr. Dies hat er notariell gemacht.

07/2020
Jetzt verstarb der Großvater meines Mannes. Beim Sichten von Unterlagen haben wir nun erfahren das der Großvater, als geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH (sein ehemaliger Handwerksbetrieb) in einem offenen Insolvenzverfahren ist. Die Insolvenz über die GmbH, mit ihm als Vertretungsberechtigter, ist 2013 eröffnet und bis heute nicht abgeschlossen.
Die Insolvenzmasse deckt etwa 15 % der Forderungen.
Er selbst hat kein Insolvenzverfahren, über seine eigene Person.
In diesem Insolvenz verfahren haben, anscheinend auch Krankenkassen Forderungen angemeldet.
Ob es um Arbeitnehmeranteile geht wissen wir noch nicht, dies erfahren wir heute oder kommende Woche.
Als Erben kommen die Mutter und die Tante meines Mannes in Betracht.
Zu erben sind drei Felder, ein kleiner Bar-/Kontobetrag und einige wenige Wertgegenstände.

Nun zu meinen drei Fragen:

1.
Wird das Insolvenzverfahren der GmbH in einem Nachlassverfahren weitergeführt?

2.
Wenn 1. ja, betrifft dies nur den Nachlass oder könnten Forderungen in das bestehende Vermögen der Erben entstehen?

3.
Könnte der Insolvenzverwalter Ansprüche an das Objekt stellen / von meinem Mann etwas verlangen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

17.07.2020 | 10:13

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst darf ich Ihnen zu Ihrem Verlust noch mein Beileid ausdrücken.

Weiter möchte ich vorausschickend darauf hinweisen, dass sich ein Insolvenzverfahren immer nur auf die Person des Schuldners bezieht. D.h. das Insolvenzverfahren der GmbH hat mit der Person Ihres Großvaters (bzw. jetzt mit den Erben) nichts zu tun. Allenfalls Ansprüche der Insolvenzmasse gegen den Großvater setzen sich in Person der Erben fort; nachdem das Insolvenzverfahren aber bereits 2013 eröffnet wurde, dürften keine Insolvenzanfechtungs- oder Haftungsansprüche mehr zu befürchten sein, da diese - sofern keine verjährungshemmenden Maßnahmen ergriffen wurden - verjährt sein dürften. Um hierüber aber Klarheit zu bekommen, empfehle ich den Erben dringend, Einsicht in die Insolvenzakte zu nehmen und sich insbesondere das Insolvenzgutachten, den Bericht zum Prüfungstermin und nach Möglichkeit auch die danach erstatteten Zwischenberichte durchzulesen. Denn hier kann man den Stand des Insolvenzverfahrens in Erfahrung bringen sowie, ob mit geltend gemachten Ansprüchen zu rechnen ist.

Ihre Anfragen möchte ich Ihnen hiernach auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


zu 1)
Da das Insolvenzverfahren über die GmbH eröffnet wurde und nicht über den Großvater, bleibt das Insolvenzverfahren vom Todesfall unberührt. Ein "Überführen" in ein Nachlassinsolvenzverfahren ist nicht zu befürchten.

zu 2)
s.o.

zu 3)
Der Insolvenzverwalter könnte, sofern Ansprüche gegen den Großvater bestehen und die Erben diese Ansprüche nicht erfüllen können, tatsächlich Ansprüche gegen Ihren Mann in Bezug auf das Objekt stellen, und zwar nach dem AnfG. Dies würde aber voraussetzen, dass das Objekt nicht zu einem marktüblichen Preis verkauft wurde. War der Preis marktüblich, steht nichts zu befürchten. Dennoch sollte, wie eingangs geraten, auch unter diesem Aspekt Einsicht in die Insolvenzakte genommen werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Thomas Henning

Bewertung des Fragestellers 22.07.2020 | 11:26

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