Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

immer wieder schäden u. nachlässige Arbeit, wie kann man diesen AN kündigen?


16.10.2007 14:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Sehr geehrte Damen und Herren,
dieses ist ein kleiner Betrieb, der den Mut hat AN zu beschäftigen.
Wir haben 2 AN aus dem ALG II Bezug geholt.
Zu Anfang lief es ohne Probleme, in letzter Zeit machen die etwas über 50j.Herren nur Probleme.
Der eine schafft mit dem Bagger die Tagesquote nicht, ca. nur 1/3 der normalen Tagesleistung.
Der andere braucht immer einen Aufpasser, Antreiber,Kontrolleur.
Wir sind in Bauzeitdruck, aber ohne Hektik, nur wirklich normalen Zeitablauf, was jeder schaffen kann.
Leider sind diese beiden nicht Willens, hier mitzumachen oder in etwa mitzuhalten. Andere Kollegen (im gleichen Alter) müssen dann dort mit unterstützen.
AN F ist zu langsam, hat heute einen Schaden gemacht, fährt über ein in der Erde verlegtes Rohr, dass er selber mal zugemacht hatte, und er heute auch v. Schachtmeister extra darauf hingewiesen wurde und AN W es mithörte und dabei stand und den Schaden durch Hinweise nicht verhinderte.

AN W läßt die Maschinen im Leerlauf laufen, und unterhält sich dann mit anderen oder schaut den anderen bei der Arbeit zu.
W hat auf 65 m Hallenlänge in regelm.Abständen den Sichtbeton mit der Baggerschaufel zerkratzt, obwohl er bei der Arbeitsverteilung aufmerksam gemacht wurde, 30-50cm Sicherheitsabstand zu halten, nein er wollte es auf den mm genau machen und titschte immer wieder dagegen 18 Riefen auf der Länge, dass entspricht dem Baggerarm von 4m . Schaden ca.5.000,-eur, wenn wir es beseitigen.

Ich weiß nicht mehr weiter, bei aller sozialen Ader, dass ist einfach zu viel.
Es wird einfach Selbständig Feierabend gemacht, obwohl ein Arbeistschritt vielleicht nur eine halbe Stunde länger dauern würde, dann wäre das Loch zu, verdichtet und Wasser könnte keine Instabilität verursachen. So muss nach einem starken Regen am nächsten Tag ein Teil wieder herausgenommen werden und dann erneut eingebracht werden.
Vor kurzen hatte er sich krank gemeldet, weil er in seiner Freizeit von einer Leiter gestürzt war, die Wunde mußte genäht werden. In dieser AU Zeit wurde er gesehen, wie er seinen Umzug vorbereitete, nun ist er umgezogen und ist wieder am Arbeitsplatz.
Heute ist nun der o.Schaden mit dem Rohr passiert und er schaut einfach zu.
Nach dem Schaden haben beide nichts gesagt, bis der fremde Schachtmeister uns informierte.

Wie können wir diese beiden ordentlich aus dem Betrieb nehmen?
Die 6 Mon. Probezeit sind seit 05.09.07 ausgelaufen.
Im Arb.Vertr. ist eine Kü.Zeit von 4 Woch. z. 15. oder Ende eines Kal.Monats.
D.AG ist berechtigt, den An bis zur Beendiging des Arb.verh. freizustellen. Die Freistellung erfolgt unter Anrechnung der dem AN evtl. noch zustehenden Urlaubsansprüche, sowie einem Guthaben auf dem Arb.Zeit Kto.

Es reicht nun, alle kleineren Schnitzer wurden hier weggelassen.
Der Betrieb kann bei aller sozialer Härte (fallen wieder in ALG II), diese beiden nicht länger beschäftigen.

Wie schreibt man eine unanfechtbare Kündigung?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

die Umstände, die eine Kündigung wirksam oder unwirksam machen, hängen nicht ausschließlich von der Formulierung der Kündigung ab. Maßgeblich ist wesentlich, ob und in welchem Umfang der Mitarbeiter Kündigungsschutz genießt und ob Kündigungsgründe erforderlich sind und vorliegen.

Zunächst ist ergänzend zu klären, ob das Kündigungsschutzgesetz auf die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter Anwendung findet. Da diese offensichtlich nach dem 31.12.2003 begonnen haben, ist dies nur dann der Fall, wenn Sie regelmäßig mehr als zehn Arbeitnehmer ausschließlich der Auszubildenden beschäftigen.

Ist dies der Fall, können Sie nach Ihrer Schilderung voraussichtlich nicht wirksam kündigen; in diesem Fall wäre eine Kündigung nur dann sozial gerechtfertigt, wenn Gründe zur Kündigung in der Person, im Verhalten oder betriebsbedingt vorliegen. Die von Ihnen geschilderte Schlechtleistung stellt einen Grund im Verhalten der Arbeitnehmer dar. Eine derartige verhaltensbedingte Kündigung erfordert bei Schlechtleistung regelmäßig, dass der Mitarbeiter zunächst abgemahnt wird und die Gelegenheit erhält, sein Verhalten und seine Arbeitsleistung anzupassen. Ohne eine derartige Abmahnung, rate ich von einer Kündigung der Mitarbeiter zunächst ab; das aktuelle Verhalten sollte dann zum Anlass genommen werden, die Mitarbeiter abzumahnen.

Unterfällt das Arbeitsverhältnis nicht dem Kündigungsschutzgesetz, benötigen Sie keinen Grund zur Kündigung, wenn Sie die Mitarbeiter ordentlich unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen. Nach der gesetzlichen Regelung wäre eine Kündigung zum 15.11.2007 möglich, wenn die Kündigung bis zum 18.10.2007 zugeht und kein besonderer Kündigungsschutz besteht.

Ergänzend müßte noch bewertet werden, ob die Mitarbeiter besonderen Kündigungsschutz genießen. Beispielhaft sei hier der besondere Kündigungsschutz von Behinderten gem. §§ 85 ff. SGB IX genannt; das Beispiel ist nicht abschließend. Weiter sollte geprüft werden, ob in Ihrem Fall besondere Vorschriften (z.B. Tarifverträge für das Baugewerbe) zum Tragen kommen und sich insoweit Besonderheiten ergeben.

Sie sehen, dass hier noch keine abschließende Bewertung möglich ist und keine rechlich auf jeden Fall wirksame Kündigung vorgegeben werden kann. Ich rate Ihnen dazu, sich bei Bedarf ergänzend persönlich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen und die Einzelheiten gesondert zu besprechen und hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER