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hohe Klageforderung Zivilrecht und Anwaltsproblem

| 05.02.2011 12:18 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Ich befinde mich in einer schwierigen Lage und hofffe, von irgendjemandem eine qualifizierte Antwort zu erhalten.
Leider habe ich von Rechtsfragen wenig Ahnung.
2009 lernte ich über eine Partnerbörse einen Mann kennen, der sehr wohlhabend ist(Steuerberater) und in Scheidung lebte.Er erzählte mir, dass ihn seine Frau jetzt ausnimmt, da er so dumm war und nach 21 Jahren Ehe die Gütertrennung aufgehoben hat.
Nach vier Wochen Bekanntschaft mit ihm, wobei er vorzugsweise mich besuchte, da seine Ehefrau noch bei ihm lebte, kam er dazu, als ich auf Autoscout nach einem Auto schaute. Das Auto war günstig mit 20.300 €. Leider stand es 700 km entfernt von mir und ich hatte Angst, es sei ein Unfall oder Mietwagen und wollte nicht hinfahren.
Er meinte, sein einer Sohn wohnt zufällig dort und könne das für mich erledigen.
Das Auto war gut, der Sohn machte in meinem Auftrag den Kaufvertrag. Ich wollte das Geld überweisen, aber mein Bekannter meinte, das macht er lieber, da er wie sein Sohn heißt, ich anders und das Autohaus sonst vielleicht durcheinander kommt.
Ich gab ihm das Geld in Bar bei mir zuhause, gegen eine handschriftliche Quittung, die er unterschrieb. Er wollte es in Bar haben, da er beklagte, dass seine Ehefrau ihm von allem, was auf den Konten sei, die Hälfte wegnehmen würde.
Das Auto wurde von mir, meiner Mutter, ihm und seiner kleinen Tochter anläßlich eines Besuches bei dem Sohn geholt.
Nach weiteren acht Wochen war die Beziehung vorbei, da ich nicht so leben wollte wie er das wollte.
Zwischenzeitlich, als ich das Auto hatte samt Brief, sagte er, ich könne die Quittung vernichten, da ich den Gegenwert ja erhalten habe.
Meine Mutter glaubte das nicht so recht und zeigte sie in meiner Abwesenheit einem Bekannten. Der fragte sie, ob ich das Auto und den Brief hätte und meinte dann auch, die Quittung könnte vernichtet werden, wenn mein Freund das so wünschte.
Ich warf die Quittung weg.
Zwei Monate nach der Trennung von ihm schrieb er mir in einem Brief, von mir 26.800 € zu bekommen.
Ich reagierte nicht. Mitte 2010 erhielt ich Post von seiner Anwältin, die von mir 20.300€ Darlehen plus 5000 € forderte, die er mir angeblich zur Verwahrung gegeben habe. Ich suchte aus der Zeitung eine Anwältin, die den Anspruch als unbegründet zurückwies.
Zu Weihnachten wurde mir vom Landgericht die Klage zugestellt.In dieser war plötzlich von der Zeugenaussage des Sohnes die Rede, der gehört haben will, dass ich mich mehrfach begeistert für das Darlehen bedankt hätte. Das ist eine Falschaussage.

Aber wie soll ich das Beweisen? Anwesend waren der Sohn, mein Bekannter, die Schwiegertochter, meine Mutter , ich , die kleine Tochter meines Bekannten. Der Sohn wohnt in einem Haus, dessen Finanzierung der Papa unterstützt. Sie haben ein Krabbelkind, die junge Mutter möchte nicht mehr arbeiten gehen - ohne die Hilfe des vermögenden Steuerberaters geht das nicht. In meinem Beisein sagte der Sohn zu seinem Vater, er hätte auch gern ein neues Auto.
Ich wandte mich an die schon einmal verpflichtete RAin. Sie zeigte beim LG ihren Vertretungsanspruch an, versäumte jedoch den Termin für das Erwiderungsschreiben. Ich war von ihr bei einem Beratungstermin versetzt worden, als es mir gelang, sie zu erreichen(Einzelkanzlei ohne Sekretärin), meinte sie, das wäre ein Mißverständnis gewesen. Beim nächsten Beratungstermin war sie sehr erkältet, meine Mutter, die mit war, hatte den Eindruck sie sei betrunken gewesen. Die RAin meinte ich solle
eine Gegenklage machen, was ich ablehnte. Dann sprachen wir über den Termin des Erwiderungsschreibens und sie sicherte zu, alles zu erledigen. Mein Mandat hätte sie ja noch vom letzten Jahr. Als ich nach Verstreichen des Termins nichts von ihr hörte, rief ich schließlich beim LG an und erfuhr, das nichts von ihr vorliegt. Ich schrieb ihr wieder und forderte sie auf, mir mitzuteilen, wenn sie mich nicht mehr vertreten kann oder will. Daraufhin rief sie an und versicherte, alles
fristgerecht eingereicht zu haben. Ich fragte wieder beim LG nach, aber es liegt nichts vor und die Angestellte dort redete von einem Versäumnisurteil, falls die RA auch nicht zum Verhandlungstermin in drei Wochen erscheint.

Dazu kommt: Ich hatte dieser RA im letzten Jahr schriftlich das Mandat entzogen, da sie undurchsichtige Rechnungen stellte. Das erklärte sie dann telefonisch. Als ich nun die Klage erhielt und sie aufsuchte, sagte sie: ich habe ja noch ihr Mandat. Ich habe zugestimmt. Neue schriftliche Vereinbarungen sind nicht erfolgt. Und sie hat ja auch ihren Vertretungsanspruch beim LG angezeigt. Habe ich nun eine RA oder nicht?

Jedenfalls habe ich bis jetzt nichts gehört und bin jetzt vollig ratlos.
Weiss jemand, was ich machen kann ? Der Streitwert betragt jetzt laut Klageschrift 20.300 €.
Auf der einen Seite stehen ich und meine Mutter als Zeugin, sowie der Mann, der die Quittung gesehen hat.
Auf der anderen Seite steht der Mann, sein Sohn, eventuell noch die Schwiegertochter und auch andere Zeugenaussagen seiner fünf Kinder kann ich nicht ausschließen, auch wenn sie nicht in der Klage benannt waren. Alle leben von ihm bzw mit seiner Unterstützung.
Bitte um Rat.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhalts im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Sofern Ihnen gegenüber wie geschildert ein angeblicher Anspruch auf Rückzahlung eines Darlehens etc. klageweise geltend gemacht wird, haben Sie meines Erachtens gute Chancen, den Prozess zu gewinnen und diese Forderung abzuwehren. Denn lediglich eine Ausage dahingehend, dass Sie sich angeblich für ein Darlehen bedankt haben sollen, reicht zum Nachweis eines Darlehensrückzahlungsanspruches bei Weitem nicht aus. Vielmehr muss die Gegenseite hierfür erst einmal die Vereinbarung eines Darlehens nachweisen, sodann die Hingabe des entsprechenden Geldbetrages sowie letztlich die Kündigung bzw. die Vereinbarung eines bestimmten Rückzahlungstermins, also die Fälligkeit der Rückzahlung. Die Gegenseite, welche hier entsprechende Ansprüche gegen Sie erhebt, ist für diese Voraussetzungen vollumfänglich darlegungs- und beweisbelastet.

Das bedeutet, dass ein Zeuge der Gegenseite diese aufgezeigten Voraussetzungen eines angeblichen Darlehensanspruchs erst einmal vollständig bestätigen müsste, was nach Ihrer derzeitigen Schilderung noch nicht einmal der Fall ist. Außerdem sollte es auch möglich sein, diese nach Ihren Angaben Falschaussage dieses Zeugen dadurch zu widerlegen, als dass Sie selbst nachweisen könnten, nicht Geld von der Gegenseite empfangen, sondern vielmehr anders herum dieser bzw. Ihrem Bekannten Geld gegeben zu haben. Daduch wäre die Aussage des Zeugen der Gegenseite widerlegt, ggf. kann damit sogar die Falschaussage nachgewiesen werden.

Aber selbst wenn diese Möglichkeit scheitern sollte, würde letztlich angesichts Ihrer Schilderung nur Aussage gegen Aussage stehen. Dies führt dazu, dass selbst für den Fall, dass der Gegenseite eine Falschaussage nicht nachgewiesen werden kann, das Gericht aller Voraussicht nach im so genannten „non liquet" entscheiden würde. Dies bedeutet, dass im Falle, dass das Gericht – und so wird es in Ihrem Fall aller Wahrscheinlicheit nach im Zweifel kommen – sagen wird, dass es nicht entscheiden kann, welche der gegenteiligen Aussagen beider Seiten nun zutrifft. In diesem Fall des so genannten „non liquet" müsste das Gericht dann allein nach Beweislastregeln entscheiden. Da aber eben wie schon aufgezeigt für den Darlehensanspruch die Gegenseite hier vollumfänglich beweisbelastet ist und bei gegenteiligen Zeugenaussagen das Gericht im Zweifel nicht entscheiden kann, welcher Aussage es nun Glauben schenken soll, würde dies selbst dann dazu führen, dass die Gegenseite allein aufgrund der dieser obliegenden Beweisbelastung den Prozess verliert. Aus diesen Gründen bestehen nach meiner Einschätzung gute Erfolgsaussichten für Sie, den Prozess zu gewinnen und die nach Ihren Angaben erfundene Forderung der Gegenseite abzuwehren. Letztlich ist dies nur eine Frage der richtigen, anwaltlichen Prozesstatktik.

Für die Fortführung des derzeitigen Prozesses benötigen sie nun, da es sich um ein Verfahren vor dem Landgericht handelt, zwingend einen Anwalt. Nach Ihrer Schilderung haben Sie Ihrer derzeitigen Anwältin bereits das Mandat entzogen, so dass diese Ihnen gegenüber keine Vertretungsbefugnis mehr besitzt. Das Problem dabei ist, dass diese Mandantsbeendigung nur das Innenverhältnis zu Ihnen berührt. Im Außenverhältnis verhält es sich demgegenüber so, dass die Rechtsanwältin dadurch nicht automatisch auch aus dem derzeitigen Prozess ausscheidet, vielmehr wird dieser aufgrund entsprechender Regelungen in der Zivilprozessordnung weiterhin über diese fortgeführt. Gleichzeitig entsteht das Problem, dass die Anwältin nun im Innenverhältnis Ihnen gegenüber wegen erfolgter Mandatsentziehung keine Tätigkeit mehr entfalten kann. Hieraus erklärt sich wahrscheinlich, dass diese Anwältin keinerlei Schriftsätze mehr an das Gericht verfasst, was selbstredend riskant für Sie ist, da Sie allein dadurch den Prozess trotz der meines Erachtens vorhandenen und vorstehend bereits aufgezeigten Erfolgsaussichten verlieren könnten. Um dieses entstandene Problem zu lösen, müssten Sie jetzt umgehend einen neuen Rechtsanwalt mit Ihrer Vertretung und der ordentlichen Fortführung des Prozesses beauftragen. Denn erst wenn sich ein neuer Anwalt bei dem Landgericht für Sie als neuer Vertreter meldet und bestellt, scheidet Ihre ehemalige Rechtsanwältin sozusagen aus dem Prozess aus. Bis dahin verbliebe es anderenfalls bei der derzeitigen, für Sie offensichtlich unbefriedigenden Situation.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen erst einmal einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Bei dennoch verbliebenen Unklarheiten können Sie gen die kostenlose Nachfragefunktion nutzen. Sofern Sie an einer Fortführung des Prozesses durch unsere Kanzlei interessiert sind, stehe ich Ihnen natürlich gern zur Verfügung und Sie können mich gleich Anfang der nächsten Woche diesbezüglich kontaktieren.

Bis dahin wünsche ich zunächst noch ein schönes Wochenende und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2011 | 13:59

Sehr geehrter Herr RA Joschko,
danke für Ihre schnelle Antwort.
Ich verstehe nicht, warum die RAin mir eine Vertretung im persönlichen Gespräch im Januar zugesagt hat und anschließend ihre Vertretung vor dem LG angezeigt(tel. vom LG bestätigt bei meinem Anruf). Sie hat auch alle Unterlagen von mir behalten/angenommen. Allerdings keine schriftliche neue Mandatsvereinbarung aufgesetzt. Auch ihre Anzeige zur Vertretung beim LG habe ich nicht in Kopie erhalten. Auf meine Mailanfrage, ob sie mich nicht vertreten will, hat sie angerufen und zugesichert, alles termingerecht eingereicht zu haben.
Hat sie nun mein Mandat oder nicht?
Das habe ich noch nicht ganz verstanden.
Am Montag nach 12 Uhr ( diese Frist habe ich ihr gesetzt, um mir die Erwiderungsschrift zuzustellen per Mail) würde ich mich gern bei Ihnen melden.
Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.02.2011 | 14:18

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage noch wie folgt:

Allein die Anzeige Ihrer Anwältin beim Landgericht führt solange zu der Situation, dass der laufende Prozess weiter über diese geführt wird, solange sich nicht offiziell bei Gericht ein anderer Anwalt für Sie anzeigt. Ob Sie von Ihnen im Innerverhältnis demgegenüber das Mandat noch hat oder nicht, darauf kommt es dabei eben rechtlich bzw. prozessual nicht an.

Nach Ihrer Schilderung geht aber wohl auch die Anwältin davon aus, dass kein Mandat mehr besteht, anderenfalls diese nicht untätig bleiben würde. Daher wird Ihnen auch nichts anderes übrig bleiben, als möglichst schnell einen neuen Anwalt zu beauftragen, andernfalls der Prozess allein durch die derzeitige Situatin verloren gehen könnte. Der neue Anwalt muss sich dann eben entsprechend vor Gericht anzeigen, damit der Prozess in Ihrem Sinne weitergeführt werden kann.

Gern können Sie sich insoweit am Montag bei mir melden. Vormittags habe ich noch Gerichtstermine, ab nachmittag können wir dann aber gern das Ganze noch einmal detailliert in Ruhe besprechen. Bis dahin verbleibe ich auch weiterhin

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.02.2011 | 14:32

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