Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.861
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

gigantische Heizkosten Mietwohnung

| 13.11.2015 22:44 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Unsere Tochter studiert seit Oktober 2014 in Kassel und bewohnt dort in der Innenstadt eine 52 m² Etagenwohnung in einem Gebäude das augenscheinlich in den späten 50er Jahren gebaut wurde, und aus der sie jetzt natürlich so schnell wie möglich ausziehen wird. Die Miete gliedert sich wie folgt:
320 € Kaltmiete
80 € Heizkostenvorauszahlung (Fernwärme)
80 € Nebenkostenvorauszahlung
Heute kam die Nebenkostenabrechnung 2014, aus der hervor geht, dass lediglich in den Monaten: halber Oktober, November und Dezember bereits Heizkosten von 1.022,- € entstanden sein sollen. Das entspricht ca. 400,- € Heizkosten im Monat bei 52 m² (und 80 € Vorauszahlung).
Selbst bei extrem schlecht gedämmten, zugigen Altbauten werden ca. 250 KWh/m² nicht überschritten, was dann in etwa 1000 € Heizkosten für das gesamte Jahr ausmachen würde, aber für 2,5 Monate ? Die Abrechnung erfolgt auf Grundlage abzulesender Verdunstungsröhrchen an den Heizkörpern, die Heizart ist Fernwärme, und auf den ersten Blick scheint diese Abrechnung, die von einem Fachunternehmen erstellt wurde zu stimmen. Trotzdem ist dieser Verbrauchswert unfassbar hoch, (wie jeder Fachmann sofort erkennt und bestätigen kann).
Ich hatte meine Tochter im fraglichen Zeitraum öfter besucht und es war auch nie besonders warm in der Wohnung.
FRAGE: Sollte dieser Verbrauch aber stimmen, kann man dem Vermieter evtl. Arglist unterstellen und ihn irgendwie belangen, da er ja aus den vorangegangenen Mietverhältnissen von diesen gigantischen, unerklärlich hohen Verbrauchswerten gewusst haben muss ? Dieser Verdacht kann dadurch gestützt werden, dass der Vermieter zu keinem Zeitpunkt einen Energiepass vorgelegt hatte, was aber 2014 bereits Pflicht war.
Gibt es eine Möglichkeit diese Heizkosten, oder einen Teil davon nicht bezahlen zu müssen ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In der Tat scheinen die Heizkosten überhöht zu sein, so dass der Vermieter auf jeden Fall zum Nachweis der konkreten Kosten und des abgerechneten Verbrauchs verpflichtet ist. Er muss dazu auch Rechnungsbelege vorlegen.

Erster Schritt wäre also die Aufforderung an den Vermieter, die Höhe der Kosten zu erläutern und nachzuweisen.

Sollte sich herausstellen, dass die Kosten tatsächlich durch die normale Beheizung der Wohnung angefallen sind und dies auch in den vorherigen Mietverhältnissen so gewesen sein muss, kommt in der Tat ein Schadensersatzanspruch gegen den Vermieter in Betracht, der die Höhe der Kosten pflichtwidrig verschwiegen bzw. bewusst falsche Vorauszahlungen angesetzt hat. Der Schadensersatzanspruch liefe dann darauf hinaus, dass die überhöhten Kosten entsprechend zu reduzieren sind und die Nachzahlung nicht geleistet werden muss.

Es empfiehlt sich aber nun zunächst, die Abrechnung mit anwaltlicher Hilfe unter die Lupe zu nehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.11.2015 | 09:04

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, eine Nachfrage hät ich aber noch: Könnte die Tatsache dass weder zum Abschluss des Mietvertrages, noch danach ein Energiepass vorgelegt, geschweige denn ausgehändigt wurde, ein wichtiges Argument, falls das ganze tatsächlich vor Gericht gehen sollte ?
Oder ist das eine eher nebensächliche Ordnungswiedrigkeit ? Tatsächlich war die Vorlage des Energiepasses im Oktober 2014 ja schon vom Gesetzgeber vorgeschrieben, wird aber wohl erst seit Mai 2015 mit Busgeld belegt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2015 | 09:55

Daraus lässt sich meines Erachtens kein Honig saugen - die Höhe der Heizkosten spricht doch bereits für sich und für ein Verschulden des Vermieters bei Vertragsschluss.

Die Nichtvorlage dieses Dokuments ist darüber hinaus kein Indiz für eine Kenntnis des Vermieters.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann
Rechtsanwalt


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 14.11.2015 | 16:31

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt: