Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.259
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

getrennt lebend?

| 03.08.2018 10:19 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich habe Februar 2017 in Tunesien geheiratet und bin danach sofort zurückgeflogen. Mein Mann hat danach einen Visumantrag bei der Deutsch Botschaft in Tunis beantragt, um hierher zu kommen. Dieser Antrag wurde erst Anfang November 2017 genehmigt. Erst seit November 2017 leben wir zusammen.
Bis dahin waren wir getrennt voneinander und haben ja auch vorher nicht zusammen gelebt. Wir waren eigentlich getrennt lebend - nur im umgekehrten Fall. Gilt dies als getrennt lebend?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Was unter Getrenntleben zu verstehen ist, ist in § 1567 BGB geregelt. Dort heißt es folgendermaßen:

"Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben."


2.

Nachdem Sie im Februar 2017 geheiratet haben, konnten Sie aufgrund bestimmter Umstände bis November 2017 nicht zusammen leben. Das hat aber nichts mit Getrenntleben zu tun, weil es nach Ihrer Sachverhaltsschilderung keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass Sie und Ihr Ehemann die häusliche Gemeinschaft nicht herstellen wollten. Es waren vielmehr verwaltungsrechtliche Aspekte, die zu einer „Trennung" geführt haben. Das hat aber nichts mit einer Trennung im familienrechtlichen Sinn zu zun.

Festzuhalten bleibt damit, dass Sie, falls Sie die Scheidung in Erwägung ziehen, das Trennungsjahr ab jetzt neu beginnen müssten. Bislang haben Sie ebenfalls nicht getrennt gelebt.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2018 | 14:15

Vielen Dank für Ihre Antwort! Nein, eine Scheidung wollen wir auf gar keinen Fall. Vielmehr verwundert es mich, dass der Gesetzgeber lediglich die Variante Eheleben, dann Trennung berücksichtigt, nicht den umgekehrten Fall.
Es kann doch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass wir bis November 2017 ein normales "Eheleben" geführt haben - er in Tunesien - ich hier. Wir waren getrennt von Tisch und Bett , haben auch kein gemeinsames Konto und auch sonst nichts Gemeinsames. Wir waren getrennt, ganz gleich warum. Gibt es vielleicht schon Rechtsprechungen dazu?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.08.2018 | 15:39

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich kurz wie folgt Stellung:


1.

Wenn Eheleute zusammen leben, können sie dieses Zusammenleben nach Belieben frei gestalten. Beispielsweise könnte der eine Ehegatte in Berlin leben, der andere in Mailand und man sieht sich nur alle fünf Wochen, um ein Beispiel zu nennen. Hier gibt es also nichts, was geregelt werden müsste.

Anders ausgedrückt: Der Gesetzgeber hat keine Veranlassung den Eheleuten vorzuschreiben, dass Sie beispielsweise in einer Wohnung wohnen müssen.


2.

Ein Regelungsbedürfnis besteht aber, wenn Eheleute beabsichtigen, sich scheiden zu lassen.

Der Gesetzgeber will vermeiden, dass beispielsweise nach einer Streitigkeit zwischen den Eheleuten ein Ehegatte direkt einen Scheidungsantrags stellt. Man will von Seiten des Gesetzgebers übereilte Entscheidungen der Eheleute verhindern. Deshalb gibt es das so genannte Trennungsjahr. Und nur hier spielt Trennung eine Rolle. So definieren Gesetz und Rechtsprechung, was man unter einem Trennungsjahr versteht.


3.

Da Sie Ihr Leben so gestalten, wie es sich darstellt, ob nun gewollt oder aufgrund bestimmter Umstände, ist allein Ihre Angelegenheit und bedarf keiner gesetzlichen Regelung. Deshalb gibt es hier auch keine Rechtsprechung, weil über nichts Recht zu sprechen ist.

Das, was Sie als umgekehrten Fall bezeichnen, gibt es in rechtlicher Hinsicht nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.08.2018 | 16:39

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war verständlich, ausführlich und freundlich, auch wenn sie mir persönlich nicht gefällt. Aber der Anwalt kann ja nichts für die "Recht"spechung...
"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 05.08.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64990 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und absolut verständlich. Ich bin sehr zufrieden! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Kurze und prägnante Antwort, die nachvollziehbar ist, auch hinsichtlich der weiteren Schritte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle Antwort, auch auf unsere Rückfrage. Herr Bohle ist ganz konkret auf unsere Fragestellungen eingegangen. Nach der Rückfrage waren die Antworten für uns verständlich und haben uns sehr geholfen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER